Metaplanet sieht Rückenwind für Bitcoin in japanischen Firmenkassen – doch die eigenen Zahlen zeigen, wie schnell diese Strategie bilanziell zur Belastung werden kann. Ausgerechnet ein Traditionskonzern liefert jetzt zusätzliche „Außen-Bestätigung“ für den Trend. Kann Metaplanet operative Stärke künftig sauber von den Bitcoin-bedingten Buchungseffekten trennen?

Japans Bitcoin-Treasuries ziehen an

Metaplanet-CEO Simon Gerovich erklärte am Freitag, „die Ära der Bitcoin-Treasuries verbreitet sich still“, nachdem ein weiteres börsennotiertes Unternehmen in Japan Bitcoin-Käufe angekündigt hatte.

Dabei geht es um Daido Limited. Das Unternehmen teilte mit, bis zu 1 Mrd. Yen in Bitcoin investieren zu wollen. Bitcoin werde als „digitales Gold“ positioniert – unter anderem als Absicherung gegen Inflation und eine mögliche Yen-Abwertung. Auslöser seien wachsende Sorgen über makroökonomischen Druck und langfristige Währungsrisiken.

Rekordumsatz – und riesiger Buchverlust

Metaplanets Geschäftsjahr 2025, dessen Zahlen im Februar veröffentlicht wurden, wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich: Operativ lief es stark, unter dem Strich entstand jedoch ein massiver Verlust.

Das Unternehmen meldete einen operativen Gewinn von 6,3 Mrd. Yen. Das entspricht einem Plus von rund 1.700% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sprang um 738% auf 8,9 Mrd. Yen. Treiber war laut Bericht das Segment „Bitcoin Income Business“, das inzwischen zum wichtigsten Ertragsbringer geworden ist. Metaplanet erzielt dort Erträge über Optionsstrategien, die an die eigenen Bitcoin-Reserven gekoppelt sind.

Die Kehrseite: Metaplanet wies einen Nettoverlust von 95,05 Mrd. Yen aus. Grund war eine nicht zahlungswirksame Wertminderung („Impairment“) von 102,2 Mrd. Yen auf den Bitcoin-Bestand. Diese Anpassung wurde nötig, nachdem der Bitcoin-Preis laut Artikel von einem Hoch nahe 125.000 US-Dollar auf unter 90.000 US-Dollar bis Ende 2025 gefallen war.

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Wichtig ist dabei der Mechanismus: Nach japanischen Rechnungslegungsvorschriften müssen Digitalwerte zum Marktwert bewertet werden. Schwankungen schlagen damit direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung auf – auch wenn keine Coins verkauft werden. Metaplanet betont, dass dieser Abschreibungs-Effekt nicht den operativen Cashflow belastet.

„555 Million Plan“, neue Prognose und gekürzte Kursziele

Metaplanet hielt zum Jahresende 2025 insgesamt 35.102 Bitcoin. Der Bestand wurde im Artikel mit rund 2,5 Mrd. US-Dollar bewertet, der durchschnittliche Kaufpreis soll bei etwa 107.000 US-Dollar gelegen haben. Damit zählt Metaplanet dem Text zufolge zu den vier größten börsennotierten Unternehmenshaltern von Bitcoin weltweit. Innerhalb eines Jahres stieg der Bestand von 1.762 auf 35.102 Bitcoin.

Die Ziele bleiben hoch: Der „555 Million Plan“ sieht 100.000 Bitcoin bis Ende 2026 und 210.000 Bitcoin bis 2027 vor.

Für das bis zum 31. März 2026 laufende Geschäftsjahr (FY2026) gab Metaplanet im Februar 2026 eine neue konsolidierte Prognose aus: erwartet werden 16,0 Mrd. Yen Umsatz und 11,4 Mrd. Yen operativer Gewinn. Allein das Bitcoin-Income-Segment erzielte im vierten Quartal 4,3 Mrd. Yen. Im Artikel wird betont, dass diese Quartalsleistung auf Jahresbasis über der Jahresprognose liegen würde.

Zusätzlich kündigte das Unternehmen für 2026 Dividenden auf Class-B-Vorzugsaktien an. Gleichzeitig verweist der Text darauf, dass Stammaktionäre durch jüngste Aktien- und Warrant-Emissionen Verwässerung hinnehmen mussten. Auffällig: Eine Nettoergebnis-Prognose veröffentlichte Metaplanet bewusst nicht – laut Artikel, um das planbarere operative Geschäft von den schwer prognostizierbaren Bewertungseffekten durch Bitcoin-Preisschwankungen abzugrenzen.

An der Wall Street wurden Kursziele zuletzt deutlich gesenkt: Cantor Fitzgerald reduzierte das Ziel für Metaplanet von 6,00 auf 3,00 US-Dollar und verwies auf Bilanzdruck durch Asset-Preisschwankungen, hielt aber am „Overweight“-Rating fest. Benchmark kappte das Kursziel von 2.400 auf 1.100 Yen. In den vergangenen sechs Monaten fiel die Aktie laut Artikel um rund 63%, begleitet von wachsender Aufmerksamkeit für die aggressive Bitcoin-Akkumulationsstrategie.

Zum nächsten Orientierungspunkt dürften die FY2026-Zahlen für das am 31. März endende Geschäftsjahr werden – gerade, weil Metaplanet zwar Umsatz und operativen Gewinn in Aussicht stellt, das Nettoergebnis aber wegen der Bitcoin-bedingten Bewertungseffekte bewusst offenlässt.

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