Mit drei Bausteinen und einer CIO-Runde zu Stabilität plus Ertragschancen - Michael Glück und Alexander Gruber im Interview zum Fonds imPorträt: 3 Banken Aktienfonds-Selektion
Michael Glück und Alexander Gruber steuern die Strategie des 3 Banken Aktienfonds-Selektion, ein Dachfonds mit drei Strategiebausteinen. Im Interview sprechen die beiden über Ihr Weltbild, die Strategie des Fonds und die Umsetzung ins Portfolio.
BÖRSE EXPRESS: Ich glaube in Ihrer Portfolioaufstellung eine gewisse Übergewichtung von Emerging Markets zu erkennen. Den oft gehörten Retour-Weg des Geldes nach good old Europe sehe ich weniger. Warum all das, welches Weltbild steht dahinter?
ALEXANDER GRUBER: Aktuell sind wir Emerging Markets gegenüber sehr positiv gestimmt und sehen hier eine gute Möglichkeit uns von US-Werten zu diversifizieren. Eine Übergewichtung von Emerging Markets lässt sich durch höheres strukturelles Wirtschaftswachstum, günstigeres Bewertungsniveau und langfristige Trends wie Urbanisierung, steigende Mittelschichten und Produktionsverlagerungen begründen. Gleichzeitig bieten Schwellenländer zusätzliche Diversifikation sowie potenziell höhere Gewinnwachstumsraten als entwickelte Märkte. Bei Europa hingegen sind wir aktuell neutral gewichtet. Dort lässt sich zwar eine bewertungsseitige Attraktivität feststellen, auf der anderen Seite gibt es aber Märkte mit ausgeprägteren Wachstumspotenzialen wie Emerging Markets.
BÖRSE EXPRESS: Wenn ich den Investitionsprozess richtig verstanden habe, entscheiden Sie über die Einschätzung der Attraktivität von Märkten, und suchen dann entsprechend die Fonds bzw. ETFs aus. Geht Region vor Branche, umgekehrt? Wie funktioniert das?
MICHAEL GLÜCK: Der 3 Banken Aktienfonds-Selektion ist ein globaler, aktiv gesteuerter Aktiendachfonds. Die Anlagestrategie basiert auf drei klar definierten Bausteinen, die Stabilität und zusätzliche Ertragschancen miteinander verbinden:
Die erste Säule macht rund 40% des Fonds aus und bildet das Grundgerüst der Strategie. Hier wird in breit gestreute globale Aktien-ETFs investiert. Zum Einsatz kommen sowohl passive ETFs, die den weltweiten Aktienmarkt kostengünstig abbilden, als auch aktiv gemanagte ETFs, die innerhalb dieses Marktes gezielt Schwerpunkte setzen können. Diese Säule sorgt dafür, dass Anleger dauerhaft an der Entwicklung der globalen Wirtschaft teilhaben.
Die zweite Säule umfasst ebenfalls etwa 40% des Fondsvolumens. Auch hier werden ausschließlich ETFs eingesetzt. In diesem Baustein wird die regionale Einschätzung der 3 Banken-Generali umgesetzt. Das bedeutet, dass einzelne Regionen je nach Marktlage bewusst stärker oder schwächer gewichtet werden als im globalen Vergleich. Grundlage dafür ist ein regelmäßig tagendes Investmentgremium, wir nennen das intern CIO-Runde, abgeleitet vom Chief Investment Officer. In dieser Runde werden makroökonomische Entwicklungen, geopolitische Faktoren, wirtschaftliche Lage und Markttrends besprochen und die regionale Ausrichtung laufend diskutiert und angepasst, übrigens zeitnah alle zwei Wochen.
Die dritte Säule macht rund 20% des Fonds aus und stellt die wichtigste Quelle für zusätzliche Erträge dar. Hier investiert der Fonds gezielt in aktuelle Themen oder bestimmte Branchen, denen überdurchschnittliche Renditepotenziale zugetraut werden – zum Beispiel Zukunftsthemen wie Smart Power, oder attraktiv bewertete Sektoren. Je nach Angebot werden dafür Themen-ETFs oder aktiv gemanagte Fonds genutzt. Diese Positionen werden aktiv gesteuert und regelmäßig überprüft.
Durch die Kombination aus breiter globaler Basis, gezielter regionaler Steuerung und ausgewählten Zukunftsthemen entsteht ein ausgewogenes und zugleich chancenorientiertes Gesamtkonzept.
BÖRSE EXPRESS: Sie fahren dabei einen sehr konzentrierten Ansatz. Da muss jede sitzen. Wie kommt es zur Fondsauswahl?
ALEXANDER GRUBER: Aktuell sind wir in 14 ETFs bzw. Fonds investiert. Im Einzeltitelportfolio wäre das natürlich eine extrem aktive Positionierung, im Dachfondsbereich ist jedoch bereits jedes einzelne Produkt über sehr viele Einzeltiteln diversifiziert.
BÖRSE EXPRESS: Besonders interessant finde ich zwei Positionen. Gold-Aktien mit einer Gewichtung von weniger als 5 Prozent - und in etwa die Hälfte davon in Krypto- und Blockchain-Werte. Sprach ein Regelwerk dagegen, dass Sie bei Gold offensiver agieren - oder was war der Grund?
ALEXANDER GRUBER: Der Goldminen-Fonds hat seit Erstgewichtung mit Kursgewinnen von über 310% einen wertvollen Performancebeitrag für das Portfolio geleistet, das Produkt ist aber sehr volatil und kann auch rasch stärker korrigieren. Hier wollen wir uns nie so stark von einem Thema abhängig machen.
BÖRSE EXPRESS: Ein weltweites Aktienportfolio investiert natürlich auch in weltweite Währungen. Wird FX-Exposure bei Ihnen abgesichert oder ist das Teil des Spiels - wird aber wahrscheinlich nicht bewusst zur Renditeerzielung eingesetzt?
ALEXANDER GRUBER: Gerade im vergangenen Jahr war die US-Dollar-Schwäche ein Thema. Um das US-Dollar-Risiko zu reduzieren. haben wir aktuell einen in Euro gesicherten US-ETF im Bestand.
Aus dem Börse Express PDF vom 12. März - hier zum Download








