Der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz steht am Scheideweg: Während Großaktionär Berkshire Hathaway der neuen Strategie seinen Segen gibt, verkaufen Insider planmäßig Aktien – und die Wall Street bleibt skeptisch. Am heutigen Freitag geht die Aktie zudem Ex-Dividende.

Berkshire gibt grünes Licht

Das wichtigste Signal der vergangenen Tage kommt von Warren Buffetts Investmentgesellschaft. Berkshire Hathaway, größter institutioneller Anteilseigner von Kraft Heinz, unterstützt öffentlich die Entscheidung des Managements, die geplante Konzernaufspaltung zu stoppen. Stattdessen soll das Kerngeschäft saniert werden.

Greg Abel, CEO von Berkshire Hathaway, bezeichnete den Kurswechsel als "absolut richtigen Ansatz". Berkshire plane nicht, seine bedeutende Beteiligung zu veräußern. Das verschafft dem neuen Management um CEO Cahillane Rückendeckung in einer kritischen Phase.

Insider-Verkäufe nach Plan

Parallel zu Berkshires Bekenntnis zeigen SEC-Unterlagen Aktienverkäufe durch Cory Onell, Chief Omnich Sales & AEM Officer. Die Transaktionen erfolgten jedoch nicht spontan, sondern im Rahmen eines vorab festgelegten 10b5-1-Handelsplans. Solche Programme werden etabliert, wenn der Insider keine Kenntnis wesentlicher Insider-Informationen hat – Zeitpunkt, Preis und Volumen werden im Voraus bestimmt.

Onell verkaufte am 2. März 9.045 Aktien zu durchschnittlich 24,61 Dollar und am 3. März weitere 4.991 Aktien zu 24,34 Dollar. Nach den Transaktionen hält er noch 197.463 Aktien. Zusätzlich erhielt Onell 52.869 Aktien aus Bonusprogrammen, wovon 19.696 Aktien für Steuerzahlungen einbehalten wurden.

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Die Zahlen enttäuschen weiter

Die Quartalsergebnisse zum vierten Quartal 2025 blieben hinter den Erwartungen zurück. Der Umsatz lag bei 6,35 Milliarden Dollar – ein Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und knapp unter den Analystenschätzungen von 6,38 Milliarden Dollar. Die organischen Verkäufe sanken um 4,2 Prozent.

Der bereinigte Gewinn je Aktie von 0,67 Dollar übertraf zwar die Konsenserwartung von 0,61 Dollar, lag aber deutlich unter den 0,84 Dollar des Vorjahresquartals. Die bereinigte Bruttomarge erodierte um 130 Basispunkte auf 33,1 Prozent.

Für das Geschäftsjahr 2026 stellt Kraft Heinz einen Gewinn zwischen 1,98 und 2,10 Dollar je Aktie in Aussicht. Die Investitionsausgaben sollen auf rund 950 Millionen Dollar steigen, weitere 600 Millionen Dollar fließen in Marken und Kapazitäten.

Analysten bleiben vorsichtig

Die Wall Street reagiert zurückhaltend auf die Neuausrichtung. JPMorgan stufte die Aktie am 12. Februar von "Neutral" auf "Underweight" herab und senkte das Kursziel von 24 auf 22 Dollar. Mizuho reduzierte das Kursziel am 23. Februar von 27 auf 25 Dollar bei unveränderter "Neutral"-Einschätzung.

Morgan Stanley merkte an, dass Berkshires Unterstützung das kurzfristige Risiko zwar verringern könne, die Sichtbarkeit auf eine nachhaltige Wende aber begrenzt bleibe. In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Aktie mehr als 19 Prozent an Wert.

Am heutigen Freitag notiert die Aktie Ex-Dividende. Die vierteljährliche Ausschüttung beträgt 0,40 Dollar je Aktie, die Zahlung erfolgt am 27. März. Bei einer Marktkapitalisierung von 28,68 Milliarden Dollar muss das neue Management nun beweisen, dass die operative Sanierung greift.

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