Die Infineon Aktie profitiert aktuell gleich von zwei Seiten: starken Branchenimpulsen durch überragende Zahlen von TSMC und einer Welle höherer Kursziele großer Investmenthäuser. Im Hintergrund treibt der Konzern zudem strategische Projekte in Europa und Indien voran. Wie stabil ist dieser Aufwärtstrend kurz vor den anstehenden Quartalszahlen?

Branchenrally dank TSMC

Auslöser der jüngsten Stärke im Halbleitersektor sind die Zahlen von TSMC. Der weltgrößte Auftragsfertiger meldete für das vierte Quartal einen Nettogewinnanstieg um 35 Prozent auf rund 16 Milliarden US-Dollar, der Umsatz legte um mehr als 20 Prozent zu. Noch wichtiger für den Markt ist der Ausblick: Für 2026 stellt TSMC ein Umsatzwachstum von bis zu 30 Prozent in Aussicht.

Für Infineon ist das ein klares Signal, dass die Nachfrage nach Chips hoch bleibt, insbesondere im KI-Bereich. Diese positive Sektor-Stimmung überträgt sich direkt auf den Kurs in Frankfurt. Gestern schloss die Aktie bei 41,60 Euro und liegt damit nur rund 2 Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 42,53 Euro, das am 13. Januar markiert wurde.

Der mittelfristige Trend zeigt deutlich nach oben: Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von knapp 19 Prozent, in den vergangenen zwölf Monaten legte der Titel rund 25 Prozent zu. Der Kurs notiert zugleich spürbar über wichtigen Durchschnittslinien – etwa rund 12 Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 37,16 Euro und knapp 19 Prozent über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 34,96 Euro.

Analysten drehen Kursziele nach oben

Die starke Branchennachfrage und der robuste Kursverlauf haben mehrere Analysten zu deutlichen Anpassungen veranlasst. Besonders offensiv agiert Jefferies:

  • Kaufempfehlung („Buy“) bestätigt
  • Kursziel am 14. Januar von 48 auf 52 Euro angehoben
  • Daraus ergibt sich vom aktuellen Niveau ein rechnerisches Potenzial von etwa einem Viertel

Auch Barclays reagiert positiv auf das verbesserte Umfeld. Die Investmentbank belässt ihre Einstufung auf „Overweight“ und erhöht das Kursziel von 40 auf 44 Euro. Zacks Research geht noch einen Schritt weiter und stuft die Aktie von „Hold“ auf „Strong-Buy“ hoch.

Diese gebündelte Zuversicht institutioneller Investoren wirkt derzeit als zusätzliche Stütze für den Kurs. Zugleich signalisiert sie, dass der aktuelle Aufschwung aus Analystensicht nicht nur eine kurzfristige Reaktion auf die TSMC-Zahlen ist, sondern in einem grundsätzlich konstruktiven Branchenbild verankert scheint.

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Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Starke Sektorimpulse durch TSMC mit +35 % Gewinn- und >20 % Umsatzwachstum
  • Infineon-Kurs nahe 52‑Wochen-Hoch, YTD plus rund 9 %, 12‑Monats-Plus fast 25 %
  • Kursziel Jefferies auf 52 Euro angehoben, Barclays nun bei 44 Euro
  • Kurs deutlich über 50‑ und 200‑Tage-Durchschnitt, mittelfristiger Aufwärtstrend intakt
  • Nächster Termin: Q1-Zahlen am 4. Februar 2026

Der RSI (14 Tage) liegt mit 46,3 im neutralen Bereich. Überkaufte Zonen sind damit aus technischer Sicht noch nicht erreicht, trotz der kräftigen Gewinne der vergangenen Wochen.

Charttechnik: Blick auf den Widerstand

Charttechnisch hat die Aktie zuletzt wichtige Marken hinter sich gelassen. Der Widerstandsbereich zwischen 37,50 und 40,00 Euro wurde nach oben durchbrochen, was den laufenden Aufwärtstrend bestätigt. Nun rückt eine zentrale Zone in den Fokus: rund 43,80 Euro, das markante Hoch aus dem November 2021.

Ein dynamischer Ausbruch über diese Marke würde aus technischer Sicht weiteren Spielraum eröffnen – viele Marktbeobachter sehen dann Kursregionen um 50 Euro als realistische nächste Etappe. Prallt der Kurs hingegen an diesem Widerstand ab, wäre ein Rücklauf in Richtung der jüngsten Ausbruchszone um 40 Euro ein mögliches Szenario.

Die Volatilität bleibt dabei hoch: Mit einer annualisierten 30‑Tage-Schwankungsbreite von gut 67 Prozent ist der Wert deutlich beweglicher als der Gesamtmarkt. Kurzfristige Ausschläge nach oben wie nach unten sind daher weiterhin wahrscheinlich.

Strategieprojekte und Ausblick

Parallel zur positiven Markt- und Chartlage baut Infineon seine strategische Position aus. Zusammen mit Intel und Synopsys unterstützt der Konzern das paneuropäische Programm „Ignite Next“, das Deep-Tech-Scaleups fördern soll. Für einen großen Chip-Anbieter ist der Zugang zu innovativen Technologien und Ökosystemen in diesem Bereich ein naheliegender Schritt.

Zudem verstärkt Infineon seine Präsenz in Indien. Am 15. Januar wurde eine neue Ausbildungspartnerschaft mit NIELIT unterzeichnet. Damit adressiert das Unternehmen die wachsende Bedeutung des Standorts als Technologie- und Talentmarkt.

Spannend wird es nun am 4. Februar 2026: Dann legt der Konzern seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres vor und gibt traditionell einen Ausblick. Vor dem Hintergrund der Prognose, dass die weltweiten Halbleiterumsätze 2026 erstmals die Marke von 1 Billion US-Dollar überschreiten könnten, wird besonders genau darauf geschaut werden, ob Infineon diesen Rückenwind in konkrete Wachstumsziele übersetzt.

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