Politische Signale für grünen Wasserstoff nehmen zu, doch bei Nel ASA prallen langfristige Erwartungen und aktuelle Marktrealität aufeinander. Ambitionierte Ausbaupläne wie die „Hamburg Declaration“ treffen auf verhaltene Investitionen und schwache Kennzahlen. Wie stark belasten diese Gegensätze die Aktie?

Politische Pläne, begrenztes Kapital

Neun Nordsee-Anrainerstaaten, darunter Norwegen, haben die „Hamburg Declaration“ unterzeichnet. Die Energieminister wollen erneuerbaren Wasserstoff auf See gezielt ausbauen und die regionale Energieinfrastruktur stärker vernetzen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nel ASA?

Kernpunkt ist ein Rahmen für bis zu 100 Gigawatt grenzüberschreitende Offshore-Windkapazität bis 2050. Diese geplante Ausbaugröße gilt als zentrale Voraussetzung, um grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab produzieren zu können.

Dem stehen jedoch deutlich nüchternere Investitionszahlen gegenüber. Laut einem Bericht von Ende Januar 2026 flossen 2025 weltweit rund 2,3 Billionen US‑Dollar in die Energiewende – ein Rekordwert. Der Wasserstoffbereich blieb davon aber weitgehend abgekoppelt: In saubere Wasserstoffprojekte gingen lediglich rund 7,3 Milliarden US‑Dollar.

Das unterstreicht eine Lücke zwischen weitreichenden politischen Zielen und der tatsächlichen Kapitalallokation. Gleichzeitig bleibt der Markt für Wasserstoffinfrastruktur insgesamt unterkühlt. Branchenvertreter verweisen auf hohe Kosten und verhaltene Nachfrage. Die Kostenprognosen für grünen Wasserstoff wurden nach oben angepasst, vor allem wegen gestiegener Energie‑, Arbeits‑ und Materialaufwendungen. Hohe Kapitalkosten für zentrale Infrastruktur gelten weiterhin als wesentliche Hürde.

Nel ASA Aktie im Abwärtstrend

Diese Gemengelage spiegelt sich im Kursverlauf der Nel-ASA-Aktie wider. Das Papier befindet sich klar in einem Abwärtstrend. Innerhalb von zwei Jahren hat sich der Kurs von Niveaus über 5,00 NOK bis Mitte Januar 2026 auf etwa 2,28 NOK zurückgezogen.

Der Rückgang steht im Zusammenhang mit schwächeren berichteten Erlösen im Jahr 2025 und anhaltender Unsicherheit im Markt für Wasserstoffausrüstung. Im dritten Quartal 2025 sanken die Erlöse aus Kundenverträgen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17 %.

Stichpunkte zur Lage:

  • Politische Ambition: Neun Nordsee-Staaten bekräftigen mit der „Hamburg Declaration“ den Ausbau erneuerbaren Wasserstoffs.
  • Investment-Ausnahme: Trotz Rekord von 2,3 Billionen US‑Dollar für die Energiewende 2025 blieb Wasserstoff mit 7,3 Milliarden US‑Dollar eine Randgröße.
  • Branchendruck: Der Markt für sauberen Wasserstoff zeigt sich 2026 verhalten, belastet von hohen Kosten und schleppendem Infrastrukturausbau.
  • Kostenniveau: Hohe Kapitalkosten für zentrale Projekte bremsen die Entwicklung.

Widersprüchliche Signale für Anleger

Für die Aktie von Nel ASA ergeben sich damit gegensätzliche Einflüsse. Auf der einen Seite stärken Initiativen wie die „Hamburg Declaration“ die langfristige Perspektive für grünen Wasserstoff und damit auch für Anbieter von Wasserstofftechnologie. Auf der anderen Seite bleibt der tatsächliche Mittelzufluss in den Sektor deutlich hinter dem allgemeinen Investitionstempo der Energiewende zurück.

Der aktuelle Kursverlauf der Aktie spiegelt diese Zurückhaltung wider. Der Markt zeigt sich risikoscheu gegenüber Wasserstoffwerten, solange hohe Kosten, schwächere Umsätze und langsamer als geplant wachsender Infrastrukturausbau das Bild prägen. Entsprechend liegt die Konsenseinschätzung der Analysten für die Aktie derzeit bei „Sell“.

Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 27. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nel ASA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...