Microsoft steht aktuell im Zentrum eines ungewöhnlichen Spannungsfeldes. Während Tech-Milliardär Elon Musk mit einer Klage in dreistelliger Milliardenhöhe droht, signalisiert die Wall Street demonstrative Zuversicht. Vor den Quartalszahlen Ende Januar müssen Anleger nun abwägen: Wie gefährlich ist der juristische Angriff für den Software-Giganten wirklich und wie fundiert ist der Optimismus der Analysten?

Juristischer Gegenwind

Elon Musk macht ernst. In einem am Freitag eingereichten Gerichtsdokument fordert er massiven Schadenersatz von OpenAI und Microsoft. Der Vorwurf lautet, die Unternehmen hätten zu Unrecht von seinen frühen Investitionen und seinem Know-how profitiert. Die Zahlen im Raum sind gewaltig: Musk verlangt insgesamt zwischen 79 und 134 Milliarden US-Dollar.

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Für Microsoft beziffern die Anwälte die mögliche Haftungssumme konkret auf 13,3 bis 25,1 Milliarden US-Dollar. Musk, der nach eigenen Angaben rund 60 Prozent der frühen Anschubfinanzierung von OpenAI leistete, sieht seinen Beitrag als essenziell für den heutigen Erfolg des KI-Unternehmens an.

Die Reaktion der Beschuldigten ließ nicht lange auf sich warten. OpenAI wies die Klage als "unseriös" zurück und sprach von einer bloßen Belästigungskampagne. Auch Microsofts Rechtsbeistände halten dagegen und bezeichnen die Berechnungen der Gegenseite als "erfunden" und "nicht verifizierbar". Ein Geschworenenprozess ist erst für April 2026 angesetzt, was den unmittelbaren finanziellen Druck für den Konzern zunächst relativiert.

Goldman Sachs sieht Rekordpotenzial

Völlig unbeeindruckt von den juristischen Schlagzeilen lieferte Goldman Sachs am Freitag ein starkes Kaufargument. Die Investmentbank setzte das Kursziel für Microsoft auf 655 US-Dollar – der aktuell höchste Wert unter den großen Wall-Street-Häusern. Dies impliziert ein Aufwärtspotenzial von rund 37 Prozent vom aktuellen Schlusskurs bei 459,86 US-Dollar.

Die Analysten stützen ihren Optimismus auf mehrere fundamentale Treiber:
* Copilot-Verbreitung: Der KI-Assistent wird bereits von über 90 Prozent der Fortune-500-Unternehmen genutzt.
* KI-Agenten: Goldman sieht in den autonomen KI-Workflows einen vom Markt noch unterschätzten Werttreiber.
* Gewinnwachstum: Die Bank prognostiziert bis zum Geschäftsjahr 2030 einen Gewinn je Aktie von über 35 US-Dollar.

Fokus auf Quartalszahlen

Der fundamentale Realitätscheck steht am 28. Januar an. Dann wird Microsoft seine Bücher öffnen. Marktbeobachter erwarten ein Ergebnis von 3,81 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von rund 80 Milliarden US-Dollar.

Besonders das Cloud-Geschäft Azure steht unter genauer Beobachtung. Im vergangenen Quartal wuchs dieser Bereich um 40 Prozent und ließ damit die Konkurrenz von Google und Amazon hinter sich. Zudem bleibt Microsofts 27-prozentige Beteiligung an OpenAI ein zentraler Baustein der Investment-Story, auch wenn diese nun juristisch angegriffen wird. Die Aktie notiert seit Jahresanfang mit einem leichten Minus von rund 2,8 Prozent, während die Bewertung mit dem 28-fachen der erwarteten Gewinne aktuell unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt liegt.

Fazit

Kurzfristig dürfte der Rechtsstreit mit Musk zwar für mediale Aufmerksamkeit sorgen, die hohen rechtlichen Hürden machen eine schnelle finanzielle Belastung jedoch unwahrscheinlich. Für die Kursentwicklung ist der anstehende Quartalsbericht am 28. Januar weitaus bedeutender. Investoren werden hier konkret prüfen, ob die massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur und die Monetarisierung der Copilot-Dienste die hohen Erwartungen der Analysten rechtfertigen können.

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