Intel stellt die Weichen im Hintergrund neu – und zwar gleich auf zwei Ebenen: im Verwaltungsrat und bei der Kommerzialisierung von KI im Unternehmensumfeld. Das wirkt wie ein klarer Versuch, die laufende Transformation operativ „griffiger“ zu machen. Spannend ist dabei vor allem, ob aus Struktur und Partnerschaften am Ende auch messbare Umsetzung wird.

Neuer Chairman, neuer Fokus

Am Dienstag hat der Verwaltungsrat Dr. Craig H. Barratt zum unabhängigen Chairman gewählt. Wirksam wird der Wechsel nach der Hauptversammlung am 13. Mai. Er folgt auf Frank D. Yeary, der aus dem Gremium ausscheidet und nicht erneut kandidiert.

Der Schritt ist mehr als eine Routine-Personalie, weil sich auch das Profil an der Spitze ändert: Yeary stand für Investmentbanking und Corporate Finance, Barratt bringt einen klar technischen Hintergrund mit – unter anderem als früherer CEO von Atheros sowie in Führungsrollen bei Google und Qualcomm. Das kann als Signal verstanden werden, dass Intel im Umbau stärker auf technische Umsetzung und Fertigungsthemen setzt, während der Foundry-Ausbau weiter vorangetrieben wird. Nebenbei wird das Board nach der Hauptversammlung von zwölf auf elf Mitglieder verkleinert.

Unter CEO Lip-Bu Tan läuft dieser Kurs bereits: weniger Komplexität, Stellenabbau im mittleren Management und eine Rückbesinnung auf Fertigung. Im vergangenen Jahr hat Intel laut Bericht rund 20% der Belegschaft abgebaut. Seit 2024 kamen zudem vier neue unabhängige Direktoren hinzu – ebenfalls passend zum Anspruch, Technologie, operative Exzellenz und Kapitaldisziplin stärker zu verankern.

KI-Offensive mit Infosys

Parallel zur Board-Meldung haben Infosys und Intel am Dienstag die nächste Phase ihrer Kooperation angekündigt. Ziel: Unternehmen sollen KI nicht nur testen, sondern produktiv und skalierbar einsetzen.

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Kern der Zusammenarbeit ist die Kombination aus Intels Compute-Plattformen und „Infosys Topaz Fabric“, einer mehrschichtigen KI-Architektur, die Infrastruktur, Modelle, Daten und Workflows zusammenführt. Konkret wollen beide Seiten KI-Workloads für Intel Xeon, Gaudi-Beschleuniger und Intel AI PCs gemeinsam designen, optimieren und benchmarken. Im Fokus stehen „passgenaue“ Architekturen, die Leistung, Sicherheit und Gesamtkosten ausbalancieren – also genau die Punkte, an denen viele Pilotprojekte in der Praxis scheitern.

Zusätzlich soll die Lösung Funktionen wie Datenintegration, Modellverwaltung, Performance-Monitoring und eingebaute Security bündeln. Damit adressiert Intel ausgerechnet jene Hürde, die im Enterprise-Bereich oft entscheidend ist: KI zuverlässig und kontrolliert in komplexen, regulierten Umgebungen zu betreiben.

Fertigung als Basis: 18A und die Bewährungsprobe

Unter dem Ganzen liegt Intels Fertigungsfahrplan. Laut Bericht startete Ende 2025 die Serienfertigung auf dem 18A-Knoten, der die „fünf Nodes in vier Jahren“-Roadmap abschließt. Das erste 18A-Produkt („Panther Lake“) für Notebooks wird bereits ausgeliefert, externe Kunden würden sich zudem aktiv mit Intel Foundry über kommende Nodes austauschen.

Genau hier liegt aber auch der Knackpunkt: Die gesamte Neubewertung hängt daran, dass das Foundry-Geschäft wirklich tragfähig wird. Der Artikel nennt als Risiken unter anderem schwächelnde Ausbeuten (Yield), ausbleibende Großkunden für langfristige Produktion oder einen weiter wachsenden Vorsprung von TSMC. CEO Tan will laut Bericht die Fabriken weiter selbst führen und parallel neue Kunden für die nächste Generation („14A“) gewinnen.

Zur Aktie: Mit 39,09 € tritt der Kurs heute fast auf der Stelle. Interessanter ist der größere Rahmen: Auf 12 Monate steht der Titel laut den bereitgestellten Daten trotz jüngster Schwankungen mehr als doppelt so hoch (+102,90%). Bis zur Hauptversammlung am 13. Mai dürften Investoren vor allem darauf achten, ob Intel bei 18A und bei konkreten Foundry-Kundenzusagen nachlegt – denn daran entscheidet sich, ob der Umbau mehr ist als ein gut klingender Plan.

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