Die Microsoft-Aktie steht unter einem neuen Druck, der nicht aus dem Wettbewerb, sondern direkt aus dem Weißen Haus kommt. Präsident Donald Trump forderte am Montag via Truth Social, dass Tech-Konzerne die massiven Stromkosten ihrer KI-Rechenzentren selbst tragen müssen – und nannte Microsoft dabei explizit. Das Unternehmen werde noch diese Woche „große Veränderungen" umsetzen, um sicherzustellen, dass amerikanische Verbraucher nicht über höhere Stromrechnungen zur Kasse gebeten werden. Die Frage lautet nun: Wie stark belastet das die Cloud-Margen?

Analysten uneins: 655 Dollar oder 610 Dollar?

Während die Politik Unsicherheit schafft, gehen die Einschätzungen der Analysten auseinander:

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?

Goldman Sachs startete die Coverage mit einem klaren „Buy" und einem Kursziel von 655 Dollar. Die Bank argumentiert, dass Microsofts Dominanz im KI-Stack – von Chips bis Software – kurzfristige Energiekosten-Sorgen überwiegt. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 37 Prozent.

Barclays hingegen senkte das Kursziel von 625 auf 610 Dollar, behielt aber das „Overweight"-Rating bei. Die Anpassung reflektiert die veränderte Kostensituation und eine vorsichtigere Haltung zur Branchenkonsolidierung.

Institutionelle Investoren handeln

Die unterschiedlichen Bewertungen spiegeln sich in den Portfolios wider:

  • Lewis Asset Management erhöhte seine Position um 9,7 Prozent und nutzt das aktuelle Niveau zum Aufstocken
  • Brown Shipley & Co reduzierte dagegen seine Beteiligung um 2,9 Prozent – möglicherweise Gewinnmitnahmen im volatilen Umfeld

OpenAI kauft Torch – indirekt gut für Microsoft

Parallel dazu hat OpenAI, Microsofts strategischer Partner, die Healthcare-Anwendung Torch für rund 100 Millionen Dollar übernommen. Wichtig: Die Übernahme erfolgte durch OpenAI, nicht durch Microsoft direkt.

Da Microsoft jedoch bedeutende Anteile an OpenAI hält, stärkt der Schritt indirekt das Azure-Ökosystem. OpenAI schwenkt damit auf spezialisierte Branchenanwendungen um – was langfristig die Cloud-Umsätze von Microsoft steigern dürfte, ohne dass direkte Akquisitionskosten anfallen.

Zahlen und Ausblick

Die Aktie notiert aktuell bei rund 477 Dollar und damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 555 Dollar. Die Dividendenrendite liegt bei 0,71 Prozent.

Am 28. Januar folgen die Quartalszahlen. Dann wird sich zeigen, ob die von Trump geforderten „großen Veränderungen" tatsächlich die Margen belasten oder ob das KI-Wachstum die zusätzlichen Energiekosten kompensieren kann. Bis dahin bleibt die Bewertung zwischen politischem Druck und technologischem Wachstumsversprechen eingeklemmt.

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 13. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...