In den USA verschiebt sich gerade die Strategie bei kritischen Rohstoffen – und das trifft Lynas gleich von zwei Seiten. Einerseits bekommt ein neuer, staatlich unterstützter US-Konkurrent viel Geld. Andererseits wackelt ausgerechnet das Instrument, das zuletzt die Preise stützte: garantierte Mindestpreise.

Die Folge: Die Aktie reagierte mit spürbarer Volatilität. Doch wie stark verändern diese Signale die Ausgangslage für den australischen Produzenten?

  • USA finanziert USA Rare Earth mit 1,6 Mrd. US-Dollar
  • Berichte über Rückzug von Mindestpreis-Garantien belasten das Sentiment
  • Operativ zuletzt höhere Preise, aber niedrigere Produktion
  • Zusätzlich steht ein CEO-Wechsel zum Geschäftsjahresende an

USA stärkt einen neuen Rivalen

Die US-Regierung kündigte laut Reuters zuletzt ein Finanzierungspaket über 1,6 Mrd. US-Dollar für USA Rare Earth an. Enthalten sind demnach 277 Mio. US-Dollar an vorgeschlagenen Bundesmitteln sowie ein vorrangig besicherter Kredit über 1,3 Mrd. US-Dollar unter dem CHIPS Act, wie das Unternehmen bestätigte.

Mit dem Geld soll eine Mine in Texas entwickelt werden, die ab 2028 kommerziell produzieren soll. Zusätzlich ist eine Magnetfertigung in Oklahoma geplant. Handelsminister Howard Lutnick begründete den Schritt damit, Lieferketten widerstandsfähiger zu machen und weniger von ausländischen Staaten abhängig zu sein.

Auffällig: Anders als bei einer früheren US-Unterstützung für MP Materials enthält das Paket keinen staatlichen Preisboden. Damals waren 110 US-Dollar pro Kilogramm für bestimmte Seltene Erden garantiert worden. USA Rare Earth erklärte stattdessen, man rechne damit, leichte Seltene Erden am freien Markt zu kaufen – grob bei 125 US-Dollar pro Kilogramm.

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Rückzug vom Preisboden – Signal an die Branche

Zusätzlichen Druck brachte ein weiterer Reuters-Bericht: Demnach zieht sich die US-Regierung von Plänen zurück, Mindestpreise für US-Projekte zu kritischen Mineralien zu garantieren. Laut Quellen sollen Regierungsvertreter bei einem Treffen hinter verschlossenen Türen in Washington klargemacht haben, dass Projekte auch ohne staatliche Preisstützung wirtschaftlich tragfähig sein müssen.

Ein Sprecher von Lynas verwies darauf, dass der politische Schritt zuvor die Preise für Seltene Erden gestützt habe. „Preisschutz ist vor allem für aktuelle Produzenten relevant, weil er Marktstörungen unmittelbar adressiert“, wurde der Sprecher zitiert.

Kursreaktion und operative Gemengelage

Am Markt kamen die Signale jedenfalls an. Laut Simply Wall St fiel die Aktie nach der Meldung zur USA-Rare-Earth-Finanzierung um rund 6,9%. Reuters berichtete zudem, dass die Papiere zeitweise um mehr als 10% nachgaben, nachdem der mögliche Rückzug vom Preisboden bekannt wurde.

Operativ lieferte das Dezember-Quartal ein gemischtes Bild. Im Quartalsbericht (Q2 GJ26) meldete Lynas:

  • Umsatz: 201,9 Mio. AUD (Vorjahreszeitraum: 141,2 Mio. AUD)
  • Durchschnittspreis: 85,60 AUD/kg (Vorjahr: 49,20 AUD/kg)
  • REO-Produktion gesamt: 2.382 Tonnen (Vorquartal: 3.993 Tonnen)
  • NdPr-Produktion: 1.404 Tonnen (rund 30% weniger als im Vorquartal)
  • Barmittel zum Quartalsende: 1.030,9 Mio. AUD

Den Produktionsrückgang erklärte das Unternehmen mit erheblichen Stromausfällen in Kalgoorlie (Westaustralien) Anfang November sowie größeren planmäßigen Wartungsarbeiten in Kuantan (Malaysia).

Chefwechsel und US-Ausblick

Dazu kommt ein Übergang an der Spitze: Lynas kündigte den geplanten Ruhestand von CEO Amanda Lacaze an, die das Unternehmen seit über zehn Jahren führt. Laut Quartalsbericht soll sie zum Ende des laufenden Geschäftsjahres abtreten.

In den USA deutet sich derweil an, dass Mindestpreise nicht komplett vom Tisch sind – nur anders gedacht. Bloomberg zufolge sagte der stellvertretende US-Außenstaatssekretär Jacob Helberg, Washington wolle mit Verbündeten einen gemeinsamen Preismechanismus abstimmen. Die Gespräche dazu sollen bei Treffen mit Außenministern in Washington laufen; Helberg nannte einen solchen Mechanismus den „entscheidenden Schlüssel“ gegen Preisdruck durch chinesische Anbieter.

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