Gleich zwei unangenehme Nachrichten treffen JPMorgan heute – eine aus dem Gerichtssaal, eine von der Analystenfront. Der größten US-Bank läuft damit ein unruhiger Wochenbeginn ins Haus.

Gericht lässt Klage wegen 481-Millionen-Kredit zu

Ein Bundesrichter in Manhattan hat es JPMorgan verwehrt, eine Klage von Wells Fargo abzuweisen. Der Hintergrund: Im Jahr 2019 vergab JPMorgan einen Kredit über 481 Millionen Dollar an die Immobiliengruppe Chetrit – für den Kauf von 43 Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 8.671 Wohnungen in zehn US-Bundesstaaten.

Das Problem entstand lange vor dem Abschluss. Laut der Klageschrift informierte Chetrit die Bank mehr als fünf Monate vor dem 522-Millionen-Dollar-Kaufabschluss, dass der Verkäufer die historischen Betriebseinnahmen der Immobilien zu hoch angesetzt hatte – ein entscheidender Bewertungsparameter im Gewerbeimmobiliensegment. JPMorgan soll daraufhin „so getan haben, als wäre nichts Ungewöhnliches passiert", und den Kredit dennoch vergeben und vermarktet.

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Der Kreditnehmer geriet 2022 in Verzug. Zum Zeitpunkt der Klageeinreichung im März 2025 beliefen sich die ausstehenden Verbindlichkeiten auf mehr als 285 Millionen Dollar, Investoren erlitten Verluste in Höhe von Dutzenden Millionen Dollar. Wells Fargo, die als Treuhänderin der Investoren auftritt, wirft JPMorgan vor, aus Gebühreninteressen weggeschaut zu haben. Das Gericht folgte der Argumentation, dass ein Vertragsbruch bereits dann vorliegen kann, wenn er das Verlustrisiko eines Kredits wesentlich erhöht – unabhängig davon, ob der unmittelbare Wertverlust bereits belegt ist.

Analystenkorrektur belastet die Kursperspektive

Unabhängig davon hat Piper Sandler sein Kursziel für die JPMorgan-Aktie von 345 auf 325 Dollar gesenkt. Die Übergewichtungs-Einstufung bleibt zwar bestehen, doch die Begründung ist nüchtern: Die Bank hat ihre Gewinnerwartungen für 2026 von 22,58 auf 21,65 Dollar je Aktie zurückgenommen. Auch der Ausblick auf 2027 wurde leicht von 23,17 auf 23,04 Dollar je Aktie gestutzt.

Hintergrund sind drei Modellanpassungen: Saisonale Schwankungen im Kreditkartengeschäft könnten zu Reserveauflösungen führen, der angesetzte Steuersatz wurde leicht erhöht, und die Erwartungen an die Erträge aus dem Handelsgeschäft wurden revidiert. Piper Sandler räumt ein, beim Gesamtertrag aus diesem Bereich möglicherweise zu optimistisch gewesen zu sein. Das neue Kursziel entspricht rund dem 15-Fachen der 2026er-Gewinnschätzung.

Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 14,17 – und damit leicht unter dem neuen Zielmultiplikator. Ob das als Kaufargument ausreicht, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich der rechtliche Druck im Immobiliensegment weiterentwickelt.

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