Neue Zolldrohungen aus den USA treffen Mercedes-Benz zu einem sensiblen Zeitpunkt: Heute steht der „Pre-Close Call“ zum Geschäftsjahr 2025 an, während der gesamte deutsche Autosektor unter geopolitischem Druck steht. Die Aktie pendelt im Bereich von 57 Euro, Analysten justieren ihre Modelle – und das politische Umfeld droht jede operative Verbesserung zu überlagern.

Politische Risiken dominieren den Kurs

Die Stimmung rund um den Titel ist am Dienstag, 20. Januar 2026, angespannt. Nach erneuten protektionistischen Signalen aus Washington geriet der deutsche Automobilsektor zu Wochenbeginn spürbar unter Druck. Die Mercedes-Benz Aktie fiel gestern zeitweise deutlich in den Bereich um 55 Euro, ehe sie sich wieder leicht erholte.

Heute notiert die Aktie bei rund 57,44 Euro und liegt damit:

  • etwa 18 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 70,10 Euro
  • rund 22 % über dem 52‑Wochen-Tief von 47,05 Euro

Der Kurs bewegt sich damit zwischen klarer Erholung seit dem Jahrestief und merklichem Abstand zu früheren Höchstständen. Der 14‑Tage-RSI von 36,3 signalisiert, dass der Wert in die Nähe eines überverkauften Bereichs rutscht, ohne diesen bereits klar zu erreichen.

Berenberg bleibt vorsichtig optimistisch

Trotz der politischen Unsicherheit kommt von Analystenseite ein leicht positiver Akzent. Die Privatbank Berenberg hat ihre Bewertung für Mercedes-Benz überarbeitet. Analyst Romain Gourvil bestätigt zwar das Rating „Hold“, erhöht aber das Kursziel moderat von 60 auf 63 Euro.

Begründet wird dies mit einer erwarteten Gewinnstabilisierung bei europäischen Autokonzernen im Jahr 2026. Berenberg geht davon aus, dass sich die Ertragslage in einem insgesamt schwierigen Umfeld zumindest auf solidem Niveau halten kann. Gleichzeitig bleibt der Blick auf zentrale Risikofaktoren geschärft:

  • China-Geschäft: Die Nachfrage im dortigen Premiumsegment bleibt herausfordernd; 2025 lag der Absatz dort um 19 % unter dem Vorjahr.
  • Produkt-Momentum: Neue Modelle und Produktimpulse sind vorhanden, müssen sich aber gegen schwache Konjunktur und geopolitische Unsicherheit behaupten.

Unterm Strich signalisiert das neue Kursziel: Fundamental traut Berenberg der Aktie weiterhin Stabilität zu, eine aggressiv positive Neubewertung wird aber durch das Risiko-Profil ausgebremst.

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US-Zölle als zentrales Damoklesschwert

Der wichtigste Belastungsfaktor der vergangenen Tage ist klar politischer Natur. Berichte über mögliche neue US-Strafzölle auf europäische Fahrzeuge haben die Märkte zum Wochenstart aufgeschreckt. Für einen exportorientierten Premiumhersteller wie Mercedes-Benz wären verschärfte Handelsbedingungen in den USA ein spürbarer Gegenwind.

Der Markt preist dieses Risiko zunehmend ein:

  • Belastungsfaktor: Angst vor neuen US-Importzöllen
  • China: Parallel drückt die schwächere Nachfrage im Premiumsegment (China-Absatz 2025: –19 %)
  • Sektortrend: Der gesamte europäische Autosektor steht unter geopolitischem Druck

Diese Gemengelage erklärt die erhöhte Volatilität der Aktie. Die 50‑Tage-Linie bei 60,34 Euro wurde nach unten durchbrochen, aktuell liegt der Kurs rund 4,8 % darunter. Gleichzeitig notiert die Aktie noch knapp über ihrem 100‑Tage- und 200‑Tage-Durchschnitt, was das gemischte technische Bild widerspiegelt.

Pre-Close Call als kurzfristiger Taktgeber

Abseits der politischen Bühne richtet sich der Blick heute auf den „Pre-Close Call“ von Mercedes-Benz zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2025. In diesem Gespräch kalibriert das Management die Erwartungshaltung der Analysten, bevor die „Quiet Period“ bis zur Veröffentlichung der Jahreszahlen beginnt.

Im Zentrum stehen dabei vor allem:

  • Einschätzungen zur Entwicklung der Margen in einem schwachen Marktumfeld
  • Hinweise, ob die Profitabilitätsziele für 2025/2026 bestätigt werden können
  • Einordnung des abgelaufenen Weihnachtsquartals, das mit 558.400 Einheiten das volumenstärkste Quartal 2025 war

Für die Märkte ist der heutige Termin deshalb wichtig: Er liefert den letzten substanziellen Hinweis zur operativen Lage, bevor die offiziellen Zahlen am 12. Februar 2026 (Jahrespressekonferenz) und der vollständige Geschäftsbericht am 4. März 2026 folgen. Vor diesem Hintergrund dürfte jede Aussage des Managements zu Nachfrage, Margen und Ausblick genau seziert werden.

Fazit: Volatiles Gleichgewicht

Die Mercedes-Benz Aktie bewegt sich derzeit in einem Spannungsfeld aus solider operativer Basis und erheblichen politischen Risiken. Das leicht erhöhte Kursziel von Berenberg auf 63 Euro unterstreicht, dass die fundamentalen Erwartungen für 2026 nicht eingebrochen sind. Gleichzeitig dämpfen das China-Umfeld und die Unsicherheit um mögliche US-Zölle jede Euphorie.

Kurzfristig dürfte der heutige Pre-Close Call den Takt für den Kursverlauf vorgeben. Gelingt es dem Management, Margen- und Absatzentwicklung überzeugend einzuordnen, könnte dies die zuletzt eingetrübte Stimmung etwas aufhellen. Bleibt die handelspolitische Unsicherheit jedoch bestehen, ist mit anhaltenden Schwankungen rund um das aktuelle Kursniveau zu rechnen.

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