ImmunityBio meldete diese Woche Rekordumsätze für sein Krebsmedikament ANKTIVA und präsentierte vielversprechende Studiendaten. Doch ein Aktienverkauf eines Vorstandsmitglieds und ein anschließender Kursrutsch im nachbörslichen Handel trübten die ansonsten positive Nachrichtenlage für das Onkologie-Biotech-Unternehmen.

ANKTIVA-Umsatz steigt um 700 Prozent

Die Geschäftszahlen für 2025, vorgelegt am 3. März 2026, zeigen eine beeindruckende kommerzielle Beschleunigung. ImmunityBio erzielte mit ANKTIVA einen Jahresumsatz von 113 Millionen Dollar – ein Anstieg um etwa 700 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verkaufsmenge kletterte sogar um 750 Prozent.

Im vierten Quartal allein lagen die Nettoerlöse bei 38,3 Millionen Dollar, ein Plus von 431 Prozent. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Wall Street deutlich. Der Nettoverlust für das Gesamtjahr verringerte sich auf 351,4 Millionen Dollar, nach 413,6 Millionen Dollar im Jahr zuvor.

Blasenkrebs-Studie: FDA-Daten überzeugen

Parallel zur Bilanzvorlage veröffentlichte ImmunityBio klinische Daten, die für Aufmerksamkeit sorgten. Eine von der US-Gesundheitsbehörde FDA angeforderte Zwischenanalyse zeigte: Die Kombination aus ANKTIVA und BCG verlängert die Dauer des vollständigen Ansprechens signifikant – ohne neue Sicherheitsbedenken.

Nach neun Monaten behielten 84 Prozent der Patienten unter der Kombinationstherapie ihr vollständiges Ansprechen, verglichen mit nur 52 Prozent unter BCG allein. ImmunityBio plant, die Zulassungsunterlagen bis zum vierten Quartal 2026 bei der FDA einzureichen.

Die Rekrutierung für die Phase-2-Studie zu ANKTIVA plus BCG bei BCG-naiven Patienten mit nicht-muskelinvasivem Blasenkarzinom ist abgeschlossen. Rund 100 klinische Zentren nehmen teil.

BCG-Knappheit als zweischneidiges Schwert

Nach der Präsentation fiel die Aktie nachbörslich um über fünf Prozent. ImmunityBio warnte vor einer „schrecklichen" Knappheit von BCG, der Standardtherapie bei frühem Blasenkrebs. Das trifft die Kombinationstherapie kurzfristig, könnte dem Unternehmen aber langfristig in die Karten spielen.

Das rekombinante BCG-Programm von ImmunityBio umfasst bereits 580 Patienten an etwa 100 Standorten. Noch im März steht ein Treffen mit der FDA an, um die nächsten Entwicklungsschritte zu besprechen.

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Expansion nach Europa und Saudi-Arabien

ANKTIVA erhielt in den vergangenen Monaten mehrere internationale Zulassungen – neben der FDA-Freigabe im April 2024 folgten Großbritannien im Juli 2025 und die Europäische Kommission im Februar 2026.

Für Europa ging ImmunityBio eine Partnerschaft mit Accord Healthcare ein. Eine 85-köpfige Vertriebstruppe wird ANKTIVA in 30 Ländern vermarkten. Das Medikament ist in 33 Ländern zugelassen, darunter die EU mit einer bedingten Marktzulassung.

Im Nahen Osten schloss das Unternehmen eine Vereinbarung mit Biopharma und Cigalah für Saudi-Arabien und weitere MENA-Märkte. Die saudi-arabische Gesundheitsbehörde registrierte ANKTIVA bereits mit Preisfestlegung – der Vertrieb soll binnen 60 Tagen beginnen. Zusätzlich genehmigte die Behörde ANKTIVA in Kombination mit einem Checkpoint-Inhibitor für metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkrebs.

Vorstandsmitglied verkauft Aktien im Wert von 900.000 Dollar

Vorstandsmitglied Barry J. Simon trennte sich am 24. Februar 2026 von 75.000 Aktien zu durchschnittlich 12,01 Dollar – Gesamtwert: 900.787 Dollar. Laut SEC-Meldung hält Simon weiterhin rund 2,93 Millionen Aktien.

Parallel dazu untersucht die Anwaltskanzlei Pomerantz Law Firm mögliche Wertpapierbetrugsvorwürfe gegen ImmunityBio. Die Kombination aus Insiderverkauf und rechtlichen Ermittlungen belastete die Aktie in den Tagen nach der Bilanzvorlage spürbar.

Pipeline reicht über Blasenkrebs hinaus

ImmunityBio arbeitet an mehreren weiteren Indikationen. Aktualisierte Phase-2-Daten zur QUILT-3.078-Studie bei rezidivierendem Glioblastom vom 22. Januar 2026 zeigen: Von 23 eingeschriebenen Patienten leben noch 19, das mediane Gesamtüberleben ist nicht erreicht. Der längste überlebende Patient befindet sich nach zwölf Monaten seit Rezidiv weiterhin in Behandlung.

Zudem setzt das Unternehmen auf künstliche Intelligenz. Die interne Plattform „Ask IB" integriert große Sprachmodelle und automatisierte Systeme in Forschung und Produktion. Sie unterstützt robotergestützte Herstellungsprozesse für Immunzelltherapien und soll Kontaminationsrisiken senken sowie kontinuierliche Fertigung ermöglichen.

Starkes Wachstum trifft auf operative Herausforderungen

ImmunityBio startet ins zweite Quartal 2026 mit einem kommerziell validierten Produkt, wachsender internationaler Präsenz und überzeugenden klinischen Daten. Die FDA unterstützt den Einsatz bei papillärem Blasenkrebs ohne zusätzliche Studien, neue Zulassungen in Saudi-Arabien und Europa erweitern die Marktchancen.

Kurzfristig belasten jedoch die laufenden Rechtsermittlungen, der Insiderverkauf und weiterhin hohe operative Verluste die Bewertung. Die BCG-Knappheit bremst zwar die Kombinationstherapie, positioniert aber gleichzeitig das rekombinante BCG-Programm als potenziellen Wettbewerbsvorteil in der Blasenkrebs-Behandlung.

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