Newmont Mining Aktie: Rally mit Risiko
Newmont Mining profitiert derzeit gleich doppelt: vom Rekordlauf beim Goldpreis und von einer starken Bilanz. Doch während Cashflow und Analystenstimmen klar Rückenwind liefern, sorgen sinkende Fördermengen und neue Regeln in Ghana für Fragezeichen beim weiteren Potenzial.
Goldboom treibt Bewertung
Newmont ist in den vergangenen zwölf Monaten regelrecht davongezogen. Die Aktie liegt rund 182 % im Plus und hat den breiten US‑Markt damit deutlich hinter sich gelassen. Der Kurs notiert mit gut 114 US‑Dollar praktisch auf Rekordniveau und nur knapp unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 114,63 US‑Dollar.
Treiber ist vor allem der extreme Goldboom: Der Goldpreis ist 2025 um rund 65 % gestiegen und liegt inzwischen über 4.600 US‑Dollar je Unze. Das schlägt direkt auf die Ertragslage durch. Im dritten Quartal 2025 hat Newmont den Gewinn im Jahresvergleich mehr als verdoppelt und mit einem freien Cashflow von 1,6 Milliarden US‑Dollar einen Rekordwert erreicht.
Charttechnisch unterstreicht der Trend die Stärke: Die Aktie notiert klar über dem 50‑ und dem 200‑Tage-Durchschnitt, der „Golden Cross“-Impuls aus April 2025 wirkt damit weiter nach. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von knapp 35 %, seit Jahresbeginn sind es gut 13 %.
Wesentliche Kurstreiber im Überblick:
- Rekordhoher Goldpreis von über 4.600 US‑Dollar je Unze
- Rekord‑Free‑Cashflow von 1,6 Mrd. US‑Dollar im Q3 2025
- Jahresgewinn im Q3 mehr als verdoppelt
- Deutlich gestiegene Käufe institutioneller Investoren
Ahafo North und Portfolioumbau
Operativ meldet Newmont ebenfalls Fortschritte. Im Oktober 2025 hat der Konzern in Ghana beim Projekt Ahafo North die kommerzielle Produktion aufgenommen, nachdem im September das erste Gold gegossen wurde.
Die Mine soll zwischen 275.000 und 325.000 Unzen Gold pro Jahr liefern, und das über eine geschätzte Laufzeit von 13 Jahren. Die volle Kapazität wird für 2026 angepeilt. Damit erweitert Newmont seine Produktionsbasis in einem Umfeld hoher Preise – ein wichtiger Baustein, um den Cashflow auf hohem Niveau zu halten.
Parallel dazu hat das Unternehmen sein Programm zum Verkauf nicht zum Kerngeschäft zählender Vermögenswerte im April 2025 abgeschlossen. Aus diesen Veräußerungen – darunter die Akyem‑Mine in Ghana und die Porcupine‑Operation in Kanada – flossen nach Steuern rund 3 Milliarden US‑Dollar. Der Fokus liegt damit stärker auf profitableren, strategisch wichtigen Minen.
Analysten schrauben Kursziele hoch
Die starke Entwicklung bleibt an der Wall Street nicht unbemerkt. Mehrere große Häuser haben ihre Kursziele für Newmont in den vergangenen Wochen angehoben:
- Citi: von 104 auf 118 US‑Dollar
- Raymond James: von 99 auf 111 US‑Dollar
- Jefferies: von 113 auf 120 US‑Dollar
- Goldman Sachs: von 99,90 auf 123,90 US‑Dollar
Beim Blick auf die Gewinnschätzungen zeigt sich, warum die Stimmung so positiv ist. Für 2025 wird ein Ergebnis von 6,32 US‑Dollar je Aktie erwartet – ein Sprung von rund 81,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Für 2026 rechnen Analysten nochmals mit einem Plus von 15,4 %.
Mit einem Forward-KGV von etwa 15,4 liegt Newmont leicht über dem Branchenschnitt von 14,7. Angesichts des starken Gewinnwachstums werten viele Marktteilnehmer diesen Aufschlag offenbar als vertretbar.
Politikrisiko in Ghana
Auf der anderen Seite steigt der politische Druck in einem wichtigen Förderland. In Ghana plant die Regierung, bestehende Stabilitätsabkommen mit Newmont und anderen großen Goldproduzenten zu kündigen und gleichzeitig die Lizenzabgaben zu verdoppeln.
Zusätzlich sollen strengere Vorgaben zum lokalen Anteil an Lieferketten und Dienstleistungen eingeführt werden. Beides zusammen dürfte die Kostenstruktur der ghanaischen Minen spürbar verändern. Für Newmont betrifft das unter anderem das neue Ahafo-North-Projekt, das eigentlich als Wachstumsbaustein gedacht ist.
Kurzfristig entstehen dadurch Unsicherheiten, wie sich Margen und Investitionspläne in Ghana anpassen müssen. Das politische Risiko rückt damit stärker in den Vordergrund – ein klassisches Thema im Rohstoffsektor.
Förderrückgang bremst den Optimismus
Trotz Rekord-Cashflow zeigt die Produktionsseite Schwächen. Im dritten Quartal 2025 sind die Goldfördermengen im Jahresvergleich um rund 15 % auf 1,42 Millionen Unzen zurückgegangen – der dritte Rückgang in Folge auf Quartalsbasis. Dennoch hält Newmont an seiner Prognose für 2025 von etwa 5,9 Millionen Unzen fest.
Die Ursachen für den Rückgang liegen in mehreren strukturellen Faktoren:
- Verkauf nicht strategischer Minen im Zuge des Portfolioumbaus
- Abnehmende Erzgehalte in wichtigen Betrieben
- Geplante Stillstände in Penasquito und Lihir
- Ende des Abbaus im Subika‑Tagebau
Diese Punkte zeigen: Der aktuelle Gewinnsprung basiert zu einem guten Teil auf dem hohen Goldpreis und Kostenkontrolle, nicht auf steigendem Volumen. Das begrenzt das Wachstumspotenzial, solange neue Projekte wie Ahafo North den Rückgang nicht vollständig kompensieren.
Bilanzstärke als Puffer
Finanziell steht Newmont solide da. Die Liquidität liegt bei 9,6 Milliarden US‑Dollar, davon 5,6 Milliarden in Kasse und kurzfristigen Mitteln. In den vergangenen zwei Jahren hat der Konzern mehr als 5,7 Milliarden US‑Dollar an Aktionäre ausgeschüttet – über Dividenden und Aktienrückkäufe.
Gleichzeitig wurde im dritten Quartal 2025 die Verschuldung um rund 2 Milliarden US‑Dollar reduziert. In der Folge liegt die Nettoverschuldung nahezu bei Null. Diese Kombination aus hoher Liquidität und niedriger Verschuldung verschafft dem Management Spielraum: für weitere Kapitalrückflüsse, Investitionen in neue Projekte oder zur Abfederung möglicher Belastungen durch Regulierung und Förderrückgänge.
Der nächste Prüfstein steht bereits fest: Am 18. Februar 2026 legt Newmont die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob das Unternehmen seine starke Cashflow-Generierung trotz rückläufiger Produktion bestätigen und gleichzeitig erste Antworten auf die verschärften Rahmenbedingungen in Ghana liefern kann.
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