Während die Tech-Welt auf KI-Chips starrt, positioniert sich Infineon stillschweißend für den nächsten Milliardenmarkt: humanoide Roboter. Konzernchef Jochen Hanebeck macht im Handelsblatt-Interview klar, dass der DAX-Konzern dafür kaum neue Entwicklungen braucht. Die meisten Komponenten existieren bereits – ein strategischer Vorteil, der die zuletzt angeschlagenen Margen stabilisieren könnte.

Die Rechnung klingt verlockend: Pro Roboter sieht Infineon ein Umsatzpotenzial von rund 500 Dollar. Das Portfolio reicht von Sensoren über Kommunikationschips bis zu Leistungshalbleitern und Mikrocontrollern. Besonders clever: Halbleiter aus der Automobilsparte für autonomes Fahren lassen sich direkt in Robotern einsetzen. Die Synergien senken Entwicklungskosten drastisch.

Tempo wie bei KI-Geschäft angepeilt

Die Dynamik könnte ähnlich explosiv werden wie im KI-Segment. Im Geschäftsjahr 2024/25, das am 30. September 2025 endete, verdreifachte Infineon die Erlöse mit Chips für KI-Rechenzentren. Für 2026 peilt der Konzern eine Verdopplung auf 1,5 Milliarden Euro an, bis 2027 sollen es 2,5 Milliarden Euro werden. Bei humanoiden Robotern könnte ein ähnlicher Hochlauf bevorstehen.

Die Marktprognosen sprechen dafür: Trendforce erwartet für 2026 weltweit mehr als 50.000 ausgelieferte humanoide Roboter – ein Sprung um 700 Prozent gegenüber 2025. Goldman Sachs rechnet für 2030 mit 300.000 bis 1,5 Millionen Einheiten, für 2035 sogar mit 1,4 bis 11,6 Millionen Exemplaren.

Komplettlösungen statt Einzelteile

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Infineons Strategie setzt auf integrierte Systeme. "Wir bieten den Herstellern Komplettlösungen an für Subsysteme wie Hände", erläutert Hanebeck. Die im Februar 2026 abgeschlossene Übernahme eines Teils des Sensorgeschäfts von ams-OSRAM für 570 Millionen Euro fügt sich in dieses Konzept ein.

Der Konzernchef sieht ein "Kopf-an-Kopf-Rennen" zwischen Amerika und China. Europa dürfe nicht ins Hintertreffen geraten. Man sei entschlossen, sich "frühzeitig eine führende Position in dem globalen Markt zu sichern". Als deutschen Hoffnungsträger unterstützt Infineon das Startup Neura Robotics aus Metzingen, das seine humanoiden Roboter auf der Hauptversammlung an diesem Donnerstag in München präsentieren wird.

Kurssprung nach Branchensignal

Die Infineon-Aktie legte am Dienstag im XETRA-Handel zeitweise 3,17 Prozent auf 46,00 Euro zu und erreichte bei 46,37 Euro ein neues Hoch seit 2001. Der Schub folgte auf starke Zahlen von Analog Devices, deren Papiere im vorbörslichen US-Handel am Mittwoch um acht Prozent auf ein Rekordhoch von fast 365 Dollar sprangen. Goldman-Sachs-Analyst James Schneider lobte Ergebnisse und Ausblick als "sehr stark". Der US-Halbleiterhersteller profitierte sowohl von KI-Rechenzentren als auch der Unterhaltungselektronik – ein positives Branchensignal, das auch STMicroelectronics nahe ans Jahreshoch hievte.

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