Microsoft Aktie: EU-Entlastung
Microsoft startet mit einem gemischten Bild in die neue Handelswoche. Auf der einen Seite fällt ein milliardenschweres EU-Risiko für das Cloud-Geschäft weg, auf der anderen Seite bleibt die Nachfrage nach neuen KI-PCs hinter den Hoffnungen zurück. Im Hintergrund verunsichern zudem Gerüchte über mögliche Stellenstreichungen, obwohl das Management sie klar zurückgewiesen hat.
EU-Entscheidung sichert Margen
Der wichtigste Impuls für die Aktie kommt aktuell aus Brüssel. Die EU-Kommission will Microsoft und andere Tech-Konzerne nach jetzigem Stand nicht mit verpflichtenden Netzgebühren im Rahmen des kommenden „Digital Networks Act“ (DNA) belasten.
Telekomkonzerne hatten gefordert, dass große Tech-Unternehmen einen „fairen Anteil“ an den Kosten für den Netzausbau tragen sollen. Diese Linie setzt sich offenbar nicht durch: Statt verbindlicher Abgaben ist ein freiwilliger „Best-Practices“-Rahmen geplant, unter den Microsoft, Google und Meta fallen sollen.
Formal vorgestellt werden die Pläne am 20. Januar 2026 durch EU-Techchefin Henna Virkkunen. Für Microsoft bedeutet das: Die Cloud-Sparte wird voraussichtlich nicht mit zusätzlichen Milliardenkosten konfrontiert. Marktbeobachter sehen darin eine klare Stütze für die hohen Margen im Cloud-Geschäft und eine Bereinigung eines Regulierungsthemas, das den Markt seit Ende 2025 beschäftigt hatte.
KI-PCs: Erwartungen gedämpft
Weniger erfreulich sind die Signale von der Hardware-Seite. Daten und Kommentare rund um die CES 2026 deuten darauf hin, dass die Verkäufe von KI-fähigen PCs im Weihnachtsquartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind.
Gerade diese Geräte gelten als wichtiger Treiber für das Windows-Wachstum in den kommenden Jahren. Aussagen von OEM-Partnern wie Dell zeichnen jedoch ein verhalteneres Bild: Viele Kunden achten demnach stärker auf klassische Kriterien wie Akkulaufzeit und allgemeine Performance – spezifische KI-Funktionen stehen noch nicht im Vordergrund.
Für Microsoft ist das heikel, weil der aktuelle PC-Refresh-Zyklus wesentlich auf der neuen „Copilot+“-Generation aufbaut. Eine schwächere Nachfrage könnte den Windows-OEM-Umsatz belasten, insbesondere mit Blick auf den anstehenden Bericht zum zweiten Geschäftsquartal.
Personalgerüchte und Kostenfokus
Zusätzliche Unruhe kam in der vergangenen Woche durch Berichte über angeblich bevorstehende, groß angelegte Stellenstreichungen. Spekulationen sprachen von 11.000 bis 22.000 möglichen Jobkürzungen.
Microsoft reagierte ungewöhnlich deutlich: Kommunikationschef Frank X. Shaw bezeichnete die Meldungen öffentlich als „zu 100 Prozent erfunden“. Inhaltlich war das klar, die Diskussion um die Kostenbasis des Konzerns ist damit aber nicht vollständig vom Tisch. Hintergrund ist der stark steigende Kapitalbedarf für KI-Infrastruktur, der den Fokus vieler Investoren auf Effizienz und Margen lenkt.
Aktie nahe Jahreshoch
An der Börse spiegelt sich das gemischte Bild in einer Konsolidierung auf hohem Niveau wider:
- Schlusskurs Freitag: 479,28 US-Dollar
- Veränderung 30 Tage: +17,17 %, Abstand zum 52-Wochen-Hoch nur knapp 2 %
Damit hat die Aktie in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt und notiert spürbar über den vielbeachteten gleitenden Durchschnitten der letzten 50, 100 und 200 Tage. Der Relative-Stärke-Index (14 Tage) liegt mit 45,8 im neutralen Bereich, was auf keinen kurzfristig überkauften Zustand hindeutet.
Ausblick: Zwei Termine im Fokus
Für die nähere Zukunft rücken zwei Daten in den Vordergrund. Am 20. Januar will die EU die Details des Digital Networks Act offiziell vorstellen und damit die Rahmenbedingungen für die freiwillige Kooperation mit den Netzbetreibern endgültig präzisieren. Später im Januar folgen die Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal, bei denen insbesondere zwei Punkte entscheidend sein werden: Zum einen, ob Azure das Wachstumstempo und die Profitabilität der Cloud-Sparte nach der EU-Entlastung bestätigen kann, zum anderen, wie stark die schwächeren KI-PC-Verkäufe tatsächlich auf den Windows-OEM-Umsatz durchschlagen.
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