IBM Aktie: Gewinnfantasie vs. Gewinnmitnahmen
IBM startet mit Gegenwind ins neue Börsenjahr. Trotz einer globalen Preiserhöhung und positiver Analystensignale gerät die Aktie zum Jahresauftakt unter Druck. Im Zentrum stehen massive Verkäufe eines Großinvestors und die Frage, wie der Markt IBMs Umbau in Richtung KI und Dateninfrastruktur bewertet.
Globale Preiserhöhung als Margenhebel
Zum 1. Januar 2026 setzt IBM eine weltweite Preisanpassung um. Der Konzern erhöht die Preise in großen Teilen seines Portfolios um rund 6 Prozent und verfolgt damit eine klare Linie: Schutz der Marge und Angleichung an die Inflation sowie an internationale Preisniveaus.
Betroffen sind vor allem:
- Software im Rahmen von Passport Advantage
- SaaS-Abonnements
- Power-Systems-Hardware
Ausgenommen bleiben unter anderem das IBM FlashSystem und bestimmte Storage-Medien.
Analysten sehen in der Maßnahme einen Beitrag zum organischen Umsatzwachstum in den Sparten Software und Infrastructure im laufenden Geschäftsjahr. Kurzfristig bleibt die Kursreaktion jedoch verhalten – die Preiserhöhung stützt eher die mittelfristige Ergebnisentwicklung als die Stimmung am ersten Handelstag.
Großinvestor zieht sich deutlich zurück
Deutlich stärker wirkt heute ein anderer Faktor: institutionelle Verkäufe.
Das Pensionssystem des US-Bundesstaats Virginia (Virginia Retirement Systems) hat seine IBM-Position im Berichtszeitraum massiv reduziert. Der Fonds veräußerte 404.100 Aktien und senkte seinen Bestand damit um 89 Prozent auf nur noch 49.700 Stück.
Solch ein abrupter Rückgang bei einem großen institutionellen Investor belastet in der Regel die kurzfristige Wahrnehmung. Viele Marktteilnehmer orientieren sich an diesen Bewegungen und hinterfragen den kurzfristigen Spielraum nach oben – insbesondere nach einer starken Rally im Vorjahr.
Analysten heben Gewinnschätzungen an
Parallel dazu kommen von der fundamentalen Seite eher unterstützende Signale. Zacks Research hat seine Ergebnisprognosen für IBM leicht angehoben:
- Erwartetes EPS für das Geschäftsjahr 2026: rund 11,85 US‑Dollar
- Erwartetes EPS für das Geschäftsjahr 2027: rund 12,79 US‑Dollar
Die höheren Schätzungen deuten darauf hin, dass der Markt zwar technisch unter Druck steht, die zugrunde liegende Ertragsstory aber intakt bleibt. Treiber sind neben der neuen Preisstruktur auch Effizienzgewinne im operativen Geschäft.
Rückblick: Starkes Jahr 2025, laufende Transformation
Die aktuelle Konsolidierung findet vor dem Hintergrund einer sehr starken Entwicklung in 2025 statt. IBM markierte am 11. November 2025 ein Allzeithoch bei 324,90 US‑Dollar, getragen vom Ausbau im Bereich Unternehmens-KI und von Fortschritten im Quantum-Computing-Geschäft. Der Rückgang in den Bereich um 296 US‑Dollar bedeutet damit eine technisch übliche Korrektur von rund 9 Prozent nach einem längeren Aufwärtstrend.
Strategisch befindet sich IBM mitten in einer Umbauphase. Im Dezember 2025 kündigte der Konzern die Übernahme des Datenstreaming-Spezialisten Confluent für 11 Milliarden US‑Dollar an – der größte Deal seit der Red-Hat-Akquisition. Ziel ist es, die eigene Position in der Dateninfrastruktur für generative KI deutlich zu stärken.
Der Markt muss diese Kombination aus hoher Investitionssumme, Integrationsrisiken und langfristigen Wachstumschancen jedoch erst einordnen. Hinzu kommt: Trotz der heutigen Schwäche notiert die Aktie mit rund 296,21 US‑Dollar nur etwa 3 Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch und liegt deutlich über wichtigen gleitenden Durchschnitten – ein Hinweis auf einen weiterhin intakten übergeordneten Aufwärtstrend.
Ausblick: Zahlen und zentrale Marken im Fokus
Der nächste größere Prüfstein ist der Q4‑2025‑Bericht, der noch in diesem Monat erwartet wird. Dann wird erstmals konkreter sichtbar, wie der Markt die Confluent-Übernahme bewertet und wie die neue Preispolitik im Kundenstamm ankommt.
Aus technischer Sicht testet die Aktie derzeit einen Unterstützungsbereich um 295 US‑Dollar. Ein Rutsch darunter könnte eine tiefere Korrektur in Richtung langfristiger Durchschnittslinien einleiten, während ein stabiler Anstieg über die Marke von 300 US‑Dollar die Stimmung wieder deutlich aufhellen und den Fokus stärker auf die erhöhten Gewinnschätzungen und die strategischen Wachstumsfelder lenken dürfte.
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