Heute Abend nach US-Börsenschluss legt Micron seinen Quartalsbericht vor — und die Erwartungen könnten kaum höher sein. Wall Street rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 9,19 Dollar, was einem Anstieg von über 460 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Der Umsatz soll auf knapp 19,8 Milliarden Dollar klettern. Micron steht damit nicht nur vor einem möglichen Rekordquartal, sondern auch vor der Frage, ob der KI-Speicherboom strukturell ist — oder nur ein Vorgeschmack.

HBM4: Mehr als ein Produkt-Upgrade

Der eigentliche Treiber hinter den bullischen Erwartungen ist Hochbandbreitenspeicher, kurz HBM. Micron hat auf der GTC 2026 bestätigt, dass es bereits Serienlieferungen seiner neuen HBM4-Generation für Nvidias Vera-Rubin-Plattform aufgenommen hat. Das ist bedeutsam: Nvidias Rubin-Ultra-Plattform soll rund 3,5-mal mehr Speicherinhalt benötigen als bisherige Systeme — ein direkter Umsatzmultiplikator für Micron.

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RBC Capital erwartet, dass die Nachfrage aus KI-Rechenzentren die Branchenerlöse mindestens bis 2027 stützt. Die Preise für DRAM sollen im Laufe des Jahres 2026 weiter steigen, und HBM-spezifische Preisvorteile dürften noch länger anhalten. Hinzu kommt ein geopolitischer Faktor: Als einziger großer US-amerikanischer HBM-Hersteller genießt Micron eine Sonderstellung, die südkoreanischen Wettbewerbern fehlt.

Investitionen in Milliardenhöhe

Parallel zum Quartalsbericht hat Micron den Kauf eines Chipwerks von Powerchip Semiconductor in Taiwan abgeschlossen. Das Werk in Tongluo verfügt über rund 28.000 Quadratmeter Reinraumfläche; der Umbau beginnt noch im März. Erste Lieferungen aus der Anlage sind für das Geschäftsjahr 2028 geplant.

Das ist nur ein Teil eines deutlich größeren Investitionsprogramms. In Singapur investiert Micron rund 24 Milliarden Dollar über zehn Jahre in eine neue Waferfabrik. In New York hat das Unternehmen den Bau der nach eigenen Angaben größten Halbleiterfabrik in der US-Geschichte gestartet — Volumen: 100 Milliarden Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr plant Micron Investitionsausgaben von rund 20 Milliarden Dollar, mit Schwerpunkt in der zweiten Jahreshälfte.

Analysten erhöhen die Kursziele

Vor dem Bericht haben mehrere Banken ihre Kursziele deutlich angehoben:

  • Wedbush (Matt Bryson): Kursziel von 320 auf 500 Dollar erhöht, Rating „Outperform"
  • Wells Fargo (Aaron Rakers): Kursziel von 410 auf 470 Dollar erhöht, Rating „Overweight"
  • TD Cowen (Krish Sankar): Kursziel von 450 auf 500 Dollar erhöht, Rating „Buy"
  • RBC Capital (Srini Pajjuri): Kursziel von 425 auf 525 Dollar erhöht, Rating „Outperform"
  • Susquehanna (Mehdi Hosseini): Kursziel von 345 auf 525 Dollar erhöht, Rating „Positive"

Der durchschnittliche Konsens-Zielkurs liegt laut TipRanks bei 455,74 Dollar, basierend auf 26 Kaufempfehlungen und einer Halteempfehlung.

Was heute Abend zählt

Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um rund 334 Prozent zugelegt und erreichte gestern mit 402,20 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch. Die Messlatte liegt entsprechend hoch.

Entscheidend für die Marktreaktion werden der Umsatzausblick für das dritte Quartal, Angaben zu HBM4-Ausbeuten sowie ein Update zum Umbau des Taiwan-Werks sein. Liefert Micron auf ganzer Linie, dürfte der Markt dies als Bestätigung werten, dass der KI-Investitionszyklus noch erheblich Luft nach oben hat.

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