IBM startet in eine wichtige Woche: Am Mittwoch legt der Konzern seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Analysten haben ihre Kursziele zuletzt spürbar angehoben, gleichzeitig rückt die Bewertung stärker in den Blick. Wie ist die Ausgangslage kurz vor dem Bericht?

Analysten werden optimistischer

An der Wall Street überwiegt vor den Q4-Zahlen verhaltene Zuversicht. JP Morgan erhöhte am 21. Januar das Kursziel von 290 auf 312 US-Dollar, stuft die Aktie aber weiter nur mit „Neutral“ ein. Goldman Sachs zeigt sich deutlich zuversichtlicher mit einem „Buy“-Rating und einem Kursziel von 350 US-Dollar und hob die EPS-Prognose für 2026 leicht von 11,40 auf 11,50 US-Dollar an.

Der aktuelle durchschnittliche Analysten-Kurs liegt bei rund 311,85 US-Dollar, basierend auf Einschätzungen von 13 Häusern. Die Verteilung der Ratings zeigt ein gemischtes Bild:

  • 31 % „Strong Buy“
  • 31 % „Buy“
  • 31 % „Hold“
  • 8 % „Strong Sell“

Auch Evercore hat das Kursziel angehoben und spricht von einem „günstigen Setup“ vor den Q4-Zahlen.

Tarife und Geopolitik

Am 21. Januar sorgte CEO Arvind Krishna in einem CNBC-Interview für Aufmerksamkeit. Er erklärte, IBM habe Zollbelastungen nicht an Kunden weitergereicht, sondern selbst getragen. Ziel sei es gewesen, Kundenbeziehungen zu stabil halten und die Wettbewerbsposition in einem unsicheren handelspolitischen Umfeld nicht zu schwächen.

Quantum Computing als Stütze der Story

Ein umfangreicher UBS-Bericht vom 19. Januar hebt IBM gemeinsam mit Alphabet als führend im Quantum Computing hervor. Die Bank sieht den von IBM verfolgten Ansatz mit supraleitenden Qubits als eine der aussichtsreichsten Technologien der Branche.

Wesentliche Punkte aus der UBS-Analyse:

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  • Ein „Quantum Advantage“ könnte bereits in den 2030er-Jahren erreicht werden.
  • IBM und Alphabet gelten als Pioniere bei supraleitenden Qubits.
  • Besonders großes Potenzial sehen die Analysten in Molekülsimulation, Optimierung, KI und Kryptografie.
  • Im Quantum-Bereich komme es zu „bedeutenden Durchbrüchen“.

Ausblick auf Q4-Zahlen

Der Zacks-Konsens erwartet für das vierte Quartal 2025:

  • Umsatz: 19,21 Milliarden US-Dollar
  • Gewinn je Aktie (EPS): 4,33 US-Dollar

In den vergangenen vier Quartalen hat IBM die Gewinnerwartungen im Schnitt um 8,1 % übertroffen und die Schätzungen jeweils geschlagen.

Das Management hatte die Prognose für den freien Cashflow im Gesamtjahr zuvor auf 14 Milliarden US-Dollar angehoben. Begründet wurde dies mit besserer operativer Hebelwirkung in allen Segmenten. Software, Consulting und Infrastructure legten 2025 zu, unterstützt durch eine höhere Nachfrage nach KI-Lösungen.

Wichtige Partnerschaften im Quartal

Im vierten Quartal meldete IBM mehrere strategische Kooperationen:

  • Zusammenarbeit mit S&P Global für KI-gestützte Supply-Chain-Tools auf Basis von watsonx Orchestrate
  • Verlängerte mehrjährige Partnerschaft mit Microsoft zur Integration von Copilot in IBM Consulting Advantage
  • Start von GRAMMY IQ, entwickelt mit IBM watsonx, im Vorfeld der Grammy Awards 2026

Bewertung über Marktdurchschnitt

Trotz der positiven Analystenstimmung ist die Bewertung ambitioniert. Die Aktie wird aktuell zu folgenden Multiples gehandelt:

  • Price-to-Sales: 4,4x (S&P 500: 3,3x)
  • Price-to-Earnings: 36,2x (Benchmark: 24,6x)
  • Forward P/E: 23,98x

Die 52-Wochen-Spanne reicht von 214,50 bis 324,90 US-Dollar. Am 23. Januar schloss die Aktie bei 292,44 US-Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 275 Milliarden US-Dollar.

Kursbild: Rücksetzer nach Rally

Am 20. Januar gab die IBM-Aktie um 5 % nach. Auslöser waren breit angelegte Marktverwerfungen im Zusammenhang mit Spannungen zwischen den USA und Dänemark über Grönland sowie neue Zoll-Sorgen. Die Aktie schloss an diesem Tag bei 291,35 US-Dollar, erholte sich aber bis zum 21. Januar auf 297,54 US-Dollar.

Auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Plus bei etwa 30,5 %. Damit bleibt IBM hinter dem Technologiesektor zurück, der im selben Zeitraum um 93,5 % zulegte, schlägt aber Microsoft, dessen Aktie im gleichen Zeitraum nur um 1,9 % stieg.

Fazit: Hohe Erwartungen, klare Messlatte

Vor den Q4-Zahlen ist die Ausgangslage klar umrissen: Die Analysten haben Kursziele und Gewinnschätzungen nach oben angepasst, gleichzeitig liegt die Bewertung spürbar über dem Marktdurchschnitt. Entscheidend wird sein, ob IBM die ambitionierten Umsatz- und EPS-Erwartungen erfüllt und die angehobene Free-Cashflow-Guidance bestätigt – dann dürfte die aktuelle Zuversicht der Analysten zunächst Rückenwind bleiben.

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