Lufthansa Aktie: Gegenwind aus Brüssel
Der Kranich-Konzern muss einen Rückschlag auf dem politischen Parkett verkraften. Das EU-Parlament stellt sich quer und lehnt eine von den Airlines geforderte Lockerung der kostspieligen Fluggastrechte ab. Während die Politik die Kostenbasis belastet, setzt das Management auf eine technologische Flucht nach vorn, um die Margen dennoch zu sichern.
- Schlusskurs: 8,66 Euro (Mittwoch)
- Performance 12 Monate: +45,73 %
- KGV-Prognose 2025: ca. 7,5
- Analysten-Rating: Zacks "Strong Buy" (Value)
Teurer Verbraucherschutz bleibt bestehen
Die Abstimmung im EU-Parlament am gestrigen Mittwoch sendet ein klares Signal gegen die Deregulierungswünsche der Luftfahrtbranche. Entgegen den Hoffnungen der Lufthansa und des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) beharrten die Abgeordneten auf der strengen 3-Stunden-Schwelle für Entschädigungszahlungen bei Verspätungen. Die Industrie hatte eine Anhebung auf vier bis sechs Stunden gefordert, um die finanziellen Lasten der EU-Verordnung 261/2004 zu mindern.
Zusätzlich verschärft das Parlament den Ton beim Gepäck: Gefordert wird ein Recht auf kostenloses Handgepäck sowie gebührenfreie Sitzplatzreservierungen für Kinder neben ihren Eltern. Für die Lufthansa bedeutet dies, dass signifikante Kostenblöcke vorerst nicht sinken und operative Risiken bestehen bleiben.
KI als Antwort auf Kostendruck
Als direkte Reaktion auf das herausfordernde Umfeld forciert die Lufthansa Group ihre Ertragsstrategie. Zeitgleich zur Parlamentsentscheidung wurde die Partnerschaft mit dem Softwareanbieter PROS verlängert. Der Fokus liegt auf künstlicher Intelligenz für das "Revenue Management".
Durch den Einsatz dieser KI-Lösungen will der Konzern die dynamische Preisgestaltung verfeinern. Ziel ist es, weg von starren Tarifklassen hin zu attributbasierten, individuellen Angeboten zu gelangen. Diese technologische Aufrüstung dient als zentraler Hebel zur Margenoptimierung, um die drohenden Kostensteigerungen durch regulatorische Vorgaben operativ aufzufangen.
Substanz und Bewertung
Trotz der politischen Hürden erkennen Analysten in der Lufthansa Aktie derzeit Substanz. Zacks Investment Research stufte das Papier am Mittwoch als "Value Stock" mit der Bestnote ein und verwies auf das im Branchenvergleich niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 6,74. Auch charttechnisch zeigt sich der Titel robust: Mit einem Schlusskurs von 8,66 Euro notiert die Aktie über dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,48 Euro, wenngleich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch noch rund 15 Prozent beträgt.
Dabei ist das letzte Wort in Brüssel noch nicht gesprochen. Da der EU-Rat eine unternehmensfreundlichere Position vertritt, ist ein langwieriger Vermittlungsprozess notwendig. Ein finaler Gesetzeskompromiss wird frühestens Mitte 2026 erwartet, was den Airlines eine Galgenfrist bis zum möglichen Inkrafttreten 2027/28 verschafft.
Entscheidend für die weitere Kursentwicklung ist nun, wie schnell die KI-Initiativen greifbare Erträge liefern, um die politische Unsicherheit auszugleichen. Bleibt die Unterstützung im Bereich des 50-Tage-Durchschnitts stabil, könnten die fundamental günstigen Bewertungskennziffern wieder stärker in den Fokus der Anleger rücken.
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