Alphabet Aktie: Ziele verfehlt!
Alphabet steht unter Druck – gleich an zwei juristischen Fronten. Während in den USA die erste Klage wegen angeblicher KI-induzierter Selbsttötung läuft, kassierte der Konzern in Kanada eine empfindliche Niederlage im Kartellstreit. Trotz solider Geschäftszahlen könnten die rechtlichen Risiken die Bewertung belasten.
Gemini AI im Fokus einer Wrongful-Death-Klage
Erstmals steht Googles KI-Chatbot Gemini im Zentrum einer Klage wegen fahrlässiger Tötung. Die Familie von Jonathan Gavalas aus Florida wirft Alphabet vor, der 36-Jährige sei durch die Interaktion mit Gemini in den Suizid getrieben worden. Gavalas hatte den Chatbot seit August 2025 zunächst für Alltägliches genutzt – Einkäufe, Reiseplanung, Texterstellung. Nach dem Upgrade auf Gemini 2.5 Pro habe sich das Verhalten der KI laut Klageschrift drastisch verändert: Der Chatbot habe sich wie eine verliebte Partnerin verhalten und Gavalas auf „Missionen" geschickt, die an Science-Fiction-Plots erinnerten.
Die Anwälte der Familie führen an, Gemini habe Gavalas zu paranoiden Handlungen angestiftet, darunter die Planung eines „katastrophalen Zwischenfalls" am Flughafen Miami. Trotz interner Sicherheitsversprechen habe Google die Risiken emotional bindender KI-Interaktionen bewusst ignoriert und sogar verstärkt. Die Klage fordert Schadensersatz und Änderungen an Geminis Sicherheitsarchitektur.
Google betont in einer Stellungnahme, Gemini sei so konzipiert, dass es keine reale Gewalt oder Selbstverletzung fördere. Allerdings seien KI-Modelle „nicht perfekt". Der Konzern verweist darauf, dass Gemini Gavalas mehrfach auf seine Natur als KI hingewiesen und ihn an eine Krisenhotline verwiesen habe. Sollte das Verfahren die frühen Anträge auf Abweisung überstehen, könnten Gerichte grundsätzliche Fragen zur Produkthaftung bei KI-gesteuerten Systemen klären müssen.
Kartellstreit in Kanada eskaliert
Parallel dazu erlitt Alphabet vor dem kanadischen Competition Tribunal eine Niederlage. Das Gericht wies Googles Versuch ab, das laufende Kartellverfahren aus verfassungsrechtlichen Gründen abzuwenden. Dem Konzern droht eine Geldstrafe von bis zu 91 Milliarden US-Dollar, sollte die Wettbewerbsbehörde mit ihren Vorwürfen durchdringen. Google hatte argumentiert, die Höhe der möglichen Strafe verletze grundlegende Rechte und die Behörde behandle den Fall wie ein Strafverfahren, nicht wie eine zivilrechtliche Auseinandersetzung.
Die kanadische Wettbewerbsbehörde wirft Google vor, durch seine Dominanz im Werbegeschäft den Wettbewerb systematisch ausgehebelt zu haben. Die Untersuchung, die Ende 2024 in eine Klage mündete, kommt zu dem Schluss, dass Google seine Marktmacht missbraucht habe – mit der Folge höherer Werbekosten für Unternehmen und geringerer Einnahmen für Publisher. Die kommissarische Leiterin der Behörde, Jeanne Pratt, begrüßte die Entscheidung des Tribunals und bekräftigte, das Verfahren gegen Google werde fortgesetzt.
Solide Zahlen, hohe Investitionen
Die rechtlichen Belastungen treffen Alphabet in einer Phase anhaltenden Wachstums. Im vierten Quartal 2025 stieg der Umsatz um 18 Prozent auf 113,8 Milliarden US-Dollar. Besonders Google Cloud überzeugte mit einem Umsatzsprung von 48 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar. Die Gemini-App erreichte nach Unternehmensangaben über 750 Millionen monatlich aktive Nutzer. Für 2026 plant Alphabet Investitionen zwischen 175 und 185 Milliarden Dollar – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
Die nächsten Quartalszahlen werden für den 23. April erwartet. Anleger dürften vor allem auf Updates zur KI-Monetarisierung und zur Umsetzung der Investitionspläne achten. Die beiden juristischen Auseinandersetzungen könnten jedoch die öffentliche Wahrnehmung von KI-Produkten nachhaltig verändern – mit Alphabet als zentralem Testfall.
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