Der Stuttgarter Autobauer treibt seine Zukunftsplanung mit Nachdruck voran, auch wenn der Aktienkurs zuletzt unter die Räder kam. Während an der Börse Skepsis dominiert, zementiert das Management langfristige Lieferketten und bereitet gleichzeitig die Erneuerung seines wichtigsten Gewinnbringers vor. Gelingt mit dieser strategischen Zange aus Elektrifizierung und Luxus-Fokus die Stabilisierung?

  • Rohstoff-Deal: Vertrag über 300 Millionen US-Dollar für Lithium-Versorgung
  • Produkt-Launch: Weltpremiere der neuen S-Klasse am 29. Januar
  • Marktlage: Aktie verliert auf Monatssicht über 16 Prozent

Langfristige Rohstoffsicherung

Mercedes-Benz hat einen entscheidenden Schritt unternommen, um die Materialversorgung für seine künftige Elektroflotte zu garantieren. Der Konzern unterzeichnete ein mehrjähriges Rahmenabkommen mit Titan Lithium Industries aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Vertragsvolumen beläuft sich auf über 300 Millionen US-Dollar.

Ab 2028 soll die kommerzielle Belieferung mit batteriefähigem Lithium starten. Für Mercedes geht es hierbei primär um die Diversifizierung der Lieferkette und die Unabhängigkeit von einzelnen Märkten. Der Partner Titan Lithium betreibt seine Raffinerie in Abu Dhabi und nutzt dort fortschrittliche Prozesse zur Gewinnung von Lithiumcarbonat und Lithiumhydroxid. Diese Vereinbarung ist ein Baustein, um die ambitionierten Elektrifizierungsziele in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts physisch abzusichern.

Premiere des Gewinnbringers

Während der Lithium-Deal auf die langfristige Zukunft einzahlt, steht kurzfristig das margenstärkste Segment im Rampenlicht. Am kommenden Mittwoch, den 29. Januar, feiert das Update der S-Klasse seine Weltpremiere. CEO Ola Källenius bezeichnet die Überarbeitung als eines der umfassendsten Facelifts in der Modellgeschichte.

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Rund 2.700 Bauteile wurden erneuert. Technologisch sticht die Einführung des eigenen Betriebssystems MB.OS hervor, flankiert von Vorbereitungen für das autonome Fahren nach Level 4. Auch ein neu entwickelter V8-Motor kommt zum Einsatz, was die Brücke zwischen klassischem Verbrenner-Luxus und modernen Emissionsstandards schlägt. Für Investoren ist dieses Modell essenziell, da die S-Klasse traditionell signifikant zur Profitabilität des Konzerns beiträgt.

Skepsis am Markt dominiert

Trotz der operativen Fortschritte spiegelt der Aktienkurs eine deutliche Zurückhaltung der Anleger wider. Das Papier schloss am Freitag bei 58,30 Euro und hat damit auf Monatssicht 16,67 Prozent an Wert eingebüßt. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 60,38 Euro signalisiert den kurzfristigen Abwärtstrend.

Analysten sehen derzeit gemischte Signale. Das Haus Jefferies bestätigte zuletzt sein "Hold"-Rating mit einem Kursziel von 65 Euro. Als Belastungsfaktor werden vor allem mögliche neue Zölle und die damit verbundene Unsicherheit für die Prognose 2026 identifiziert. Auch das laufende Aktienrückkaufprogramm, in dessen Rahmen bis Mitte Januar bereits Anteile für rund 420 Millionen Euro erworben wurden, konnte den jüngsten Kursrutsch nicht vollständig kompensieren.

Fazit und Ausblick

Die Strategie von Mercedes-Benz ist klar erkennbar: Die Einnahmen aus dem klassischen Luxussegment (S-Klasse) sollen den teuren Wandel zur Elektromobilität (Lithium-Deal) finanzieren. Ob dieser Plan aufgeht, wird sich am 12. Februar zeigen. Dann veröffentlicht der Konzern seine Jahresergebnisse für 2025. Anleger werden hier genau prüfen, wie stark der Absatzrückgang von 10 Prozent im vergangenen Jahr tatsächlich auf die Margen durchgeschlagen hat und ob die Jahresprognose für 2026 die erhoffte Zuversicht rechtfertigt.

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