Microsoft liefert operativ weiter starke Zahlen – doch an der Börse herrscht Skepsis. Seit Jahresbeginn rückt vor allem ein Thema in den Mittelpunkt: Wie teuer wird der KI-Ausbau kurzfristig für die Margen? Genau diese Spannung zwischen robustem Geschäft und vorsichtiger Bewertung prägt aktuell das Bild.

Starke Quartalszahlen – aber der Markt bleibt wählerisch

Für das Quartal bis Ende Dezember 2025 meldete Microsoft ein deutliches Wachstum: Der Umsatz stieg um 17% auf 81,3 Mrd. US-Dollar, das operative Ergebnis um 21% auf 38,3 Mrd. US-Dollar. Auch der Gewinn je Aktie (Non-GAAP, verwässert) legte um 24% auf 4,14 US-Dollar zu.

Der Cloud-Motor lief ebenfalls rund. Azure und andere Cloud-Services wuchsen um 39% und lagen damit nur knapp unter dem Tempo des Vorquartals. Im Segment „Intelligent Cloud“ (inklusive Azure) kletterten die Erlöse um fast 29% auf 32,91 Mrd. US-Dollar. Kurz: Das Kerngeschäft wirkt alles andere als angeschlagen.

625 Milliarden Dollar Pipeline – und ein Konzentrationsrisiko

Eine Zahl stach besonders heraus: Die kommerziellen „Remaining Performance Obligations“ (vereinfacht: vertraglich zugesicherter Umsatz für die Zukunft) erreichten 625 Mrd. US-Dollar – ein Plus von rund 110%. Das unterstreicht, wie groß die Nachfrage nach Cloud- und Unternehmensdiensten ist.

Allerdings bringt diese Stärke auch eine neue Diskussion mit sich. Microsoft gab an, dass 45% dieses Volumens an OpenAI gebunden sind. Der Rest wuchs immerhin um 28%. Die hohe Abhängigkeit von einem einzelnen Großkunden sorgt jedoch für kritische Nachfragen, ob die finanziellen Verpflichtungen in dieser Größenordnung dauerhaft problemlos erfüllbar sind.

KI-Offensive kostet – und drückt kurzfristig auf die Marge

Microsoft richtet seine KI-Strategie zunehmend auf „agentische“ Systeme aus: weg von reinen Frage-Antwort-Tools, hin zu KI, die Aufgaben eigenständig erledigt. Ein wichtiger Gradmesser bleibt M365 Copilot, das inzwischen 15 Millionen bezahlte Seats erreicht hat – entscheidend, weil es den Umsatz pro Nutzer erhöhen soll.

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Der Preis für diese Expansion ist sichtbar. Im zweiten Quartal lagen die Investitionen (Capex) bei 37,5 Mrd. US-Dollar, etwa zwei Drittel davon in kurzlebige Assets wie GPUs und CPUs. Gleichzeitig fiel die Bruttomarge auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren und lag bei knapp über 68%. Haupttreiber: Infrastruktur für KI und steigende Nutzung von KI-Produkten, teilweise abgefedert durch Effizienzgewinne in Azure und M365.

Bewertungs-Reset: Von 34 auf 25 KGV

Die Aktie wurde in den vergangenen Monaten deutlich neu bewertet. Laut Artikel sank das Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 34 auf rund 25. Neben der zuvor hohen Bewertung spielen auch Zweifel mit hinein, ob Copilot im direkten Vergleich mit konkurrierenden Chatbots als überzeugend wahrgenommen wird.

Auch relativ zum Tech-Umfeld wirkte Microsoft zuletzt schwächer: Während der Roundhill „Magnificent Seven“-ETF im Jahr bisher moderater nachgab (rund -7%), fiel Microsoft stärker. Gleichzeitig schüttete der Konzern 12,7 Mrd. US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe aus – 32% mehr als im Vorjahresquartal.

Ein Blick auf die bereitgestellten Kursdaten zeigt den Druck ebenfalls: Seit Jahresanfang liegt die Aktie bei -15,52%.

Margen: Kurzfristig enger, übers Jahr stabiler

Wichtig ist die Differenzierung in der Prognose. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Microsoft die operative Marge nun leicht höher. Gründe sind laut Management ein günstigerer Umsatzmix (unter anderem Windows OEM und kommerzielles On-Premise) sowie Effizienzarbeit im ersten Halbjahr.

Für das dritte Fiskalquartal stellt das Unternehmen hingegen eine leicht niedrigere operative Marge als im Vorjahr in Aussicht. Unterm Strich läuft es damit auf ein bekanntes Muster hinaus: kurzfristiger Margendruck durch KI-Investitionen, der über das Gesamtjahr durch Mix und Effizienz zumindest teilweise kompensiert werden soll.

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