Knapp vier Wochen vor der Hauptversammlung präsentiert der Schweizer Nahrungsmittelkonzern ein widersprüchliches Bild. Während der Nettogewinn im vergangenen Jahr spürbar schrumpfte, winkt den Aktionären eine höhere Ausschüttung. Hinter den Kulissen treibt das Management gleichzeitig einen der größten Konzernumbauten der jüngeren Unternehmensgeschichte voran.

Auf der Agenda für den 16. April steht ein bemerkenswerter Vorschlag. Das Management plant eine Dividende von 3,10 Schweizer Franken je Aktie, was eine leichte Anhebung gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Dieser Schritt überrascht durchaus, denn die Gesamterlöse sanken 2025 auf 89,49 Milliarden Franken. Der Nettogewinn ging sogar um 17 Prozent auf 9,03 Milliarden Franken zurück. An der Börse spiegelt sich diese gemischte Nachrichtenlage wider. Mit einem aktuellen Kurs von 83,76 Euro verzeichnet das Papier auf Wochensicht ein Minus von gut sechs Prozent.

Fokus auf den strategischen Kern

Um die Profitabilität wieder zu steigern, schärft der Konzern sein Profil. Künftig bilden Kaffee, Tiernahrung und Ernährung den strategischen Kern, der rund 70 Prozent des Umsatzes ausmacht. Randbereiche werden konsequent abgestoßen. Das verbleibende Eiscremegeschäft wandert an Froneri, und für die Wasser- sowie Premiumgetränkesparte läuft bereits ein formeller Verkaufsprozess.

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Gleichzeitig greift das Sparprogramm „Fuel for Growth“ besser als vom Markt erwartet. Im vergangenen Jahr brachte es Einsparungen von 1,1 Milliarden Franken ein und übertraf das Ziel damit deutlich. Für das laufende Jahr hob das Management die angestrebten Einsparungen auf 2,0 Milliarden Franken an.

Neuer Bonus und teure Altlasten

Parallel zur Portfolio-Bereinigung ändert sich die interne Kultur. Ein neues Leistungsmesssystem koppelt Bonuszahlungen nun direkt an das mengenbasierte Umsatzwachstum, das sogenannte reale interne Wachstum (RIG). Ohne dieses Wachstum fließen keine Prämien mehr.

Einen teuren Dämpfer für eben diese Wachstumsambitionen lieferte zuletzt ein globaler Rückruf von Säuglingsnahrung im Januar. Verunreinigungen durch einen externen Lieferanten kosteten den Konzern bereits 185 Millionen Franken. Für das laufende erste Quartal rechnet die Führungsebene mit weiteren Belastungen in Höhe von rund 200 Millionen Franken.

Trotz dieser Gegenwinde peilt der Konzern für 2026 ein organisches Wachstum von drei bis vier Prozent an. Die Dynamik soll sich besonders in der zweiten Jahreshälfte beschleunigen. Ein erstes konkretes Stimmungsbild der Aktionäre zu diesem Kurswechsel liefert die anstehende Generalversammlung Mitte April, bei der unter anderem Ex-SNB-Präsident Thomas Jordan zur Wahl in den Verwaltungsrat steht.

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