Microsofts Quartalszahlen lesen sich auf den ersten Blick beeindruckend. Doch der Markt schaut genauer hin — und was er sieht, gefällt ihm nicht. Hinter dem glänzenden Auftragsbestand verbirgt sich eine Konzentration, die Investoren zunehmend beunruhigt.

Wenn ein Kunde 45 Prozent des Backlogs ausmacht

Microsoft meldete für das zweite Fiskalquartal 2026 einen Umsatz von 81,3 Milliarden Dollar — ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie stieg um 24 Prozent auf 4,14 Dollar und übertraf die Konsensschätzungen deutlich. Auch der kommerzielle Auftragsbestand verdoppelte sich auf 625 Milliarden Dollar.

Das Problem liegt in der Zusammensetzung dieses Backlogs. Rund 45 Prozent davon entfallen auf einen einzigen Kunden: OpenAI. Allein nach Unterzeichnung eines neuen Vertrags im Oktober 2025 sprang OpenAIs Anteil um 250 Milliarden Dollar. Bereinigt um diesen Effekt wächst Microsofts kommerzieller Auftragsbestand nur noch mit 28 Prozent — solide, aber weit weniger spektakulär. Hinzu kommt: Nur ein Viertel des gesamten Backlogs soll in den nächsten zwölf Monaten als Umsatz realisiert werden.

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Wachsende Kosten, sinkende Margen

Gleichzeitig gerät das operative Fundament unter Druck. Azure wuchs im zweiten Fiskalquartal um 38 Prozent in konstanten Währungen — nach 39 Prozent im Vorquartal. Eine kleine Zahl, aber ein Signal: Das Wachstum verlangsamt sich, während die Investitionen explodieren. Die Kapitalausgaben erreichten 37,5 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Cloud-Bruttomarge sank auf 67 Prozent und soll im laufenden Quartal weiter auf 65 Prozent fallen.

Microsoft räumte zudem ein, dass Kapazitätsengpässe die Nachfrage bremsen — und das mindestens bis zum Ende des Fiskaljahres im Juni. Die Reaktion der Märkte nach Veröffentlichung der Quartalszahlen war entsprechend: Die Aktie verlor nachbörslich knapp fünf Prozent.

Vertiefte Bindung an OpenAI bis 2032

Statt die Abhängigkeit zu reduzieren, hat Microsoft sie ausgebaut. Unter einem revidierten Abkommen erhält das Unternehmen bis 2032 — zwei Jahre länger als ursprünglich geplant — 20 Prozent von OpenAIs Gesamtumsatz. OpenAI erhält im Gegenzug mehr Flexibilität bei der Wahl alternativer Rechenkapazitäten. Microsoft hält 27 Prozent an OpenAI und betreibt parallel Modelle wie Anthropics Claude, xAIs Grok und DeepSeek R1 — die Strategie zielt darauf ab, Nutzern Zugang zu möglichst vielen KI-Modellen zu bieten.

Für das dritte Fiskalquartal erwartet das Management einen Umsatz zwischen 80,65 und 81,75 Milliarden Dollar, was einem Jahreswachstum von rund 15 bis 17 Prozent entspräche. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 14 Prozent verloren und notiert deutlich unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts. Das Geschäft wächst — aber die Frage, ob die Abhängigkeit von OpenAI langfristig Stärke oder Schwäche bedeutet, wird die Bewertung der Aktie noch länger begleiten.

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