Intel hat seine Investoren am Donnerstagabend mit durchwachsenen Quartalszahlen überrascht – und die Reaktion ließ nicht auf sich warten. Trotz übertroffener Erwartungen im vierten Quartal brach die Aktie am Freitag um über 15 Prozent ein. Der Grund: Der Chipriese warnte vor anhaltenden Lieferengpässen und präsentierte einen enttäuschenden Ausblick für das laufende Quartal. Wochen der Kursgewinne, die den Titel auf Vier-Jahres-Hochs getrieben hatten, wurden damit binnen Stunden zunichtegemacht.

Solide Q4-Zahlen, aber Q1-Prognose schockiert

Die Zahlen für das vierte Quartal 2025 lagen über den Erwartungen. Intel verbuchte Erlöse von 13,7 Milliarden Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,15 Dollar – beide Kennzahlen übertrafen die Schätzungen der Wall Street. Besonders stark lief das Rechenzentrumsgeschäft mit 4,7 Milliarden Dollar Umsatz, mehr als 400 Millionen über dem Konsens. Verantwortlich dafür ist die anhaltend hohe Nachfrage im Zuge des AI-Infrastrukturausbaus.

Doch was auf den ersten Blick nach einer Erfolgsmeldung aussah, wird durch den Ausblick konterkariert. Für das erste Quartal 2026 rechnet Intel mit Erlösen von nur 12,2 Milliarden Dollar – deutlich unter den erwarteten 12,6 Milliarden. Noch drastischer: Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei null Dollar liegen, während Analysten 0,07 bis 0,08 Dollar erwartet hatten. Die Bruttomarge wird bei lediglich 34,5 Prozent gesehen, statt der prognostizierten 36,5 Prozent.

Lieferengpässe als zentrales Problem

CEO Lip-Bu Tan machte in der Telefonkonferenz deutlich, dass Intel aktuell nicht in der Lage ist, die volle Kundennachfrage zu bedienen. „Wir befinden uns auf einer mehrjährigen Reise. Das braucht Zeit und Entschlossenheit", räumte Tan ein. John Pitzer, Corporate Vice President für Investor Relations, konkretisierte gegenüber Yahoo Finance: „Unsere größte Herausforderung kurzfristig ist, dass wir nicht die gesamte Nachfrage unserer Kunden erfüllen können. Die Lieferengpässe sind im ersten Quartal am stärksten ausgeprägt."

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CFO David Zinsner bestätigte, dass die Pufferbestände „aufgebraucht" seien, was die Situation zusätzlich verschärft. Gleichzeitig gab Tan zu, dass die Produktionsausbeute zwar den internen Plänen entspricht, aber „unter dem liegt, was ich erreichen möchte". Die Verbesserung der Fertigungsausbeute wird 2026 zu einem entscheidenden Hebel.

Analysten skeptisch – Foundry-Hoffnung noch weit entfernt

Die Reaktionen der Analysten fielen überwiegend verhalten aus. Bernstein sprach davon, dass Intel den Server-Zyklus „bedauerlicherweise falsch eingeschätzt" habe und mit den Kapazitäten „völlig auf dem falschen Fuß erwischt" worden sei. Jefferies äußerte grundsätzliche Zweifel: „Wir sehen immer noch keinen klaren Weg nach vorn angesichts weiterer Marktanteilsverluste, fehlender AI-Strategie und unklarer Fertigungs- und Packaging-Chancen."

Ein Lichtblick könnte das Auftragsfertigung-Geschäft sein, bei dem Intel Chips für externe Kunden produziert. CEO Tan bestätigte, dass die Chance auf einen ersten Großkunden für die 14A-Technologie „irgendwann in der zweiten Hälfte dieses Jahres bis zur ersten Hälfte 2027" besteht. RBC Capital Markets dämpfte jedoch die Erwartungen: Bedeutende Umsatzbeiträge von 14A-Kunden seien erst Ende 2028 realistisch.

Ausblick bleibt vage

Intel geht davon aus, dass sich die Lieferengpässe im Jahresverlauf 2026 entspannen werden. Das Management prognostiziert übersaisonales Wachstum ab dem zweiten Quartal und ein zweistelliges Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft für das Gesamtjahr. Mittelfristig strebt das Unternehmen eine Bruttomarge von 40 Prozent an. Die entscheidende Frage ist nun, wann Intel die Produktionsherausforderungen in den Griff bekommt – und ob es gelingt, im zweiten Halbjahr 2026 tatsächlich externe Foundry-Kunden zu gewinnen.

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