Nestlé Aktie: Rückruf-Debakel belastet
Nestlé kämpft mit den Folgen einer Kontamination in der Säuglingsnahrung. CEO Philipp Navratil entschuldigte sich am Dienstag öffentlich für den weltweiten Rückruf, der über 60 Länder betrifft. Die Krise trifft den Konzern zur Unzeit: Der neue Chef versucht gerade, nach einem turbulenten Jahr das Wachstum wiederzubeleben. Die Aktie steht unter Druck.
Die wichtigsten Fakten:
- Rückruf betrifft Marken wie NAN, SMA, BEBA und Alfamino
- Ursache: Cereulid-Kontamination durch ARA-Öl eines Zulieferers
- Keine bestätigten Krankheitsfälle bisher
- Säuglingsnahrung macht 21% des Konzernumsatzes aus (ohne PetCare)
Problem seit Dezember bekannt
Die Qualitätsprobleme in einer niederländischen Fabrik wurden bereits im Dezember 2025 identifiziert. Die Kontamination geht auf einen Zulieferer von ARA-Öl zurück – ein Inhaltsstoff, der in verschiedenen Säuglingsnahrungsprodukten verwendet wird. Alle Rückrufe sind laut Navratil inzwischen eingeleitet.
Verbraucherschützer kritisieren die Kommunikation scharf. FoodWatch International wirft Nestlé vor, europäische Behörden bereits im Dezember informiert, den öffentlichen Rückruf jedoch erst Anfang Januar gestartet zu haben. "Es ist inakzeptabel, dass Informationen nur tröpfchenweise an uns weitergegeben werden", so FoodWatch-Direktorin Nicole van Gemert.
Zusätzliche Belastung für neuen CEO
Die Krise trifft Navratil, der erst seit September 2025 an der Konzernspitze steht, in einer ohnehin schwierigen Phase. Der CEO hatte nach Management-Wechseln eine Portfolio-Überprüfung angekündigt, um das Wachstum wiederzubeleben. Seit Bekanntgabe des Rückrufs am 5. Januar verzeichnet die Aktie deutliche Verluste.
Das betroffene Segment wiegt schwer: Die spezialisierte Ernährung macht 21% des Nettoumsatzes aus, zusammen mit PetCare sogar 37%.
Analysten gespalten
Jefferies stuft die Aktie mit "Hold" ein und erwartet ein "dramatisches, aber letztlich konstruktives Reset-Jahr" für 2026. Die Bank senkte ihre Prognose für das organische Umsatzwachstum von 3,5% auf 2,8%, sieht jedoch eine Verbesserung beim Volumen-Mix.
Berenberg zeigt sich optimistischer und bestätigte im November das "Buy"-Rating. Die Analysten rechnen für 2026 mit einer Erholung der Margen und einem EPS-Wachstum von 4%. S&P Global Ratings hatte im Oktober den Ausblick auf "Negativ" gesenkt, da die Verschuldungsquote 2025 auf rund 3,0x steigen dürfte.
Am 19. Februar präsentiert Nestlé die Jahresergebnisse 2025. Dann wird Navratil seine Strategie und die Guidance für 2026 darlegen müssen. Der Konsens geht von einem Umsatz von rund 89,8 Mrd. CHF für 2025 aus – ein Rückgang von 1,7% gegenüber dem Vorjahr. Investoren erwarten konkrete Maßnahmen zur Wiederherstellung des Vertrauens.
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