Netflix steht weiter unter Druck. Der Kurs ist auf das niedrigste Niveau seit April gefallen, ausgelöst durch Sorgen um die geplante 82,7‑Milliarden‑Dollar-Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) und ein gesenktes Kursziel von Goldman Sachs. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob der Markt die Risiken der Mega-Übernahme bereits ausreichend eingepreist hat.

Warner-Deal rückt in den Fokus

Am Freitag schloss die Aktie bei 89,44 US‑Dollar, rund 1,2 % tiefer. Auslöser waren neue Signale aus dem Fusionsprozess mit WBD: Dessen Aufsichtsrat hat ein konkurrierendes, vollständig in bar angebotenes Übernahmeangebot von Paramount Skydance abgelehnt und damit die bestehende Fusionsvereinbarung mit Netflix faktisch bestätigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal tatsächlich umgesetzt wird, ist damit deutlich gestiegen.

Der Zusammenschluss bewertet WBD mit einem Unternehmenswert von 82,7 Milliarden US‑Dollar. Pro WBD‑Aktie sind 23,25 US‑Dollar in bar und 4,50 US‑Dollar in Netflix-Aktien vorgesehen. Kern der Skepsis ist die hohe Verschuldung, die Netflix für den Barkomponentenanteil aufnehmen muss. Seit den ersten Gerüchten im Oktober und der offiziellen Ankündigung im Dezember hat die Aktie rund 27 % an Wert verloren.

Goldman Sachs verschärfte den Druck zusätzlich. Die Bank bestätigte zwar ihr „Neutral“-Rating, senkte aber das Kursziel deutlich von 130 auf 112 US‑Dollar. Begründet wurde dies mit Unsicherheit über den regulatorischen Prozess bis zum Abschluss der Transaktion sowie mit operativen Integrationsrisiken eines großen traditionellen Studios.

Wesentliche Punkte im Überblick:

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  • WBD bewertet mit 82,7 Mrd. US‑Dollar Enterprise Value
  • Dealstruktur: 23,25 US‑Dollar Cash + 4,50 US‑Dollar Netflix-Aktien je WBD‑Aktie
  • Netflix‑Kurs seit Oktober rund 27 % tiefer
  • Goldman‑Kursziel von 130 auf 112 US‑Dollar reduziert, Rating „Neutral“

Marktreaktion und Insider-Verkäufe

Der Streamingsektor insgesamt zeigte sich schwächer, Netflix schnitt jedoch schlechter ab als der S&P 500. Die Absage an das Paramount‑Skydance‑Gebot, das von einigen Netflix‑Aktionären als potenzielle „Rettung“ vor dem teuren WBD‑Deal gesehen wurde, zwingt den Markt, ein sehr hohes Abschlussrisiko des Netflix‑WBD‑Mergers einzupreisen.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Aktie durch gemeldete Insidertransaktionen: Aus Unterlagen der US‑Aufsichtsbehörden geht hervor, dass der US‑Abgeordnete Jonathan L. Jackson am Donnerstag und Freitag ein größeres Paket Netflix‑Aktien im Wert zwischen 50.000 und 100.000 US‑Dollar verkauft hat. Solche politischen und Insider‑Transaktionen sind zwar nicht ungewöhnlich, der Zeitpunkt fällt jedoch in eine Phase ausgeprägter institutioneller Skepsis gegenüber der geplanten Übernahme.

Bewertung und regulatorische Risiken

Bewertungsseitig hat der Markt Netflix bereits deutlich zurückgestuft. Die Aktie wird aktuell mit etwa dem 28‑fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 34. Diese Kompression spiegelt die Neubewertung des Geschäftsprofils wider: vom reinen Streaminganbieter hin zu einem breiter aufgestellten Medienkonzern mit klassischen Altlasten.

Die Transaktion trifft zudem auf wachsenden Widerstand der Wettbewerbshüter. Wettbewerbsrechtliche Bedenken nehmen zu, da der Zusammenschluss zwei umfangreiche Medienbibliotheken unter einem Dach bündeln würde. In diesem Umfeld rücken insbesondere die vereinbarte Abbruchgebühr („break fee“) und die Integrationskosten in den Fokus der skeptischen Marktteilnehmer und überlagern derzeit mögliche langfristige Inhaltssynergien.

Ausblick: Zahlen und wichtige Marken

Der nächste Belastungstest steht bereits fest: Am Dienstag, den 20. Januar, legt Netflix die Zahlen für das vierte Quartal vor. Der Konsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 0,55 US‑Dollar bei Erlösen von 11,97 Milliarden US‑Dollar.

Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen. Der Kurs ist unter die psychologisch wichtige Marke von 90 US‑Dollar gefallen und markiert Mehrmonatstiefs. Die Zone um 82 US‑Dollar, zugleich das 52‑Wochen‑Tief, gilt als nächste wichtige Unterstützung. Auf der anstehenden Telefonkonferenz dürften Aussagen zum Zeitplan des WBD‑Deals, zu regulatorischen Hürden und zur geplanten Schuldenstruktur entscheidend dafür sein, ob sich der Druck auf die Aktie verschärft oder vorerst nachlässt.

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