Micron hat gerade die stärksten Quartalszahlen seiner Unternehmensgeschichte vorgelegt — und die Aktie fiel trotzdem. Ein Widerspruch, der sich bei näherer Betrachtung auflöst.

Im zweiten Fiskalquartal 2026 erzielte Micron einen Rekordumsatz von 23,86 Milliarden Dollar, fast dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 12,20 Dollar übertraf die Analystenerwartungen von rund 9,19 Dollar deutlich. Die bereinigte Bruttomarge kletterte auf 74,9 Prozent — auch das ein Allzeithoch.

Wenn ein Quartal mehr wert ist als ein ganzes Jahr

Noch beeindruckender ist der Ausblick. Für das laufende dritte Fiskalquartal erwartet Micron einen Umsatz von rund 33,5 Milliarden Dollar bei einer Bruttomarge von etwa 81 Prozent. Zum Vergleich: Dieser eine Quartalsumsatz übersteigt den Jahresumsatz jedes einzelnen Geschäftsjahres vor 2025.

Treiber dieser Entwicklung ist die explodierende Nachfrage nach KI-Speicherlösungen. Micron liefert bereits in Serie die neueste Generation des High Bandwidth Memory, HBM4 in der 36-GB-12-Hi-Konfiguration, für NVIDIAs Vera-Rubin-Plattform. Die HBM-Kapazitäten sind bis Ende 2026 vollständig ausverkauft, ein Großteil des 2027er Angebots befindet sich bereits in Verhandlung.

Strukturell bedeutsam ist auch ein weiterer Schritt: Micron schloss erstmals einen Fünfjahres-Liefervertrag mit einem Kunden ab. Das signalisiert, dass Hyperscaler Speicher nicht mehr als austauschbare Ware, sondern als strategische Ressource behandeln.

Warum die Aktie trotzdem nachgab

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Nach einer Rally von rund 369 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten nutzten viele Anleger die Rekordmeldung zur Gewinnmitnahme. Hinzu kommen gestiegene Investitionsausgaben: Micron erhöhte seine Capex-Prognose für das Geschäftsjahr 2026 auf über 25 Milliarden Dollar, um Fertigungskapazitäten in Idaho und New York auszubauen — gefördert mit 6,4 Milliarden Dollar aus dem CHIPS Act. Analysten von Citi und UBS sehen in den hohen Investitionsanforderungen für 2027 den zentralen Unsicherheitsfaktor für langfristige Bewertungsmodelle.

Belastet wurde die Aktie zusätzlich durch das breitere Marktumfeld: Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und ein Brent-Ölpreis von 119 Dollar je Barrel drückten auf den gesamten Technologiesektor.

Analysten erhöhen die Ziele deutlich

Die Zahlen lösten dennoch eine Welle von Kurszielhöhungen aus. Barclays setzt nun 675 Dollar an, Cantor Fitzgerald sogar 700 Dollar. JPMorgan hob sein Ziel von 350 auf 550 Dollar an und bekräftigte die Übergewichten-Einstufung. Passend dazu erhöhte Microns Vorstand die Quartalsdividende um 30 Prozent auf 0,15 Dollar je Aktie, zahlbar am 15. April 2026.

Die Aktie notiert aktuell rund neun Prozent unterhalb ihres Mitte März markierten 52-Wochen-Hochs von 402,20 Euro — ein Rücksetzer, der angesichts der fundamentalen Datenlage eher technischer als inhaltlicher Natur ist.

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