Intel Aktie: Rally vor Bewährungsprobe
Die Intel-Aktie hat einen bemerkenswerten Lauf hinter sich und notiert auf dem höchsten Stand seit vier Jahren. Doch die Luft wird dünner: Heute Abend nach Börsenschluss muss der Halbleiterriese beweisen, ob die enormen Vorschusslorbeeren im KI-Geschäft gerechtfertigt sind. Während Anleger auf den operativen Turnaround setzen, sorgt eine geplatzte Übernahme kurz vor den Zahlen für zusätzliche Diskussionen.
KI-Fantasie treibt den Kurs
Nach einem massiven Kurssprung von über 11 Prozent am Mittwoch legt der Titel heute eine leichte Verschnaufpause ein. Treiber der jüngsten Euphorie ist weniger das klassische PC-Geschäft, sondern die Fantasie im Server-Segment. Analysten berichten, dass Intels Server-CPUs für das laufende Jahr fast ausverkauft seien. Diese Meldung hat dazu geführt, dass die Aktie seit Jahresanfang bereits rund 50 Prozent zulegen konnte und den breiteren Halbleitersektor deutlich hinter sich lässt.
Die Zahlen im Detail
Die Diskrepanz in den Markterwartungen für den heutigen Quartalsbericht könnte kaum größer sein. Während der Gesamtumsatz laut Analystenschätzungen im Jahresvergleich um etwa sechs Prozent auf 13,4 Milliarden Dollar sinken dürfte, blicken alle Augen auf die Sparte "Data Center & AI".
Hier erwartet der Markt einen Umsatzsprung von fast 29 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar. Genau dieses Segment muss liefern, um die hohe Bewertung zu rechtfertigen. Ein bereinigter Gewinn von 0,08 Dollar je Aktie wird erwartet, doch die eigentliche Musik spielt im Ausblick für das KI-Geschäft.
Geplatzter Deal und Analystenlob
Parallel zur Kursrallye wurde bekannt, dass die geplante Übernahme des KI-Chip-Startups SambaNova gescheitert ist. Was auf den ersten Blick wie ein Rückschlag wirkt, werten Marktbeobachter in der aktuellen Phase durchaus positiv: Intel spart in einer kapitalintensiven Restrukturierungsphase rund 1,6 Milliarden Dollar Liquidität.
Rückenwind kommt zudem von der Analystenseite. Investmenthäuser wie Seaport und KeyBanc haben ihre Kursziele kurz vor den Zahlen auf bis zu 65 Dollar angehoben. Sie begründen dies mit der extremen Knappheit bei Server-CPUs und der Hoffnung auf Marktanteilsgewinne durch die neuen "Panther Lake"-Prozessoren, die im 18A-Verfahren gefertigt werden.
Strategische Absicherung
Für eine gewisse Stabilität sorgen prominente Großaktionäre. Die US-Regierung ist mittlerweile der größte Einzelaktionär, flankiert von einem strategischen Milliarden-Investment durch Nvidia. Diese Beteiligungen, die teilweise mit dem CHIPS Act verknüpft sind, haben dem Kurs einen Boden eingezogen, der in früheren Krisenjahren fehlte.
Die Ausgangslage für den heutigen Abend bleibt dennoch riskant. Die Aktie preist derzeit ein fast perfektes Szenario ein, was die Fallhöhe bei Enttäuschungen im Datacenter-Ausblick erhöht. Bestätigt das Management jedoch die Berichte über ausverkaufte Kapazitäten, könnte der Weg in Richtung der 60-Dollar-Marke frei sein. Anleger müssen sich im nachbörslichen Handel auf hohe Volatilität einstellen.
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