Ein geopolitischer Schock in Südamerika trifft auf ohnehin angespannte Weltlage – und der Goldpreis schießt auf neue Rekordstände. Davon profitiert Newmont, der weltgrößte Goldproduzent, gleich doppelt: operativ durch hohe Preise und an der Börse durch einen Sprung über die lange beachtete 100-Dollar-Marke. Dazu kommt ein Führungswechsel genau in dem Moment, in dem das Umfeld für Gold so günstig ist wie selten zuvor.

Goldrally nach Venezuela-Einsatz

Auslöser der jüngsten Bewegung ist eine US-Militäraktion am Wochenende, in deren Folge Venezuelas Präsident Nicolás Maduro festgesetzt wurde. Die Sorge vor weiterer Destabilisierung in der Region und möglichen Ansteckungseffekten auf andere Schwellenländer hat Anleger in klassische „Sichere Häfen“ getrieben – allen voran Gold.

Der Goldpreis, der das Jahr 2025 bereits auf einem sehr hohen Niveau um 4.332 US-Dollar je Unze beendet hatte, legte zu Wochenbeginn nochmals deutlich zu und markierte mit rund 4.424 bis 4.430 US-Dollar neue Rekorde. Newmont sprang in diesem Umfeld erstmals über die Marke von 100 US-Dollar je Aktie und notiert aktuell bei 103,88 US-Dollar. Damit liegt die Aktie nur knapp unter ihrem frischen 52‑Wochen-Hoch von 105,78 US-Dollar und rund 34 % über dem Niveau von vor einem Monat.

Neben der Venezuela-Krise wirken weitere Belastungsfaktoren für die Risikobereitschaft: stockende Friedensverhandlungen in Osteuropa, zunehmende Spannungen im Südchinesischen Meer und eine deutliche Ausweitung der Goldkäufe durch Notenbanken. Zentralbanken haben 2025 rund 1.000 Tonnen Gold zugekauft, angeführt von Polen, Kasachstan und China – ein klares Signal, dass die Diversifizierung weg vom US-Dollar an Fahrt gewinnt.

Zusätzlich stützt die Geldpolitik der US-Notenbank die Goldrally. Nach drei Zinssenkungen im Jahr 2025 erwartet der Markt für 2026 mindestens zwei weitere Schritte, während die US-Arbeitslosenquote auf 4,6 % gestiegen ist. Sinkende Zinsen verringern die Opportunitätskosten von zinslosen Anlagen wie Gold und machen das Edelmetall im aktuellen Umfeld noch attraktiver.

Neuer CEO in Rekordumfeld

Interessant ist das Timing des Führungswechsels an der Unternehmensspitze. Zum 1. Januar 2026 hat Natascha Viljoen den CEO-Posten übernommen und folgt damit auf Tom Palmer. Sie startet in einer Phase, in der die Integration der großen Newcrest-Übernahme aus dem Jahr 2023 weitgehend abgeschlossen ist und die Goldpreise neue Höchststände markieren.

Palmer übergibt ein deutlich gestärktes Unternehmen: 2025 erzielte Newmont ein Rekord-Adjusted-EBITDA von 8,7 Milliarden US-Dollar. Allein im dritten Quartal 2025 generierte der Konzern einen freien Cashflow von 1,6 Milliarden US-Dollar – der vierte Quartalswert in Folge mit mehr als 1 Milliarde US-Dollar. Parallel wurde die Bilanz durch Schuldenabbau spürbar entlastet.

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Strategisch hat Newmont sein Portfolio im Laufe des Jahres 2025 gestrafft. Nicht zum Kerngeschäft zählende Minen wie Akyem und Musselwhite wurden verkauft, um Kapital und Managementaufmerksamkeit stärker auf margenträchtige „Tier‑1“-Projekte zu konzentrieren. Das Unternehmen peilt für 2025 eine Goldproduktion von rund 5,9 Millionen Unzen an – Mengen, die in Verbindung mit den aktuellen Preisen erheblichen Cashflow versprechen.

Makrolage stützt den Sektor

Die aktuelle Goldrally ist nicht nur ein Newmont-Thema, sondern branchenweit zu spüren. Auch andere große Produzenten wie Barrick Gold und Agnico Eagle legten am Montag deutlich zu. Der Sektor profitiert davon, dass mehrere Treiber gleichzeitig wirken:

  • Geopolitische Spannungen in Südamerika, Osteuropa und Asien
  • Rekordhohe Goldkäufe durch Zentralbanken (ca. 1.000 Tonnen 2025)
  • Erwartete weitere Zinssenkungen der Fed nach bereits drei Cuts in 2025
  • Suche nach Absicherung angesichts höherer Unsicherheit an Aktien- und Anleihemärkten

Im aktuellen Kursniveau spiegeln sich diese Faktoren bereits deutlich wider. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,1 auf Basis der erwarteten Gewinne gilt Newmont laut Ausgangsdaten dennoch als „angemessen“ bewertet, also nicht völlig abgehoben vom fundamentalen Unterbau.

Ausblick: Spielraum und Risiken

Für die neue CEO Viljoen liegt die unmittelbare Aufgabe darin, die hohen Margen im aktuellen Preisumfeld zu verteidigen. Denn nicht nur Gold, sondern auch Kosten steigen: Analysten verweisen auf anziehende Ausgaben für Arbeit, Energie und Maschinen, die den operativen Hebel auf den Goldpreis teilweise kontern können.

Operativ startet Newmont mit einer bereinigten Bilanz, einer fokussierten Asset-Basis und solider Cashflow-Generierung in das Jahr 2026. Wie nachhaltig der Rückenwind bleibt, hängt wesentlich davon ab, ob sich die Krise in Südamerika beruhigt oder weiter verschärft und in der Folge Energie- und Rohstoffmärkte zusätzlich belastet. In Kombination mit der lockeren Geldpolitik könnte ein anhaltend angespanntes Umfeld den Goldpreis weiter in Richtung der von Marktbeobachtern diskutierten 5.000‑US‑Dollar-Marke treiben – ein Szenario, in dem Newmont strukturell zu den Hauptprofiteuren zählen würde.

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