Lynas Aktie: Vorsprung ausgebaut
Lynas Rare Earths hat heute starke Quartalszahlen vorgelegt und gleichzeitig einen Führungswechsel angekündigt. Trotz rückläufiger Produktion legte der Umsatz deutlich zu, getragen von höheren Verkaufspreisen. Die Aktie reagierte mit einem klaren Kurssprung – wie stabil ist dieser Rückenwind?
- Umsatz Q2 FY2026: A$201,9 Mio. (+43 % YoY)
- Durchschnittlicher Verkaufspreis: A$85,60/kg (+74 % YoY)
- REO-Produktion: 2.382 Tonnen (-9 % YoY, -40 % gegenüber Vorquartal)
- CEO Amanda Lacaze tritt zum Ende des Geschäftsjahres ab
- Cashbestand: A$1,03 Mrd., Aktienkurs +134,5 % in 12 Monaten
Umsatz wächst trotz Produktionsrückgang
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Lynas einen Bruttoumsatz von A$201,9 Mio., nach A$141,2 Mio. im Vorjahresquartal. Die Zahlungseingänge aus Verkäufen lagen bei A$185,0 Mio., ein Plus von 26,8 % gegenüber A$145,9 Mio. im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Treiber war ein deutlich höherer durchschnittlicher Verkaufspreis über alle Seltenen Erden hinweg. Dieser stieg auf A$85,60 je Kilogramm, nach A$49,20/kg im Vorjahr – ein Anstieg um 74 %.
Dem stand ein klarer Rückgang der Produktion gegenüber: Die Gesamtproduktion von Rare Earth Oxides (REO) belief sich auf 2.382 Tonnen, rund 9 % weniger als im Vorjahr und 40 % unter dem Wert des vorangegangenen Quartals (3.993 Tonnen). Die NdPr-Produktion (Neodym-Praseodym) lag bei 1.404 Tonnen, DyTb (Dysprosium-Terbium) bei 26 Tonnen.
Produktionsprobleme und Gegenmaßnahmen
Das Produktionsdefizit resultierte aus zwei Hauptfaktoren: erheblichen Stromversorgungsstörungen im Kalgoorlie-Verarbeitungswerk in Western Australia Anfang November 2025 sowie umfangreichen, geplanten Ofenwartungen im Werk Kuantan in Malaysia.
CEO Amanda Lacaze bestätigte im Analystencall, dass die Stromprobleme in Kalgoorlie andauern: „Erst gestern hatten wir zwei bedeutende Stromausfälle.“ Lynas arbeitet an Offgrid-Lösungen zur Sicherung der Energieversorgung, unter anderem mit Diesel als möglicher Backup-Option.
Die Ofenwartung in Malaysia wurde nach Unternehmensangaben sicher abgeschlossen. Die Cracking- und Leaching-Anlagen nahmen im Januar 2026 den Betrieb wieder auf.
CEO-Wechsel nach starkem Jahrzehnt
Amanda Lacaze, seit 2014 CEO, hat am 13. Januar 2026 ihren Rückzug zum Ende des laufenden Geschäftsjahres angekündigt. Unter ihrer Führung stieg die Marktkapitalisierung von rund A$400 Mio. auf nahezu A$15 Mrd. – ein Zuwachs von mehr als 3.500 %.
In der Quartalsmitteilung bezeichnete Lacaze ihre zwölf Jahre an der Spitze als Privileg und sprach von einem geeigneten Zeitpunkt für den Übergang. Dylan Kelly vom Großaktionär Terra Capital würdigte ihre Leistung als „spektakulär“ und verwies auf die Neuverhandlung von Schulden mit japanischen Partnern, den Aufbau nordamerikanischer Aktivitäten und den Bau der Anlage in Kalgoorlie.
Der Aufsichtsrat hat eine globale Suche nach einer Nachfolge gestartet und prüft sowohl interne als auch externe Kandidaten.
Marktumfeld und Strategie
Politik stützt Seltene-Erden-Preise
Im Analystencall hob Lacaze hervor, dass staatliche Maßnahmen zu Mindestpreisen für Seltene Erden die Marktstruktur verbessert und Preise auf ein tragfähiges Niveau gehoben haben. Die Lockerung der Exportkontrollen Chinas habe den Angebotsüberhang dort reduziert und den chinesischen Referenzpreis gestützt, an dem sich ein Großteil der Lynas-Verkäufe orientiert.
Lacaze betonte, die Rahmenbedingungen am Markt seien weiterhin positiv und hätten sich im Januar in einigen Aspekten sogar weiter verbessert.
Wachstumsprojekte im Plan
Die Inbetriebnahme des Erweiterungsprojekts Mt Weld wurde im Quartal abgeschlossen. Die neue Flotationsanlage erreichte eine Auslastung von 70 % der geplanten Kapazität. Im Dezember lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung in Mt Weld bei 92 % und damit deutlich über dem Zielwert von 70 %.
Parallel hat Lynas mit dem Ausbau der Separation von schweren Seltenen Erden (HRE) im Malaysia-Werk begonnen. Die erste Produktion von Samarium ist für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgesehen. Die Detailplanung für die vollständige HRE-Separatoranlage läuft.
Finanzlage und Aktienentwicklung
Lynas beendete das Quartal mit liquiden Mitteln und kurzfristigen Einlagen von A$1,03 Mrd. Dieser Bestand verschafft dem Unternehmen spürbaren Spielraum für seine Wachstumsprojekte. Investitionen, Explorations- und Entwicklungszahlungen summierten sich im Quartal auf A$45,2 Mio.
Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten stark zugelegt: Der Kurs stieg um 134,5 %, während der S&P/ASX 200 Index im gleichen Zeitraum um 4,6 % zulegte. Am 22. Januar 2026 schloss die Aktie bei A$16,75, ein Tagesplus von 2,95 %, nachdem sie am Tag der Zahlenvorlage bereits um 6,7 % auf A$16,27 gestiegen war.
Konkreter Ausblick
Lynas will die Produktion und Ausbeute in Mt Weld weiter optimieren und gleichzeitig die Projekte zur Separation schwerer Seltenen Erden in Malaysia und den USA vorantreiben. Zudem arbeitet das Unternehmen an Lieferkettenpartnerschaften außerhalb Chinas im Rahmen der „Towards 2030“-Wachstumsstrategie.
Wichtige nächste Eckpunkte sind die erste Samarium-Produktion im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, die Ernennung einer neuen CEO oder eines neuen CEO vor Ende des Geschäftsjahres sowie die Halbjahreszahlen, die für Ende Februar 2026 erwartet werden.
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