Das erste Quartal 2026 wird Microsoft-Aktionäre noch länger beschäftigen. Ein Kursverlust von rund 25 % — der stärkste Quartalseinbruch seit dem Krisenjahr 2008 — trifft ausgerechnet ein Unternehmen, das operativ glänzt. Starke Umsätze, explodierende Auftragsbücher, Millionen zahlender Copilot-Nutzer: Die Fundamentaldaten erzählen eine andere Geschichte als der Kurs.

Copilot bekommt ein Upgrade

Microsoft hat zum Wochenstart eine deutliche Erweiterung seines KI-Assistenten Copilot angekündigt. Die neue Funktion „Critique" kombiniert OpenAI's GPT und Anthropic's Claude in einem einzigen Workflow: GPT generiert die Antwort, Claude prüft sie anschließend auf Qualität und Genauigkeit. Ergänzt wird das durch „Council", das Nutzern erlaubt, Antworten verschiedener Modelle direkt nebeneinander zu vergleichen.

Gleichzeitig weitet Microsoft sein Copilot-Cowork-Tool aus — ein autonomer KI-Agent, der auf Anthropics viel beachtetem Claude-Produkt basiert. Vorerst bleibt der Zugang auf Teilnehmer des „Frontier"-Programms beschränkt, über das ausgewählte Kunden neue Funktionen vorab testen können.

Starke Zahlen, schwache Bewertung

Operativ liefert Microsoft: Im Quartal bis Ende Dezember stieg der Umsatz um 17 % auf 81,3 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 24 % auf 4,14 Dollar. Die kommerziellen Restleistungsverpflichtungen — also vertraglich gesicherter, noch nicht verbuchter Umsatz — sprangen um 110 % auf 625 Milliarden Dollar. Über 15 Millionen zahlende Copilot-Nutzer unterstreichen die wachsende Nachfrage.

Trotzdem notiert die Aktie inzwischen unter dem 20-fachen des erwarteten Gewinns — ein Bewertungsniveau, das zuletzt im Juni 2016 erreicht wurde, zeitweise sogar unterhalb des S&P-500-Durchschnitts.

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Das Capex-Problem

Der Grund für die Skepsis der Anleger liegt auf der Hand: die Investitionskosten. Für das Fiskaljahr 2026 werden Kapitalausgaben von rund 146 Milliarden Dollar erwartet — ein Anstieg von 66 % gegenüber dem Vorjahr. Analysten rechnen mit weiteren Steigerungen auf 170 Milliarden Dollar in 2027 und 191 Milliarden in 2028. Der freie Cashflow fiel im zweiten Quartal auf lediglich 5,9 Milliarden Dollar, da die Infrastrukturausgaben den operativen Mittelzufluss zunehmend aufzehren.

Zum Vergleich: Google Cloud wuchs im vierten Quartal um 48 % auf 17,7 Milliarden Dollar Umsatz — ein Maßstab, an dem sich Microsofts Azure messen lassen muss.

Nächster Prüfstein: Quartalszahlen im April

Die Frage, ob die massiven KI-Investitionen in absehbarer Zeit in entsprechendes Umsatzwachstum münden, bleibt das zentrale Thema. DBS-Bank-Analyst Sachin Mittal hält mit einem Kursziel von 678 Dollar an seiner optimistischen Einschätzung fest — dem höchsten Ziel unter den Analysten. UBS und Bank of America bleiben ebenfalls bullish.

Ende April legt Microsoft die Zahlen für das dritte Fiskaljahr-Quartal vor. Dann wird sich zeigen, ob die erweiterten Copilot-Funktionen bereits messbar zu Umsatzbeschleunigung beitragen — oder ob das Capex-Thema die Diskussion weiter dominiert.

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