Netflix Aktie: Neues Kapitel nach WBD-Absage
Drei Monate lang rang Netflix um Warner Bros. Discovery — und entschied sich am Ende bewusst gegen den Deal. Statt eines 83-Milliarden-Dollar-Mammutprojekts setzt der Streamingriese nun auf organisches Wachstum, KI-gestützte Produktionstechnologie und ein Werbegeschäft, das gerade erst Fahrt aufnimmt. Die Märkte quittierten den Rückzug mit einem Kurssprung von knapp 14%.
Warum Netflix den WBD-Deal nicht erhöht hat
Der Abgang war keine spontane Entscheidung. Netflix hatte die Übernahme von WBDs Studios und Streaming-Assets im Dezember 2025 für rund 83 Milliarden Dollar vereinbart. Als Paramount Skydance im Februar 2026 ein Konkurrenzangebot von 31 Dollar je Aktie vorlegte — gegenüber Netflix' ursprünglichen Konditionen deutlich höher — hätte Netflix nachbessern müssen. CEO Ted Sarandos und Co-CEO Greg Peters lehnten ab: Der Deal sei „finanziell nicht mehr attraktiv".
Für Anleger war das eine Erleichterung. Die Sorge vor einem schuldenfinanzierten Integrationsprojekt mit einem klassischen Hollywood-Studio hatte die Aktie monatelang belastet. Paramount übernimmt zudem die Breakup-Fee von 2,8 Milliarden Dollar, die WBD an Netflix gezahlt hätte.
Die KI-Wette: Ben Afflecks InterPositive
Nur eine Woche nach dem WBD-Rückzug gab Netflix die Übernahme von InterPositive bekannt — dem KI-Unternehmen von Ben Affleck. Der Kaufpreis liegt bei bis zu 600 Millionen Dollar in bar, wobei der tatsächliche Betrag darunter liegt; weitere Zahlungen sind an Leistungsziele geknüpft. Damit gehört der Deal zu den größten Akquisitionen in der Unternehmensgeschichte, übertroffen nur vom Kauf der Roald Dahl Story Company für rund 700 Millionen Dollar.
InterPositive entwickelt KI-Werkzeuge für die Postproduktion: Das System analysiert die Drehtage einer Produktion und unterstützt Filmemacher beim Colorgrading, Relighting und bei visuellen Effekten. Regisseur David Fincher hat die Technologie bereits für einen kommenden Film mit Brad Pitt eingesetzt. Netflix plant, das Tool seinen Kreativpartnern zugänglich zu machen — eine kommerzielle Vermarktung ist nicht vorgesehen.
Affleck selbst wechselt als Senior Advisor zu Netflix. Chief Technology Officer Elizabeth Stone betonte, die Technologie solle Filmemacher stärken, nicht ersetzen.
Starke Zahlen, wachsendes Werbegeschäft
Das strategische Umdenken trifft auf ein finanziell gesundes Unternehmen. Die operative Marge lag 2025 bei 29,5% — gegenüber 18% im Jahr 2020 ein deutlicher Sprung. Für das erste Quartal 2026 erwartet Netflix einen Umsatz von 12,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 15,3% gegenüber dem Vorjahr, bei einem operativen Ergebnis von 3,9 Milliarden Dollar.
Das Werbegeschäft entwickelt sich zum zweiten Wachstumsmotor: 1,5 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2025 sollen sich 2026 auf 3 Milliarden Dollar verdoppeln. Für das Gesamtjahr peilt Netflix einen Umsatz von rund 51,2 Milliarden Dollar an — 13% mehr als 2025.
Organisch statt akquisitorisch
Intern hat Netflix laut einem internen Schreiben an die Belegschaft klargestellt, nicht durch Großübernahmen wachsen zu wollen — sondern so, wie es das Unternehmen die meisten seiner fast 30 Jahre getan hat: aus eigener Kraft. Rund 20 Milliarden Dollar fließen 2026 in Inhalte. Die Abrufstunden eigener Originals stiegen im zweiten Halbjahr 2025 um 9% — nach 7% im ersten Halbjahr, eine klare Beschleunigung.
Mit dem Q1-Bericht am 16. April wird sich zeigen, ob das Werbegeschäft die prognostizierte Wachstumsdynamik bestätigt und die InterPositive-Integration erste operative Spuren hinterlässt. Bis dahin bleibt das KGV von 38,4 ein Faktor, den Bewertungsskeptiker im Blick behalten dürften.
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