Micron Aktie: Neue Wachstumsmöglichkeiten!
Micron sorgt zum Wochenauftakt mit einem Milliardenkauf in Taiwan und einer deutlichen Warnung vor globalen Engpässen am Memory-Markt für Gesprächsstoff. Der Konzern reagiert damit auf eine Knappheit, die vor allem vom KI-Boom ausgelöst wird. Entscheidend ist nun, wie lange diese Phase erhöhter Preise und Nachfrage anhalten kann.
Milliardeninvestition in Taiwan
Micron hat eine endgültige Vereinbarung zum Kauf der P5-Fertigungsanlage in Tongluo, Taiwan, von Powerchip Semiconductor Manufacturing Corp (PSMC) für 1,8 Milliarden US‑Dollar geschlossen. Der Abschluss der Transaktion wird im zweiten Quartal 2026 erwartet. Die Fabrik soll bis zur zweiten Jahreshälfte 2027 für eine höhere DRAM-Produktion umgerüstet werden.
Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf akute Kapazitätsengpässe in der Speicherindustrie. Micron-Manager Manish Bhatia sprach in einem Interview von einer „beispiellosen Knappheit“. Die hohe Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren großer Anbieter wie Nvidia bindet erhebliche Fertigungskapazitäten, die dann für klassische Speicherchips fehlen.
Die Folgen sind bereits sichtbar: PC- und Smartphone-Hersteller sichern sich Lieferkontingente weit in das Jahr 2027 hinein. Der Markt entwickelt sich damit klar zugunsten der Anbieter, die Preissetzungsmacht gewinnt.
Am Freitag hatte die Aktie in den USA mit einem Plus von 7,76 % auf 362,75 US‑Dollar ein Rekordhoch markiert. Im europäischen Handel kam es heute zu einer technisch geprägten Konsolidierung um rund 2,3 % auf etwa 305 Euro, begünstigt durch Gewinnmitnahmen bei geschlossenen US‑Börsen.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Kauf der P5-Fab in Taiwan für 1,8 Mrd. US‑Dollar
- Geplanter Hochlauf zusätzlicher DRAM-Kapazitäten ab 2. Halbjahr 2027
- Engpässe durch hohe HBM-Nachfrage für KI-Rechenzentren
- PC- und Smartphone-Hersteller sichern sich Lieferungen bis 2027
- Aktie nach Rekordhoch in technischer Konsolidierung
Starke Zahlen untermauern Expansion
Die Dringlichkeit der Taiwan-Transaktion spiegelt sich in den jüngsten Geschäftszahlen wider. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (veröffentlicht im Dezember 2025) stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 56,7 % auf 13,64 Milliarden US‑Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie (non‑GAAP EPS) lag bei 4,78 US‑Dollar und übertraf die Markterwartungen deutlich.
Diese Entwicklung zeigt, dass die durch KI-Anwendungen getriebene Nachfrage nicht nur die Auslastung, sondern auch die Margen spürbar erhöht. Der häufig diskutierte „Superzyklus“ im Speichersegment schlägt damit klar auf den Gewinn durch.
Mehrere Banken haben ihre Einschätzung daraufhin angepasst. RBC Capital startete die Beobachtung der Aktie mit einem „Outperform“-Rating und einem Kursziel von 425 US‑Dollar. KeyBanc und Bank of America erhöhten ebenfalls ihre Zielmarken und verweisen auf eine länger anhaltende Angebotsknappheit. In der Folge verschiebt sich die Sichtweise vom üblichen zyklischen Aufschwung hin zu einer strukturellen Expansion, getragen von dauerhaft hohen Infrastrukturinvestitionen im KI-Bereich.
Schwerpunkt auf HBM und Infrastrukturkunden
Micron positioniert sich mit der Taiwan-Übernahme im Wettbewerb um High Bandwidth Memory. Statt einer Neubaumaßnahme setzt der Konzern auf bestehende Reinraumkapazitäten, um die Zeit bis zum Markthochlauf deutlich zu verkürzen. Das ist wichtig, weil HBM-Fertigung besonders ressourcenintensiv ist: Für HBM werden rund drei Mal so viele Wafer wie für Standard‑DRAM benötigt.
Parallel verschiebt sich der Fokus des Geschäftsmodells. Höhermargige Enterprise- und Rechenzentrumslösungen rücken in den Mittelpunkt. Konsumentenmarken wie Crucial verlieren an Priorität, während Industrie- und Datacenter-Kunden an Bedeutung gewinnen.
Typischerweise enden Speicherzyklen, wenn zusätzliche Kapazitäten den Markt wieder ausbalancieren. Aufgrund der höheren Komplexität von HBM‑Chips und des starken Ausbaus von KI-Infrastrukturen könnte die aktuelle Knappheitsphase jedoch deutlich länger dauern als in früheren Zyklen.
Technische Lage und nächste Termine
Charttechnisch befindet sich der Titel nach dem Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 360 US‑Dollar in „Blue-Sky“-Territorium ohne historische Widerstände. Kurzfristig gilt der Bereich um 350 US‑Dollar als erste Unterstützung und Referenzpunkt für die aktuelle Aufwärtsbewegung.
Wesentliche nächste Stationen sind der geplante Abschluss der PSMC-Transaktion im zweiten Quartal 2026 und der nächste Ergebnisbericht im März. Bis dahin dürften vor allem Preisdaten vom Spotmarkt für Speicherchips den Ton angeben, zumal die gemeldeten Engpässe auf weiter steigende Notierungen hindeuten.
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