Mercedes-Benz Aktie: CES-Impuls
Mercedes-Benz nutzt die Bühne der CES 2026, um seine Software-Strategie im Auto deutlich zu schärfen: Gemeinsam mit NVIDIA startet der Konzern in die reale Umsetzung autonomer Fahrfunktionen im neuen CLA. Parallel dazu kommen ein Analysten-Update von JPMorgan und laufende Aktienrückkäufe als Kurstreiber hinzu. Doch wie stark ist dieser Mix aus Tech-Vision und Kapitalmarktunterstützung wirklich?
Die Fakten im Überblick
- Start der NVIDIA-Software DRIVE AV im neuen CLA auf US-Straßen noch 2026
- Integration in das eigene Betriebssystem MB.OS mit „Over-the-Air“-Updates
- US-Premiere des elektrischen GLC mit 800-Volt-Architektur
- JPMorgan bestätigt „Overweight“ mit Kursziel 68 Euro
- Seit November 2025 über 5,7 Mio. eigene Aktien zurückgekauft
- Aktueller Kurs: 61,45 Euro, rund 10 % unter dem Kursziel
CES 2026: Software rückt ins Zentrum
Der zentrale Impuls kommt heute von der CES in Las Vegas: Mercedes-Benz und NVIDIA haben den Start der DRIVE AV Software für den neuen CLA verkündet. Das System soll noch in diesem Jahr in den USA auf die Straße kommen und Level-2-Assistenzfunktionen mit „Point-to-Point“-Fahrunterstützung ermöglichen.
Technisch ist die Lösung in das hauseigene Betriebssystem MB.OS eingebettet. Wichtig aus Investorensicht: Die Funktionen können kontinuierlich per „Over-the-Air“-Update erweitert werden. Damit verschiebt sich das Geschäftsmodell ein Stück weit weg vom reinen Hardwareverkauf hin zu wiederkehrenden, softwarebasierten Erlösen.
Auf der gleichen Bühne zeigte Mercedes zudem den neuen elektrischen GLC für den US-Markt. Das Modell – traditionell ein Volumenbringer – kommt unter anderem mit einem 39,1-Zoll MBUX Hyperscreen und 800-Volt-Architektur. Ziel ist es, das zuletzt schwächere Elektrogeschäft über technologische Differenzierung zu stabilisieren.
Analysten und Rückkäufe als Stütze
An der Börse fällt die Reaktion bislang ruhig, aber konstruktiv aus. Die Aktie hält sich heute über der Marke von 60 Euro und notiert mit 61,45 Euro leicht über dem 50-Tage-Durchschnitt von 60,12 Euro. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 13,25 Prozent, der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 70,10 Euro beträgt aktuell gut 12 Prozent.
Rückendeckung kommt von JPMorgan. Die US-Bank bestätigte ihre Einstufung „Overweight“ und ein Kursziel von 68 Euro. Vom aktuellen Niveau entspricht das einem Potenzial im Bereich von rund 10 Prozent. Inhaltlich verleiht das der CES-Story zusätzliche Glaubwürdigkeit, ohne jedoch neue, radikale Akzente zu setzen.
Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter. Zwischen dem 29. Dezember 2025 und dem 2. Januar 2026 erwarb der Konzern 418.616 eigene Aktien. Seit Start des Programms Anfang November summiert sich die Zahl der eingezogenen Papiere auf über 5,7 Millionen Stück. Diese Nachfrage aus dem Unternehmen wirkt stützend auf den Kurs und signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung.
Strategie: Zwischen Vision und Realität
Inhaltlich zahlt die CES-Präsentation klar auf das Bild des „Software-Defined Vehicle“ ein. Die vertiefte Zusammenarbeit mit NVIDIA verschafft Mercedes einen Vorteil gegenüber Herstellern, die noch an eigenen Software-Plattformen ringen. Dass DRIVE AV nun auf öffentlichen Straßen zum Einsatz kommt, markiert einen Übergang von der Ankündigungs- zur Umsetzungsphase und eröffnet die Tür zu einer Monetarisierung fortgeschrittener Assistenzsysteme.
Gleichzeitig bleibt das operative Umfeld anspruchsvoll. Die gemischten Zulassungszahlen im Heimatmarkt zeigen, dass der Hochlauf der Elektromobilität und neuer Softwaredienste nicht friktionsfrei verläuft. Vor diesem Hintergrund ist die heute bestätigte Ausrichtung im Oberklasse-Segment bemerkenswert: Langfristig soll eine elektrische S-Klasse den EQS ersetzen. Das wird als Anpassung der bisherigen EQ-Markenstrategie gelesen, die im Top-End-Luxus offenbar nicht die gewünschte Wirkung entfaltet hat.
Charttechnisch bewegt sich die Aktie mit einem Kurs von 61,45 Euro klar über dem 200-Tage-Durchschnitt von 54,36 Euro, während der RSI mit 36,3 keinen überkauften Zustand signalisiert. Der Titel hat sich damit deutlich vom 52-Wochen-Tief bei 47,05 Euro entfernt, liegt aber noch ein gutes Stück unter dem Hoch – ein Bild, das zu der Mischung aus Fortschritten in der Softwarestrategie und anhaltenden Marktherausforderungen passt.
Konkreter Ausblick
In den nächsten Tagen dürfte entscheidend sein, wie der US-Markt die CES-Neuigkeiten einordnet, wenn die Handelsaktivität nach den Präsentationen voll anläuft. Kurzfristig ist die Zone um 60 Euro eine wichtige Marke: Hält diese Unterstützung, bleibt der Weg in Richtung des JPMorgan-Kursziels von 68 Euro technisch offen.
Den nächsten harten Belastungstest liefert die Veröffentlichung der detaillierten Jahreszahlen für 2025. Dann wird sich zeigen, in welchem Umfang die hohen Investitionen in MB.OS, die Integration der NVIDIA-Technologie und die Elektro-Offensive in den Margen sichtbar werden – und ob die aktuelle Bewertung den Übergang vom klassischen Autobauer zum softwaregetriebenen Mobilitätsanbieter angemessen widerspiegelt.
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