Netflix Aktie: Megadeal belastet
Netflix startet schwach ins neue Jahr. Der geplante Kauf der Warner-Bros.-Studio- und Streaming-Sparte für 82,7 Milliarden US-Dollar verunsichert viele Anleger und drückt weiter auf den Kurs. Aus einer klaren Streaming-Story wird plötzlich ein hochkomplexer Transformationsdeal – mit entsprechendem Risiko.
Der 82,7-Milliarden-Deal im Überblick
Die Transaktion bewertet die Warner-Bros.-Vermögenswerte mit rund 72 Milliarden Dollar Eigenkapital und 82,7 Milliarden Dollar Enterprise Value. Für Netflix wäre das ein strategischer Einschnitt und eine deutliche Abkehr vom bislang fokussierten Streaming-Modell.
Wichtige Rahmendaten des Deals:
- Abschlusszeitraum: Erwartet in 12 bis 18 Monaten
- Synergien: 2 bis 3 Milliarden Dollar jährliche Kosteneinsparungen ab Jahr drei
- Gewinnbeitrag (EPS): Positiver Effekt ab Jahr zwei nach Closing erwartet
- Strukturvoraussetzung: Warner Bros. Discovery muss zuvor das Global-Networks-Geschäft in Discovery Global ausgliedern (erwartet im dritten Quartal 2026)
Damit hängt der Zeitplan nicht nur von Behördenentscheidungen, sondern auch von internen Umstrukturierungen bei Warner Bros. Discovery ab. Die geplante lange Übergangsphase erhöht die Unsicherheit für Aktionäre.
Konkurrenzangebot und Regulierung als Störfaktoren
Zusätzliche Spannung bringt ein konkurrierendes Angebot ins Spiel. Paramount Skydance ist als Gegenbieter aufgetreten, woraufhin Warner Bros. Discovery Mitte Dezember öffentlich von einem „unterlegenen“ Angebot sprach und seine Aktionäre aufforderte, am Netflix-Deal festzuhalten.
Netflix stuft die feindliche Offerte als „vollkommen erwartet“ ein und zeigt sich weiter zuversichtlich, die Transaktion zum Abschluss zu bringen. Gleichzeitig droht aber intensive Fusionskontrolle: Die zuständigen Wettbewerbsbehörden könnten den ohnehin ambitionierten Zeitplan weiter verzögern oder Auflagen verlangen.
Starkes operatives Geschäft
Operativ präsentiert sich Netflix trotz Kursdruck weiterhin solide:
- Umsatzwachstum Q3 2025: 17 % gegenüber dem Vorjahr
- Ausblick Q4 2025: Erneut rund 17 % Umsatzplus erwartet
- Werbegeschäft: Soll sich 2025 mehr als verdoppeln
- Abonnenten: Über 300 Millionen zahlende Kunden weltweit
- Stranger Things Staffel 5: Volume 1 erreicht fast 103 Millionen Views in vier Wochen
Im dritten Quartal 2025 erzielte der Konzern Rekordreichweiten in den USA und im Vereinigten Königreich. Die Staffeln 1 bis 4 von Stranger Things summierten sich auf mehr als 1,2 Milliarden Views und unterstreichen die globale Reichweite des Dienstes.
Die Geschäftszahlen zeigen damit ein intaktes Wachstum, das an der Börse derzeit jedoch von der Deal-Debatte überlagert wird.
Bewertung und verändertes Risikoprofil
Trotz der jüngsten Kursverluste ist die Bewertung ambitioniert: Die Aktie wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 38 gehandelt, das Forward-KGV liegt bei 29. Netflix legt die Zahlen für das vierte Quartal 2025 am 20. Januar vor. Das Management stellt verwässerte Gewinne je Aktie von 5,45 Dollar in Aussicht, nach 5,40 Dollar im dritten Quartal 2024.
Der geplante Warner-Bros.-Zukauf verändert das Risikoprofil grundlegend. Aus einer vergleichsweise klaren Investment-Story mit Fokus auf Skalierung im Streaming, steigender Nutzung, verbesserten Margen und wachsendem freien Cashflow wird ein deutlich komplexeres Konstrukt mit Integrations- und Regulierungsrisiken.
Solange der Abschluss in einem Zeitfenster von 12 bis 18 Monaten offen ist, dürfte diese Unsicherheit ein zentraler Belastungsfaktor für die Aktie bleiben – unabhängig davon, wie robust das operative Geschäft kurzfristig läuft.
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