Lynas Aktie: Entkopplung
Seltene Erden werden teurer – doch an der Börse kommt die Bewegung nicht eins zu eins an. Genau das zeigt sich gerade bei Lynas: Der Preis für Neodym-Praseodym (NdPr) klettert auf Mehrjahreshochs, während die Aktie zuletzt hinter dem Rohstofftrend zurückblieb. Woran liegt diese Lücke zwischen Fundamentaldaten und Kurs?
- NdPr-Preis: 1.065.000 CNY je Tonne (Stand: Mittwoch), +34,38% im Monat, +94,52% im Jahresvergleich
- Aktie: zuletzt um 16,00 AUD (Stand: Mittwoch)
- Operativ: Umsatz deutlich höher, Produktion im Quartalsvergleich jedoch klar rückläufig
NdPr auf Mehrjahreshoch
NdPr-Oxid ist ein Schlüsselmaterial für Permanentmagnete, etwa in E-Auto-Motoren und Windkraftanlagen. Laut Trading Economics lag der Neodym-Preis am Mittwoch bei 1.065.000 CNY je Tonne – der höchste Stand seit fast drei Jahren.
Hinter der Rally stehen laut Bericht mehrere Faktoren, die sich gegenseitig verstärken: ein weiter angespannter Markt auf der Angebotsseite, robuste Nachfrage aus Bereichen wie Elektromobilität, Robotik, Verteidigung und Elektronik sowie nur begrenzte zusätzliche Kapazitäten außerhalb Chinas. Dazu kommt politischer Rückenwind: Westliche Regierungen treiben die Nachfrage nach nicht-chinesischem Material mit ihrer Industriepolitik.
Warum die Aktie nicht „mitzieht“
Trotz der starken Rohstoffpreise lief die Aktie in den vergangenen Wochen nicht im gleichen Tempo wie das NdPr-Fundament. Am Dienstag schloss sie bei 15,76 AUD (+4,10%). Am Mittwoch wurden 16,00 AUD genannt (+1,59%). Seit Jahresbeginn liegt das Papier laut Intelligent Investor bei rund +26,69%, auf Sicht von zwölf Monaten bei etwa +128%.
Als Gründe für die Divergenz nennt der Bericht zwei Punkte:
Erstens belastete eine breitere Korrektur bei Rohstoffwerten, ausgelöst durch deutliche Rücksetzer bei Edelmetallen – besonders Silber – Ende Januar. In der Folge wurde „sektorweit“ verkauft, ohne stark zu differenzieren.
Zweitens sorgt US-Politik für Unsicherheit. Medienberichte unter Berufung auf US-Regierungsvertreter deuten an, dass künftige Unterstützung für kritische Mineralien eher über gezielte Investitionen laufen könnte – statt über explizite Preisuntergrenzen. Canaccord Genuity schrieb Ende Januar, Washington bewege sich stärker in Richtung selektiver Zölle und konkreter Abnahmevereinbarungen, weg von breiten Preisgarantien.
Quartalsupdate: Umsatz hoch, Produktion schwächer
Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres (Ende Dezember 2025) meldete das Unternehmen ein gemischtes Bild. Der Umsatz sprang um 43% auf 201,9 Mio. AUD. Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg auf 85,60 AUD je Kilogramm, nach 49,20 AUD im Vorjahreszeitraum.
Gleichzeitig gab es operative Gegenwinde: Stromausfälle am Standort Kalgoorlie in Westaustralien bremsten die Produktion. Die Gesamtproduktion an Seltenen-Erden-Oxiden fiel auf 2.382 Tonnen, nach 3.993 Tonnen im vorherigen Quartal.
US-Strategie und Führungswechsel als zusätzlicher Faktor
Der Bericht verweist zudem auf einen strategischen Umbruch in den USA. Die US-Regierung stellte zuletzt erhebliche Mittel für eine heimische Lieferkette bei Seltenen Erden bereit und unterstützte dabei auch Wettbewerber wie USA Rare Earth. Das verändert den Wettbewerb um Rollen und Projekte im US-Markt.
In diese Übergangsphase fällt außerdem der angekündigte Rückzug von CEO Amanda Lacaze: Sie will nach 12 Jahren an der Spitze im Januar 2026 in den Ruhestand gehen.
Unterm Strich hängt die weitere Entwicklung laut Bericht vor allem an drei Punkten: operativer Umsetzung nach den Produktionsproblemen, einem reibungslosen Führungswechsel und der Fähigkeit, die strategische Relevanz in westlichen Lieferkettenprogrammen zu behaupten.
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