Nasdaq 100: Panik vor US-Jobdaten
Der Nasdaq 100 steht unter Druck. Futures notieren am frühen Freitagmorgen bei 24.585 Punkten – ein Minus von 171 Punkten oder 0,69 Prozent. Die Nervosität vor dem US-Arbeitsmarktbericht greift um sich, während gleichzeitig der Ölpreis-Schock nachwirkt. Schon am Donnerstag hatte der Dow Jones 785 Punkte verloren, die Verluste zeitweise 1.100 Punkte überschritten. Der Tech-Index hielt sich vergleichsweise stabil, konnte aber die Gewinne vom Mittwoch nicht verteidigen.
Ölpreis-Schock belastet
Die Eskalation im Nahen Osten dominiert das Marktgeschehen. Die US-israelische Militäroperation gegen Iran, gestartet am 28. Februar, hat die Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Brent-Öl kletterte auf 85 Dollar pro Barrel – höchster Stand seit Sommer 2024. WTI-Öl schoss in der ersten Märzwoche um 18 Prozent nach oben, auf über 81 Dollar.
Die Folge: Inflationssorgen kehren zurück. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,14 Prozent – ein Drei-Wochen-Hoch. Der VIX-Angstindex sprang um knapp 20 Prozent auf 23,78 Punkte. Zinssenkungserwartungen wurden brutal zusammengestrichen: Statt 60 Basispunkten preist der Markt nur noch 35 bis 40 Punkte ein. Viele Händler bezweifeln jede Bewegung vor Oktober 2026.
Broadcom als einsamer Lichtblick
Inmitten des Chaos lieferte Broadcom einen Blockbuster ab. Der Chipkonzern meldete für Q1 einen Rekordumsatz von 19,3 Milliarden Dollar – plus 29 Prozent zum Vorjahr. Der Gewinn je Aktie erreichte 2,05 Dollar. Die Aktie legte nachbörslich rund 5,3 Prozent zu, von 317,53 auf etwa 334 Dollar.
Besonders beeindruckend: Die AI-Chip-Sparte explodierte um 106 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Für Q2 stellte CEO Hock Tan einen Umsatz von 22 Milliarden Dollar in Aussicht – deutlich über den Erwartungen von 20,4 Milliarden. Goldman Sachs und J.P. Morgan erhöhten ihre Kursziele. Tans Prognose, die AI-Chip-Verkäufe würden 2027 die 100-Milliarden-Marke knacken, sorgte für Aufsehen.
Broadcom stemmt sich gegen den Index-Abwärtstrend. Ob die Kraft reicht, hängt von den Makrodaten ab.
Tech-Giganten unter Beschuss
Die Mittwochs-Erholung war nur ein kurzes Aufbäumen. AMD hatte um 5,5 Prozent zugelegt, Micron um 5,6 Prozent, Amazon um 3,9 Prozent. Am Donnerstag gab der Großteil davon wieder nach.
Amazon kämpft seit Wochen: Im Februar verlor die Aktie 12,24 Prozent, rutschte von 226,50 auf 210 Dollar. Tesla steht unter Sonderdruck – die UK-Verkäufe brachen im Februar um 45,2 Prozent ein, auf nur 2.208 Fahrzeuge.
Die Verliererliste liest sich wie das Who's Who der Tech-Welt: Nvidia, Alphabet, TSMC, Meta, Apple, Eli Lilly, JPMorgan. Alles, was Wachstum verspricht, wird abgestraft.
Technisch angeschlagen
Der Nasdaq 100 hatte schon vor der Iran-Krise Probleme. Seit dem Januar-Hoch bei 26.054 Punkten bildete sich ein absteigendes Dreieck. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 24.106 wurde unterschritten – ein bärisches Signal. Der RSI steht bei 45,33, neutral bis schwach.
Die 52-Wochen-Spanne reicht von 16.542 bis 26.182 Punkten. Aktuell bewegt sich der Index im unteren Drittel. Widerstand liegt bei 25.174 Punkten (Donnerstags-Hoch), dann bei 25.500. Unterstützung findet sich im Bereich um 24.000 – die strukturelle Bodenzone.
Arbeitsmarktbericht entscheidet
Um 14:30 Uhr MEZ fallen die Würfel. Erwartet werden 55.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft, nach 130.000 im Januar. Die Arbeitslosenquote soll bei 4,3 Prozent verharren. Der ADP-Bericht hatte mit 63.000 neuen Jobs im Privatsektor positiv überrascht – der stärkste Zuwachs seit November.
Ein robuster Arbeitsmarkt würde die Soft-Landing-These stützen und Tech-Bewertungen stabilisieren. Schwache Daten kombiniert mit steigendem Ölpreis könnten die 24.000er-Marke ins Visier nehmen. Broadeom bietet fundamentalen Rückenwind. Ob er sich gegen Geopolitik und Inflation durchsetzt, zeigt sich in wenigen Stunden.
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