Totgesagte leben länger? Nachdem Intellia Therapeutics im November durch regulatorische Hiobsbotschaften massiv abgestraft wurde, zeigten die Bullen am Freitag plötzlich Lebenszeichen. Während der breite Biotech-Sektor auf der Stelle trat, startete das Papier eine aggressive Erholungsrallye. Ist das die ersehnte Wende nach dem Kurssturz oder locken hier Leerverkäufer lediglich neue Opfer in eine Falle?

Showdown der Leerverkäufer

Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 8,99 US-Dollar, was einem satten Plus von 5,52 % entspricht. Diese Dynamik steht in krassem Gegensatz zum restlichen Markt: Der Nasdaq Biotechnology Index bewegte sich kaum, der Sektor tendierte seitwärts. Da keine unternehmensspezifischen Nachrichten vorlagen, deutet alles auf eine rein technische Gegenbewegung hin.

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Treibende Kraft dürfte die extrem hohe Leerverkaufsquote sein. Anleger navigieren hier durch ein Minenfeld:
* Short Interest: Rund 40,24 Millionen Aktien sind leerverkauft.
* Anteil am Free Float: Exorbitante 35,85 %.
* Days to Cover: 4,1 Tage.

Nachdem die Aktie im letzten Monat rund 35 % an Wert verloren hatte, begannen Short-Seller am Freitag offenbar, Kasse zu machen und Positionen glattzustellen. Das Szenario für einen klassischen Short Squeeze liegt auf dem Tisch.

Düstere Wolken durch FDA-Stopp

Trotz des kurzfristigen Aufatmens bleibt die fundamentale Lage prekär. Der massive Abverkauf Anfang November wirkt noch immer nach. Auslöser war der Tod eines Patienten in der entscheidenden Phase-3-Studie für den CRISPR-Therapiekandidaten Nexiguran Ziclumeran (nex-z).

Die US-Gesundheitsbehörde FDA verhängte daraufhin einen klinischen Aufnahmestopp (Clinical Hold). Im Fokus steht die Lebertoxizität – ein kritisches Sicherheitsrisiko bei Gen-Editing-Therapien. Analysten reagierten prompt und strichen ihre Bewertungen zusammen:
* JPMorgan äußerte massive Bedenken bezüglich der Sicherheit.
* Wolfe Research stufte das Papier herab.
* RBC Capital rasierte das Kursziel auf 9,00 US-Dollar – exakt das Niveau, um das die Aktie derzeit kämpft.

Zwar präsentierte Intellia am 10. November solide Langzeitdaten aus der Phase 1, doch solange die Sicherheitsfrage im Raum steht, spielen diese Erfolge für den Markt kaum eine Rolle.

Alles hängt an der Behörde

Mit einer Marktkapitalisierung von nur noch 1,04 Milliarden US-Dollar notiert der Titel nahe seinen 52-Wochen-Tiefs. Die Diskrepanz zwischen Kurs und Analystenschätzungen ist dabei fast grotesk: Das durchschnittliche Kursziel von 18,43 US-Dollar impliziert theoretisch ein Potenzial von über 100 %. Doch Vorsicht ist geboten: Viele dieser Ziele sind veraltet und spiegeln das Risiko des Studien-Stopps noch nicht vollständig wider. Das Sentiment hat sich längst von "Kaufen" auf "Halten" gedreht.

Die Situation bleibt binär. Technisch ist die Marke von 9,00 US-Dollar jetzt das entscheidende Schlachtfeld. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber in der kommenden Woche könnte weitere Leerverkäufer zum Eindecken zwingen und den Kurs in Richtung der Widerstandszone bei 10 bis 11 US-Dollar treiben. Fällt jedoch keine positive Entscheidung der FDA bezüglich des Aufnahmestopps, bleibt jede Erholung extrem fragil.

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