Netflix startet in einer der turbulentesten Phasen der Unternehmensgeschichte in das Jahr 2026. Die geplante Übernahme von Warner Bros. für 82,7 Milliarden Dollar dominiert das Geschehen und hat den Aktienkurs zuletzt massiv unter Druck gesetzt. Während ein Bieterwettstreit mit Paramount tobt und Kartellwächter genau hinsehen, fragen sich Anleger: Ist die Wachstumsstory intakt oder übernimmt sich der Streaming-Gigant?

Historischer Deal mit Hürden

Der am 5. Dezember 2025 angekündigte Kauf der Streaming- und Studioaktivitäten von Warner Bros. Discovery (WBD) wäre die größte Transaktion in der Geschichte von Netflix. Der Deal bewertet WBD mit 27,75 Dollar je Aktie, was einem Unternehmenswert von rund 82,7 Milliarden Dollar entspricht. Die Finanzierung erfolgt über einen Mix aus Barmitteln und Aktien sowie der Übernahme von 10,7 Milliarden Dollar Nettoschulden.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Netflix?

Netflix sichert sich durch diesen Schachzug wertvolle Assets:
* Die Warner Bros. Film- und Fernsehstudios
* Die Streamingdienste HBO und HBO Max
* Franchises wie "Game of Thrones", "Harry Potter" und DC Comics

Interessant ist die Struktur der Vereinbarung: Das klassische TV-Geschäft um CNN, TNT Sports und Discovery Channel ist explizit ausgeklammert und soll im dritten Quartal 2026 als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden.

Gegenwind von Paramount und Politik

Die Transaktion ist jedoch noch nicht in trockenen Tüchern. Paramount Skydance sorgt mit einem konkurrierenden Barangebot von 30 Dollar je Aktie für Unsicherheit. Zwar empfiehlt das Board von Warner Bros. Discovery die Annahme der Netflix-Offerte, doch der höhere Barbetrag der Konkurrenz setzt das Management unter Rechtfertigungsdruck. Sollte der Deal an fehlenden Genehmigungen scheitern, wird eine "Breakup Fee" von 5,8 Milliarden Dollar fällig.

Gleichzeitig formiert sich Widerstand auf regulatorischer Ebene. Disney-CEO Bob Iger warnte öffentlich vor einer zu großen Preismacht des kombinierten Konzerns. Auch aus der Politik kommen kritische Töne: Mit über 300 Millionen Abonnenten weltweit steht die Marktmacht von Netflix bereits jetzt im Fokus der US-Kartellbehörden.

Analysten sehen Verwässerungsgefahr

Die Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Aktienkurs wider. Das Papier verlor im vierten Quartal 2025 rund 20 Prozent an Wert und notiert aktuell bei 93,78 Dollar – ein Minus von über 30 Prozent gegenüber dem Allzeithoch vom Juni 2025. Auch der im November durchgeführte Aktiensplit im Verhältnis 1:10 konnte den Abwärtstrend nicht stoppen.

An der Wall Street herrscht Uneinigkeit über die strategische Sinnhaftigkeit. Während die Bank of America das wertvolle geistige Eigentum hervorhebt und am Kaufvotum festhält, strichen andere Häuser ihre Kursziele drastisch zusammen. Huber Research stufte die Aktie doppelt auf "Underweight" ab und bezeichnete den Deal als "sehr riskant". Die Sorge: Die Übernahme könnte den freien Cashflow je Aktie verwässern und die Bilanz durch die benötigte Brückenfinanzierung von 59 Milliarden Dollar übermäßig belasten.

Blick auf die Zahlen

Am 20. Januar 2026 wird Netflix seine Bücher für das abgelaufene vierte Quartal öffnen. Der Markt erwartet einen Umsatz von 12 Milliarden Dollar, was einem Wachstum von 17 Prozent entspräche. Der Gewinn je Aktie wird bei 0,55 Dollar gesehen. Investoren werden besonders darauf achten, ob das Kerngeschäft trotz der M&A-Ablenkung weiter wächst und wie sich der Werbebereich entwickelt, der im Vorquartal Rekordwerte erzielte. Ein Abschluss der Warner-Transaktion wird frühestens für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet.

Netflix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Netflix-Analyse vom 01. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Netflix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Netflix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Netflix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...