Intel Aktie: Blick auf Zahlen
Intel steuert auf einen wichtigen Termin zu: Am Donnerstag nach Börsenschluss legt der Konzern die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Nach einem deutlichen Kursanstieg im vergangenen Jahr und einem jüngsten Rücksetzer um rund 2,8 % trifft der Bericht auf hohe Erwartungen – und spürbare Unsicherheit. Analystenprognosen, staatliche Unterstützung und strategische Partner machen das Bild komplex.
Wichtige Kennzahlen vor dem Quartalsbericht
Für das vierte Quartal rechnen Analysten mit einem spürbaren Umsatzrückgang, trotz der Kursrallye der vergangenen zwölf Monate. Die Konsensschätzungen sehen Erlöse zwischen 13,37 und 13,40 Milliarden US‑Dollar vor, rund 6 % weniger als im Vorjahreszeitraum.
Beim Ergebnis pro Aktie gehen die Einschätzungen deutlich auseinander. Einige Modelle erwarten einen Verlust von 0,12 US‑Dollar je Aktie – das wäre zwar eine Verbesserung um 81 % gegenüber dem Vorjahr, aber weiterhin rot. Andere Konsensdaten sehen dagegen einen leichten Gewinn von 0,08 US‑Dollar. Die Differenz unterstreicht die Unsicherheit rund um die laufenden Kostensenkungen und die belastungsintensiven Investitionen in das Foundry-Geschäft.
Zentrale Daten im Überblick:
- Earnings-Termin: Donnerstag, 22. Januar 2026, nach Börsenschluss
- Umsatzerwartung Q4 2025: ca. 13,4 Mrd. US‑Dollar (rund -6 % gegenüber Vorjahr)
- Prognose EPS Geschäftsjahr 2025: Verlust von etwa -0,42 US‑Dollar je Aktie
- Prognose EPS Geschäftsjahr 2026: Gewinn von etwa 0,13 US‑Dollar (+131 % gegenüber 2025)
- Aktueller Kurs: rund 46,98 US‑Dollar (Spanne zuletzt: 46,77 bis 50,21 US‑Dollar)
Die mittelfristigen Schätzungen deuten damit auf eine mögliche Ergebniswende 2026 hin – ausgehend von einem erwarteten Verlustjahr 2025.
Analysten uneins beim Kurspotenzial
Trotz rückläufiger Umsätze hat sich die Stimmung zuletzt aufgehellt. KeyBanc-Analyst John Vinh stufte die Aktie auf „Overweight“ hoch und setzte das Kursziel auf 60 US‑Dollar. Seine Einschätzung stützt sich vor allem auf die starke Nachfrage nach Server-CPUs, die nach seinen Angaben für das laufende Jahr nahezu ausverkauft sind – getrieben vom Aufbau von KI-Infrastruktur.
Die breite Analystenmehrheit bleibt jedoch zurückhaltender. Rund 70 % der jüngsten Einschätzungen lauten weiterhin auf „Hold“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 43,37 US‑Dollar und damit unter dem aktuellen Kursniveau. Einzelne Häuser fallen etwas optimistischer aus: Jefferies erhöhte das Ziel auf 45 US‑Dollar, RBC sieht 50 US‑Dollar und damit eine Größenordnung nahe dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch von 50,39 US‑Dollar.
Damit ergibt sich ein gespaltenes Bild: Einige Analysten setzen auf weiteres Aufholpotenzial, der Konsens signalisiert dagegen begrenzten Spielraum nach oben.
Staatliche Unterstützung und strategische Investoren
Die Bewertung der Aktie stützt sich derzeit nicht nur auf das operative Tagesgeschäft. Zwei größere strategische Entwicklungen wirken wie ein zusätzliches Fundament für das aktuelle Niveau:
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CHIPS-Act-Mittel der US-Regierung:
Durch die Fördergelder aus dem CHIPS Act hält die US-Regierung wirtschaftlich betrachtet einen Anteil von rund 10 % an Intel, mit einem Volumen von etwa 8,9 Mrd. US‑Dollar. Dies verdeutlicht die politische Bedeutung des Konzerns für nationale Sicherheit und die Diversifizierung globaler Halbleiter-Lieferketten. -
Nvidia-Beteiligung:
Im Dezember 2025 investierte Nvidia 5 Mrd. US‑Dollar in Intel und erwarb damit einen Anteil von rund 4 %. Die Beteiligung signalisiert Vertrauen in die Fertigungskompetenz von Intel für künftige KI-Hardware und stärkt die Wahrnehmung des Foundry-Geschäfts.
Diese beiden Faktoren bieten eine zusätzliche Absicherung aus Sicht der Bewertung, auch wenn die kurzfristigen Zahlen noch unter Druck stehen.
Technik, Foundry-Fortschritte und Ausblick
Aus technischer Sicht hatte die Aktie zuletzt die Marke von 50 US‑Dollar überwunden, bevor es zu einer Korrektur kam. Aktuell konsolidiert der Kurs oberhalb von 46 US‑Dollar. Damit liegt er nur knapp unter dem Bereich des jüngsten Jahreshochs.
Operativ rücken die Fortschritte im Foundry-Geschäft in den Vordergrund. Auf der CES 2026 will Intel seine Panther-Lake-Chips vorstellen, die auf dem fortschrittlichen 18A-Prozess basieren. Dieser Schritt gilt als wichtiger technologischer Katalysator. Zudem berichten Branchenquellen, dass Apple Intel als Foundry-Partner für Produktionen ab 2027 gewonnen hat. Das würde die Ausrichtung hin zum Auftragsfertiger zusätzlich bestätigen und ein langfristiges Auftragsvolumen sichern.
Anleger müssen nun die voraussichtlich schwächeren Q4-Umsätze und das erwartete Verlustjahr 2025 gegen die sichtbare Auftragsbasis und die strategischen Kapitalzuflüsse abwägen. Die Reaktion auf den Bericht am Donnerstag wird entscheidend dafür sein, ob die Aktie die Zone um 50 US‑Dollar nachhaltig zurückerobern kann oder sich eher in Richtung der aktuellen Konsensziele im Bereich Anfang 40 US‑Dollar orientiert.
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