Microsoft Aktie: Ein Warnzeichen?
Microsofts Bewertungsabschlag setzt sich seit Jahresbeginn fort – und dahinter steckt mehr als nur ein schwacher Börsentag. Anleger schauen plötzlich strenger auf die hohen KI-Investitionen und wollen schneller sehen, wann daraus verlässlich Gewinn wird. Ausgerechnet im härter werdenden Wettbewerb rund um KI und Cloud reicht „Zukunft“ als Argument derzeit weniger.
Wichtige Fakten im Überblick:
- Seit Jahresbeginn: rund -17%
- Börsenwert verloren: etwa 613 Mrd. US-Dollar
- Aktueller Börsenwert: ca. 2,98 Bio. US-Dollar
- Azure & Cloud-Services: +39% Umsatzwachstum im Geschäftsjahres-Q2
Neubewertung bei Big Tech
Seit Jahresstart hat Microsoft laut Reuters rund 613 Mrd. US-Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt. Der Börsenwert liegt damit bei etwa 2,98 Bio. US-Dollar. Der Rückgang fällt in eine breitere Umschichtung im Tech-Sektor: Investoren verlangen mehr kurzfristige Ergebnis-Sichtbarkeit, statt hohe Bewertungen für langfristige KI-Versprechen zu zahlen.
Auch andere Schwergewichte standen unter Druck. Amazon liegt seit Jahresbeginn etwa 13,85% im Minus, der Marktwert sank dabei um rund 343 Mrd. US-Dollar. Reuters verweist zudem auf deutliche Rückgänge bei Apple, Alphabet und Nvidia – ein Zeichen für eine veränderte Risikowahrnehmung im Sektor.
KI-Konkurrenz und Capex-Fragen
Die Schwäche bei Microsoft spiegelt wachsende Sorgen über Risiken im KI-Geschäft und schärferen Wettbewerb wider. Reuters nennt unter anderem Googles jüngstes Gemini-Modell sowie Anthropics „Claude Cowork“-Agent als Belastungsfaktoren für die Stimmung.
Beim Zahlenwerk blieb zuletzt ebenfalls ein Restzweifel hängen. Ende Januar legte Microsoft Ergebnisse für das Geschäfts-Q2 2026 vor, inklusive 39% Umsatzwachstum bei Azure und anderen Cloud-Services. Laut CNBC war das etwas weniger als die 40% im Q1 und zugleich leicht unter den Analystenerwartungen.
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Ein zentraler Punkt ist dabei die Investitionsseite. Goldman-Sachs-Analystin Gabriela Borges verwies darauf, dass Microsoft seine Capex-Prognose nach oben angepasst habe, ohne die Azure-Umsatzerwartungen entsprechend anzuheben. Das habe die Diskussion über die Kapitalrendite neu entfacht. Zudem bleibe Microsoft „supply constrained“: Zusätzliche Compute-Kapazitäten flössen laut Borges zunehmend in interne Nutzung wie Copilot sowie Forschung und Entwicklung, statt in externe, direkt umsatzwirksame Workloads.
Herabstufungen – aber nicht nur Skepsis
In den vergangenen Wochen kam zusätzlicher Druck durch mehrere Analysten-Entscheidungen. Am 9. Februar stufte Melius Research die Aktie auf „Hold“ zurück und setzte ein Kursziel von 430 US-Dollar. Als Gründe nannte Analyst Ben Reitzes höhere KI-Investitionen und Risiken für den Cashflow. Er äußerte außerdem die Sorge, dass Microsoft mit Copilot in Microsoft 365 zu langsam vorankomme.
Zuvor hatte Stifel-Analyst Brad Reback ebenfalls von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt und das Kursziel deutlich von 540 auf 392 US-Dollar reduziert. Er begründete das mit der Einschätzung, dass die Erwartungen an die Fundamentaldaten im Geschäftsjahr 2027 zu optimistisch seien.
Gegenstimmen gibt es allerdings auch. Goldman Sachs hält an „Buy“ und einem Kursziel von 600 US-Dollar fest. Borges argumentiert, die Sorgen über KI-Disruption und ein nachlassendes Azure-Wachstum würden überzeichnet. Sie nutzt dabei das „Eisberg“-Bild: Ein großer Teil der Compute-Investitionen liege „unter der Oberfläche“ – heute noch nicht direkt monetarisiert, aber potenziell strategisch für späteres Wachstum.
Der Kernkonflikt bleibt damit klar: Der Markt will bei KI-Ausgaben schneller einen sichtbaren Ertrag sehen, während Microsoft einen Teil der Kapazitäten zunächst intern bindet und die Monetarisierung nicht in jedem Quartal Schritt hält.
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