Microsoft Aktie: KI-Schub
Microsoft startet mit Rückenwind ins Wochenende: Eine Hochstufung durch Wall Street Zen, neue KI-Lösungen für den Handel und ein klares Dementi zu kolportierten Massenentlassungen prägen das Bild. Gleichzeitig tauchen erste Bremsspuren im PC-Geschäft und Widerstand gegen ein geplantes Rechenzentrum auf. Wie robust ist die aktuelle Story rund um Azure und KI-Monetarisierung vor den Zahlen Ende Januar?
Analysten setzen auf weiteres Wachstum
Wall Street Zen hat die Microsoft-Einstufung von „Hold“ auf „Buy“ angehoben. Begründung: steigende Überzeugung, dass der Konzern seine Wachstumsstory fortsetzen kann. Das fügt sich in ein ohnehin freundliches Analystenbild ein.
Aktuell überwiegen klare Kaufempfehlungen deutlich. Laut jüngsten Konsensdaten liegt das durchschnittliche Kursziel bei 630,11 US‑Dollar. Mehrere große Häuser haben diese Einschätzung in den vergangenen Monaten untermauert:
- Melius Research erhöhte das Kursziel im September von 595 auf 625 US‑Dollar
- Goldman Sachs bestätigte im Oktober „Buy“ mit Ziel 630 US‑Dollar
- JPMorgan Chase blieb im November bei „Buy“
- Wedbush bekräftigte Ende Dezember „Outperform“ mit Kursziel 625 US‑Dollar
Fundamental liefern die jüngsten Quartalszahlen Argumente für diese Einschätzungen. Der Gewinn je Aktie lag mit 4,13 US‑Dollar klar über den erwarteten 3,65 US‑Dollar. Der Umsatz erreichte 77,67 Milliarden US‑Dollar und übertraf damit die Prognose von 75,49 Milliarden US‑Dollar. Auf Jahressicht entspricht das einem Wachstum von 18,4 Prozent, bei einer beeindruckenden Nettomarge von 35,71 Prozent.
An der Börse spiegelt sich das in einer starken Entwicklung wider: Auf Sicht von 30 Tagen legte die Aktie um gut 17 Prozent zu und notiert nur rund 2 Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch.
Dementi zu Massenentlassungen
Für Unruhe sorgten diese Woche Gerüchte auf der anonymen Plattform Blind, Microsoft plane neue Stellenstreichungen in der Größenordnung von 5 bis 10 Prozent der Belegschaft – also 11.000 bis 22.000 Jobs weltweit. Besonders Cloud, Gaming und Vertrieb wurden dabei als angeblich betroffene Bereiche genannt.
Das Unternehmen reagierte ungewöhnlich deutlich. Kommunikationschef Frank Shaw erklärte auf X, die Berichte seien „zu 100 Prozent erfunden“. Er betonte zudem, dass es im Januar keine Entlassungsrunde geben werde. Dass Microsoft hier so klar Position bezieht, zeigt, wie sensibel das Thema nach dem vergangenen Jahr ist.
Zur Einordnung: 2025 hatte der Konzern bereits rund 15.000 Stellen abgebaut. Die jüngste größere Welle im Juli traf 9.000 Mitarbeitende, darunter 3.200 in Washington State. Vor diesem Hintergrund wollen viele Beschäftigte und Investoren genau wissen, ob neue Sparprogramme drohen – Microsoft versucht, diese Spekulationen früh zu stoppen.
Agentic-AI-Offensive im Handel
Parallel treibt der Konzern seine KI-Kommerzialisierung voran. Auf der Handelsmesse NRF 2026 stellte Microsoft am Mittwoch ein Paket sogenannter „agentic AI“-Lösungen für den Einzelhandel vor. Ziel ist es, KI nicht nur als Such- oder Assistenzwerkzeug einzusetzen, sondern direkt in Transaktionen und operative Prozesse einzubetten.
Im Mittelpunkt steht „Copilot Checkout“. Händler sollen Käufe direkt innerhalb der Copilot-Oberfläche abwickeln können, ohne Kunden auf externe Webseiten umzuleiten. Dahinter stehen starke Partner:
- PayPal für Zahlungsabwicklung
- Shopify mit automatischer Händleranbindung (nach Opt‑out‑Phase)
- Stripe als alternativer Zahlungsdienstleister
Zu den ersten teilnehmenden Händlern zählen unter anderem Urban Outfitters, Anthropologie, Ashley Furniture und Etsy. Für Shopify-Händler ist vorgesehen, dass sie automatisch eingebunden werden, sofern sie nicht widersprechen – ein Hebel, der die Verbreitung deutlich beschleunigen könnte.
Daneben stellte Microsoft weitere Bausteine vor:
- „Brand Agents“ für Shopify‑Händler
- eine Vorlage für personalisierte Shopping‑Assistenten in Copilot Studio
- ein „Catalog Enrichment“-Agent als Public Preview
- ein „Store Operations“-Agent, ebenfalls in der öffentlichen Testphase
Aus Konzernsicht geht es darum, den gesamten Handelsprozess mit KI zu durchziehen. Kathleen Mitford, Corporate Vice President Global Industry, formulierte es so: Erfolgreich seien jene Händler, die ihre gesamte Wertschöpfungskette mit intelligenter Vernetzung durchziehen.
Gegenwind bei PCs und Infrastruktur
Nicht alles läuft jedoch reibungslos. Branchenberichte deuten darauf hin, dass sich der Absatz von AI‑fähigen PCs zuletzt schwächer entwickelt hat als erhofft. Das könnte die Hoffnung auf einen schnellen, großen Hardware‑Erneuerungszyklus dämpfen – ein Thema, das auch für Windows- und Cloud-Nachfrage relevant ist.
Hinzu kommt lokaler Widerstand gegen ein geplantes Rechenzentrum in Michigan. Bürgerproteste und Einwände auf regionaler Ebene können Genehmigungsprozesse verzögern oder verteuern. Für einen Konzern, der massiv in KI‑Infrastruktur investieren muss, sind solche Hürden zwar kein existenzielles Problem, können aber Zeitpläne durcheinanderbringen.
An der Börse war die Aktie in den vergangenen drei Monaten zwischenzeitlich rund 9 Prozent zurückgekommen, bevor sie sich zuletzt wieder deutlich erholte. Auf Jahressicht steht inzwischen ein Plus von gut 16 Prozent zu Buche, die Notierung liegt klar über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten – ein Hinweis auf einen intakten Aufwärtstrend.
Ausblick auf die Q2-Zahlen
Die nächste Bewährungsprobe steht bereits fest: Am 28. Januar 2026 legt Microsoft die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal (fiskal 2026) vor, die Telefonkonferenz ist für 14:30 Uhr Pazifikzeit angesetzt. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 3,86 US‑Dollar, was einem Wachstum von 19,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Der Quartalsumsatz soll bei rund 80 Milliarden US‑Dollar liegen.
Für das Gesamtjahr 2026 liegen die aktuellen Schätzungen bei 15,51 US‑Dollar Gewinn je Aktie und 322,33 Milliarden US‑Dollar Umsatz – ein erwartetes Umsatzplus von 14,4 Prozent. Besonders genau verfolgt werden dürften Angaben zu:
- Wachstumsraten in Azure
- Nutzungs- und Umsatzmetriken rund um Copilot und die neuen Retail-KI-Lösungen
- Investitionsplänen in KI‑Infrastruktur und Rechenzentren
Damit dürften die Q2‑Zahlen entscheidend zeigen, ob Microsoft die hohen Erwartungen an seine KI- und Cloud-Strategie operational einlösen kann und ob kleinere Gegenwinde im Hardware- und Infrastrukturbereich den Kurs spürbar ausbremsen.
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