Lynas Aktie: Daten veröffentlicht
Lynas hat mit seinem Q2-Bericht für das Geschäftsjahr 2026 für Gesprächsstoff gesorgt. Operativ gab es deutliche Bremsspuren, finanziell profitiert der Konzern jedoch klar von höheren Preisen. Entscheidend wird nun, ob die Produktion wieder an frühere Niveaus heranreicht.
Starke Erlöse, schwächere Produktion
Der seltene-Erden-Produzent erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 201,9 Mio. AUD. Das entspricht einem Plus von 43 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Haupttreiber war ein deutlicher Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises auf 85,60 AUD je Kilogramm (rund 57,69 USD/kg). Im Vorjahresquartal lag dieser Wert noch bei 49,20 AUD/kg. Damit zahlt sich die Strategie aus, in einem angespannten Markt eher auf Wert als auf Volumen zu setzen.
Auf der Produktionsseite sieht das Bild schwächer aus. Die NdPr-Ausbringung (Neodym-Praseodym) sank auf 1.404 Tonnen, ein Rückgang von 30 % im Quartalsvergleich. Das Management führt dies auf Stromversorgungsprobleme am Standort Kalgoorlie in Western Australia sowie auf geplante Wartungsarbeiten zurück. Beide Punkte seien inzwischen behoben.
- Umsatz Q2 FY26: 201,9 Mio. AUD (+43 % YoY)
- Durchschnittspreis: 85,60 AUD/kg (Vorjahr: 49,20 AUD/kg)
- NdPr-Produktion: 1.404 Tonnen (-30 % QoQ)
Bewertungsdifferenz: 9,35 vs. 17,70 AUD
Nach den Zahlen klafft die Bewertungsschere zwischen den Analysten weit auseinander.
Die skeptische Seite:
Bell Potter hält an seiner „Sell“-Einschätzung fest und belässt das Kursziel bei 9,35 AUD. Ausgehend vom aktuellen Niveau bedeutet dies ein Abwärtspotenzial von über 40 %. Die Analysten argumentieren, der jüngste Kursanstieg sei vor allem von geopolitischen Absicherungen und Hoffnungen rund um die US‑China-Beziehungen getragen worden. Aus ihrer Sicht hat sich der Kurs von den Fundamentaldaten gelöst und preist trotz operativer Probleme ein nahezu fehlerfreies Szenario ein.
Die optimistische Seite:
Große Investmentbanken sehen dagegen weiteres Potenzial. Morgan Stanley stufte auf „Buy“ hoch und setzt das Kursziel auf 17,55 AUD. UBS bleibt ebenfalls bei „Buy“ mit einem Ziel von 17,70 AUD. Im Fokus steht dabei die besondere Stellung von Lynas als einziger skalierter, nicht-chinesischer Produzent separierter Seltenerdmetalle. Diese Rolle gilt als strategischer Vorteil, da westliche Staaten ihre Lieferketten stärker diversifizieren wollen.
Starker Kursverlauf, Führungswechsel voraus
Die Bewertungsdebatte findet vor dem Hintergrund eines kräftigen Kursanstiegs statt. Auf Sicht von zwölf Monaten legte die Aktie um rund 147 % zu und ließ damit den ASX 200 deutlich hinter sich. Rückenwind kommt von der „China Plus One“-Strategie zahlreicher Industriekonzerne und Verteidigungsunternehmen, die ihre Abhängigkeit von chinesischen Lieferanten verringern möchten.
Gleichzeitig steht das Unternehmen vor einem personellen Einschnitt. CEO Amanda Lacaze, die als treibende Kraft der operativen Wende gilt, kündigte am 13. Januar ihren Rückzug für später im Jahr an. Sie wird das Unternehmen noch bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres führen. Die anstehende Nachfolgeentscheidung bringt zusätzliche Unsicherheit, gerade während Lynas seine ausgeweitete Produktionsbasis stabilisieren will.
Ausblick auf das dritte Quartal
Für die kommenden Monate rückt vor allem die operative Entwicklung in Kalgoorlie in den Mittelpunkt. Im dritten Quartal dürfte sich zeigen, ob die Stromprobleme tatsächlich vollständig gelöst sind und die NdPr-Produktion wieder die angepeilte Kapazität erreicht. Nur dann kann Lynas das aktuell hohe Preisniveau vollständig nutzen.
Charttechnisch befindet sich die Aktie weiterhin in einem Aufwärtstrend, stößt jedoch im Bereich um 17,80 AUD auf Widerstand. Kurzfristig steht im Raum, ob sich der Kurs dauerhaft über 16,50 AUD etablieren kann – unterstützt durch die positiven Szenarien der Großbanken – oder ob die vorsichtige Bewertung von Bell Potter eine Kurskonsolidierung einleitet.
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