Nike stellt seine internationale Führungsstruktur um und sieht sich zugleich mit Berichten über eine mögliche Cyberattacke konfrontiert. Die Kombination aus strategischen Personalentscheidungen, Sicherheitsrisiken und verhalten optimistischen Analystenstimmen prägt derzeit das Bild der Aktie. Im Hintergrund läuft weiterhin ein anspruchsvoller Turnaround-Prozess nach schwächeren Ergebnissen im zweiten Geschäftsquartal.

Neue Führung für Schlüsselmärkte

Am Dienstag hat Nike eine umfangreiche Rotation im Regionalmanagement bekannt gegeben. Kern der Maßnahme sind zwei zentrale Wachstumsregionen.

  • Greater China: Cathy Sparks übernimmt die Rolle der Vice President und General Managerin für das China-Geschäft. In diesem Markt steht Nike unter starkem Konkurrenzdruck durch lokale Anbieter.
  • EMEA: César Garcia wird ab Anfang Februar die Region Europa, Nahost und Afrika leiten.

Diese Personalentscheidungen sind Teil der Strategie von CEO Elliott Hill, Vertriebsstrukturen zu stärken und Abläufe effizienter zu gestalten. Der Fokus liegt dabei auf Märkten, in denen Nike Marktanteile zurückgewinnen will.

Am Wochenende kamen zusätzlich Berichte über einen möglichen Cyberangriff hinzu. Eine Hackergruppe behauptet, interne Daten erbeutet zu haben und droht mit deren Veröffentlichung. Das Ausmaß des Vorfalls ist bislang unklar, solche Meldungen bringen jedoch erfahrungsgemäß kurzfristige Unsicherheit in Fragen der Datensicherheit und operativen Stabilität.

Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 64,97 US-Dollar. Die Royal Bank of Canada bestätigte Anfang Januar ihre Einschätzung „Outperform“, senkte das Kursziel jedoch auf 78 US-Dollar. Aus Marktsicht werden die Veränderungen im Management damit eher als notwendige Anpassungen denn als Zeichen grundlegender Instabilität gewertet.

Analysten und Großinvestoren

Der Kontrast zwischen operativen Risiken und institutioneller Einschätzung wird deutlicher. Während die Cyber-Thematik vor allem Reputationsrisiken aufwirft, bleibt an der Börse die Erholungsgeschichte im Mittelpunkt.

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Analysteneinschätzungen:

  • RBC Capital Markets hält an einer Kaufempfehlung fest, passt aber die Erwartungshaltung an.
  • Im Schnitt liegt das Kursziel der wichtigsten Häuser bei rund 74,65 US-Dollar, was einen moderaten Aufschlag zum aktuellen Kurs signalisiert.
  • Gleichzeitig nehmen skeptische Stimmen zu: KeyCorp reduzierte das Kursziel jüngst auf 75 US-Dollar, Needham stufte die Aktie im Januar auf „Hold“ zurück und verweist auf den schleppenden Fortschritt beim Turnaround.

Institutionelle Investoren:

  • Jennison Associates LLC hat seine Position im dritten Quartal um 42,3 % ausgebaut und hält nun über 11,8 Millionen Aktien.
  • Norges Bank ist mit einem neuen Engagement im Umfang von rund 835 Mio. US-Dollar eingestiegen.
  • Auf Managementseite setzte Director Jorgen Vig Knudstorp im November ein Signal, als er 16.150 Aktien erwarb.

Diese Bewegungen deuten darauf hin, dass ein Teil der institutionellen Investoren Kursrückgänge für den Positionsaufbau nutzt, auch wenn die Erholung aus operativer Sicht Zeit braucht.

Turnaround mit Gegenwind

Nike befindet sich nach eigener Darstellung im „Mittelteil“ eines mehrstufigen Comebacks. Die Grundlage für den jüngsten Strategieschritt liegt in den Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (per 30. November 2025).

  • Der Umsatz legte um 1 % auf 12,43 Mrd. US-Dollar zu und übertraf damit die Markterwartung von 12,19 Mrd. US-Dollar leicht.
  • Der Nettogewinn ging dagegen deutlich um 32 % zurück.

Die Neubesetzungen in China und EMEA zielen direkt auf Regionen, in denen sich Nike gegenüber Adidas und neuen lokalen Marken in Asien neu behaupten muss. An der Börse spiegelt sich diese Übergangsphase wider: Die Aktie notiert klar unter dem 52-Wochen-Hoch von 82,44 US-Dollar und bewegt sich näher an charttechnischen Unterstützungszonen aus dem späten Jahr 2025.

Ausblick auf die nächsten Wochen

Kurzfristig richtet sich der Blick der Anleger auf zwei Punkte zum Start in die neue Woche:

  1. Eine mögliche offizielle Stellungnahme von Nike zum gemeldeten Cyberangriff und dessen Relevanz.
  2. Die Marktreaktion auf die Umbesetzungen in China und EMEA, insbesondere im vorbörslichen Handel am Montag.

Aus technischer Sicht gilt die Zone um 64 US-Dollar als wichtige Unterstützung, um die seit den Q2-Zahlen laufende Konsolidierung zu halten. Da der nächste Quartalsbericht erst im März ansteht, dürfte die kurzfristige Kursentwicklung vor allem von der Umsetzung der Regionalstrategie und der allgemeinen Stimmung im Sektor abhängen, in dem zuletzt auch Wettbewerber wie Puma und Adidas unter vorsichtigeren Konsumausgaben-Prognosen litten.

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