Leonardo Aktie: Konsolidierung nach Hoch
Deutsche Bank nimmt nach dem starken Jahresstart etwas Luft aus der Leonardo-Story. Die Aktie hat zuletzt Rekordstände erreicht, nun signalisiert eine Herabstufung auf „Hold“ begrenztes Aufwärtspotenzial. Gleichzeitig meldet der Rüstungskonzern neue Aufträge im Raumfahrt- und Verteidigungsbereich – wie passt das zusammen?
Deutsche Bank bremst Erwartungen
Der zentrale Auslöser der aktuellen Konsolidierung ist eine frische Einschätzung der Deutschen Bank. Die Analysten haben ihre Empfehlung für die Leonardo-Aktie von „Buy“ auf „Hold“ zurückgenommen.
Wesentlich ist dabei weniger das neue Rating als das Kursziel: Mit 57,00 Euro sehen die Experten aus heutiger Sicht nur noch begrenzten Spielraum nach oben. Zwar betont die Analyse die „vielen Versprechen und Chancen“ im Geschäftsmodell, kommt aber zum Ergebnis, dass die aktuelle Bewertung diesen positiven Ausblick weitgehend eingepreist hat.
Am Markt wird diese Herabstufung vor allem als willkommener Anlass genutzt, um nach der vorausgegangenen Rally Gewinne mitzunehmen. Die Aktie hatte Anfang des Monats historische Höchststände über 60 Euro erreicht, bevor sie in eine Seitwärtsbewegung überging.
Aktuell notiert der Titel bei 57,74 Euro, was nach dem Anstieg der vergangenen Monate eher nach Verschnaufpause als nach Trendbruch aussieht.
Neue Impulse aus Raumfahrt und Verteidigung
Fundamental präsentiert sich das operative Geschäft weiterhin dynamisch. Besonders sichtbar wird das im Raumfahrtsegment: Thales Alenia Space, ein Joint Venture von Thales (67 %) und Leonardo (33 %), hat am 13. Januar einen bedeutenden Vertrag mit dem belgischen Unternehmen SABCA gemeldet.
Konkret geht es um die Lieferung von 179 elektronischen Einheiten für die Ariane‑6‑Trägerraketen. Diese Komponenten sind zentral für die Thrust Vector Actuation Systems (TVAS), also für die Steuerung des Schubvektors während des Fluges. Damit unterstreicht Leonardo seine Rolle als wichtiger Technologiepartner im europäischen Raumfahrtprogramm.
Parallel dazu stärkt die US-Tochter Leonardo DRS ihre Position im Hightech-Verteidigungsbereich. Am 12. Januar bestellte die Gesellschaft ein neues KI-gestütztes Anti-Drohnen-System bei Axon Vision. Solche Systeme zielen darauf ab, unbemannte Fluggeräte zu erkennen, zu verfolgen und abzuwehren – ein Markt, der mit der wachsenden Verbreitung von Drohnen im militärischen Umfeld rasant an Bedeutung gewinnt.
Beide Meldungen stützen die industrielle Perspektive: Leonardo adressiert wachstumsstarke Nischen in Raumfahrt und Verteidigungselektronik und baut seine technologische Basis aus.
Starker Lauf, jetzt Konsolidierung
An der Börse gehört Leonardos Aktie 2026 bislang zu den auffälligeren Titeln im FTSE‑MIB-Index. Nach einer Verdopplung innerhalb von zwölf Monaten liegt der Kurs zwar seit Jahresbeginn leicht im Minus, auf Sicht der vergangenen 30 Tage steht aber ein Plus von gut 25 % zu Buche. Erst vor wenigen Tagen hatte die Aktie ein 52‑Wochen-Hoch von 68,56 Euro markiert; vom Tief bei 27,97 Euro im Januar 2025 ist sie noch immer weit entfernt.
Der schnelle Anstieg hat Spuren in den technischen Indikatoren hinterlassen. Mit einem RSI von 75,0 signalisiert der Markt kurzfristig überkaufte Bedingungen, während der Kurs weiterhin deutlich über den gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage liegt. Vor diesem Hintergrund wirkt die aktuelle Seitwärtsphase eher wie ein „Verdauen“ der vergangenen Gewinne.
Fazit: Kurzfristige Deckelung, solide Basis
In der aktuellen Phase prallen zwei Ebenen aufeinander: Auf der einen Seite bremsen die Deutsche‑Bank-Herabstufung und das bereits anspruchsvolle Bewertungsniveau die kurzfristige Fantasie. Auf der anderen Seite untermauern neue Verträge in der Raumfahrt und der Ausbau von KI-gestützter Verteidigungstechnik die längerfristige industrielle Story.
Für die weitere Entwicklung dürften zwei Faktoren entscheidend sein: Zum einen, ob Leonardo die jüngst geschlossenen Verträge in nachhaltig steigende Umsätze und Margen übersetzen kann. Zum anderen, ob neue Großaufträge oder strategische Schritte genug Impulse liefern, um die derzeitige Konsolidierung in einen weiteren Aufwärtsschub zu verwandeln.
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