Hensoldt Aktie: IPO-Effekt
Ein erfolgreicher Börsengang im Nachbarland hat der Hensoldt-Aktie zum Wochenausklang neuen Schwung gegeben. Der starke Marktstart der Czechoslovak Group (CSG) in Amsterdam hat gezeigt, wie gefragt Rüstungswerte bei institutionellen Investoren weiterhin sind. Reicht dieser Rückenwind, um die jüngsten Kursverluste bei Hensoldt vorerst auszugleichen?
CSG-Börsengang sorgt für neuen Rückenwind
Am Freitag legte Hensoldt im Xetra-Handel um 4,72 % auf 87,55 Euro zu und gehörte damit zu den stärkeren Technologiewerten. Auslöser war der „Traumstart“ der tschechischen Czechoslovak Group (CSG) an der Euronext Amsterdam: Der Rüstungskonzern und Munitionshersteller sprang zum Börsendebüt um über 30 % nach oben.
Die Eckpunkte, die den Sektor befeuerten:
- CSG-IPO mit Kursplus von über 30 % am ersten Handelstag
- Bewertung beim Börsengang rund 25 Mrd. Euro
- Signal: Risikoappetit institutioneller Investoren für Rüstungswerte bleibt hoch
Dieses positive Sentiment schwappte direkt auf Hensoldt über. Nach deutlichen Abgaben im Wochenverlauf – belastet durch Gerüchte über Friedensgespräche in Abu Dhabi zwischen Vertretern der Ukraine, Russlands und den USA – nutzten Anleger den Freitag für Rückkäufe. Der starke CSG-Einstieg wirkte dabei wie eine Bestätigung, dass die hohen Branchenbewertungen vorerst Bestand haben und ein abrupter Rückgang der Nachfrage nicht eingepreist werden muss.
Relative Stärke im Sektor – ambitionierte Bewertung
Im Vergleich zum Gesamtmarkt unterstrich Hensoldt die solide Nachfrage nach Verteidigungstiteln. Während der DAX den Handelstag nur leicht im Plus beendete, zeigte der Rüstungssektor deutliche relative Stärke. Hensoldt setzte sich dabei an die Spitze, auch andere Werte wie Rheinmetall und Renk profitierten vom CSG-Effekt.
Der jüngste Kurssprung erfolgt auf Basis bereits hoher Bewertungsniveaus. Für 2026 wird ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 57,7 erwartet – ein klarer Aufschlag gegenüber vielen klassischen Industrie- und Zyklikerwerten. Marktbeobachter begründen diese Prämie mit:
- langfristig gut gefüllten Auftragsbüchern,
- der sicherheitspolitischen Neubewertung in Europa,
- und der Schlüsselrolle von Radar- und Sensortechnologie für die Modernisierung der NATO-Streitkräfte.
Technisch betrachtet markiert der Anstieg vom Freitag eine spürbare Gegenbewegung nach den vorangegangenen Verlusten. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie trotz der zwischenzeitlichen Korrekturen deutlich im Plus; der aktuelle Kurs bewegt sich mit rund 24 % Abstand unterhalb des 52‑Wochen-Hochs, aber weit über dem Tief der Spanne. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 78,33 Euro beträgt rund 12 %, was den jüngsten Schub nach oben widerspiegelt, während der Kurs nahezu auf Höhe des 100- und 200-Tage-Durchschnitts notiert und damit keine extreme Überhitzung signalisiert.
Volatilität bleibt Teil der Story
Die Kursentwicklung der vergangenen Monate unterstreicht, wie stark Hensoldt zwischen geopolitischen Schlagzeilen und fundamentaler Nachfrageerwartung pendelt. Gerüchte über mögliche Friedensinitiativen führten zuletzt zu spürbarem Verkaufsdruck, wohingegen der CSG-IPO jetzt als externer Bestätigungsfaktor für die hohen Multiples im Sektor wirkt.
Auffällig ist dabei, dass der jüngste Rebound bei Hensoldt stärker ausfiel als bei etablierten Branchenriesen. Das deutet darauf hin, dass Investoren insbesondere bei spezialisierten Technologieanbietern im Verteidigungsbereich – wie Radar- und Sensorsystemen – wieder verstärkt Potenzial sehen, nachdem diese Titel im Wochenverlauf überproportional nachgegeben hatten.
Die hohe 30-Tage-Volatilität von über 75 % (annualisiert) zeigt zugleich: Schwankungsarme Phasen sind derzeit nicht zu erwarten, kurzfristige Kursbewegungen bleiben vor allem von Nachrichten zur Sicherheitslage und politischen Entwicklungen getrieben.
Zahlen Ende Februar im Mittelpunkt
Nach der stark stimmungsgetriebenen Bewegung rückt nun wieder die fundamentale Seite in den Fokus. Der nächste klare Fixpunkt ist der 26. Februar 2026, wenn Hensoldt den Geschäftsbericht 2025 vorlegt. Für das vierte Quartal erwarten Analysten ein Ergebnis je Aktie von rund 1,64 Euro, für 2026 werden ein Umsatz von etwa 2,8 Mrd. Euro und ein Gewinn von 176 Mio. Euro prognostiziert.
Gelingt es dem Unternehmen Ende Februar, diese Erwartungen zu bestätigen oder zu übertreffen, hätte die hohe Bewertung eine solidere Basis. In diesem Szenario könnte auch der charttechnisch relevante Bereich um 90 Euro wieder stärker in den Blick rücken. Kommt es hingegen zu Enttäuschungen oder zu neuen geopolitischen Signalen in Richtung Entspannung, dürften die zuletzt sichtbaren Ausschläge nach unten erneut zum Thema werden.
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