Jefferies hat Hensoldt zu Wochenbeginn auf „Buy" hochgestuft – und damit einen Blick auf ein Unternehmen gelenkt, das zugleich von starker Nachfrage profitiert und von seinen eigenen Produktionskapazitäten gebremst wird. Das Spannungsfeld zwischen Rekordzahlen und operativen Grenzen prägt die Hensoldt-Story derzeit mehr als jede Analystenmeinung.

Jefferies sieht Aufholpotenzial

Das Kursziel von 90 Euro lässt Jefferies unverändert, wertet die Aktie nach der Hochstufung von „Hold" auf „Buy" nun aber als kaufenswert. Die Begründung ist konkret: Die Nachfrage nach Hensoldts Radar-Systemen – darunter das TRML-4D und der Spexer – bleibt hoch. Europäische NATO-Partner haben für 2026 eine Pipeline mit über 70 Projektvorschlägen und einem potenziellen Gesamtvolumen von rund 48 Milliarden Euro aufgebaut.

Hinzu kommt ein Bewertungsargument: Die Prämie, mit der Hensoldt gegenüber anderen europäischen Rüstungsunternehmen gehandelt wurde, ist von rund 50 Prozent auf etwa 10 Prozent geschrumpft. Das macht die Aktie im Sektorvergleich deutlich attraktiver als noch vor einem Jahr.

Rekordauftragsbestand, moderates Umsatzwachstum

Die Zahlen für 2025 zeigen das Dilemma deutlich. Der Auftragseingang stieg um 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro, der Gesamtauftragsbestand kletterte auf 8,83 Milliarden Euro – mehr als das Dreifache des Jahresumsatzes. Doch der Umsatz wuchs lediglich um 9,6 Prozent auf 2,455 Milliarden Euro. Die Lücke zwischen Auftragseingang und tatsächlich ausgeliefertem Umsatz ist das zentrale Problem: Hensoldt kann die Nachfrage schlicht nicht schnell genug abarbeiten.

Die bereinigte EBITDA-Marge von 18,4 Prozent übertraf zwar die eigene Zielmarke von 18 Prozent, und der bereinigte Free Cashflow stieg auf 347 Millionen Euro. Doch für 2026 stellt das Management Erlöse von rund 2,75 Milliarden Euro in Aussicht – ein Wert, der etwa 2 Prozent unter dem Analysten-Konsens liegt. Ein klares Zeichen, dass Kapazitätsengpässe das Wachstumstempo begrenzen.

Gegenmaßnahmen laufen an

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Hensoldt reagiert auf zwei Wegen. Anfang März unterzeichnete das Unternehmen eine ÜbernahmeVereinbarung für den niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco mit rund 140 Mitarbeitern an den Standorten Venlo und Eindhoven. Die Transaktion soll zur Mitte des Jahres abgeschlossen werden und wird vollständig aus vorhandenen Mitteln finanziert. Nedinsco wird anschließend in das Optronik-Segment integriert.

Parallel dazu laufen Verhandlungen über eine Erweiterung des Standorts Aalen. Das Gesamtprogramm sieht rund 1.600 neue Stellen und Investitionen von einer Milliarde Euro für den Zeitraum 2025 bis 2027 vor.

Auch intern gibt es Signale der Kontinuität: Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag von CEO Oliver Dörre vorzeitig bis Ende 2031. Dörre kaufte Ende Februar zudem 1.000 eigene Aktien zu 75,25 Euro – ein Insiderkauf, der Directors'-Dealings-pflichtig veröffentlicht wurde.

Geopolitischer Rückenwind bleibt strukturell

Der Rahmen stimmt: Deutschlands Verteidigungshaushalt 2026 mit einem Sonderfonds von über 108 Milliarden Euro sowie das EU-Kreditprogramm SAFE mit 150 Milliarden Euro für gemeinsame Rüstungsbeschaffung stützen die Nachfrage langfristig. Bedrohungsszenarien mit Drohnenschwärmen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen treiben den Bedarf an Hensoldts Kerntechnologien weiter an.

Die Aktie notiert aktuell bei 76,00 Euro und damit deutlich unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 115,10 Euro. Ob die laufenden Maßnahmen – Nedinsco-Integration, Aalen-Expansion und Personalaufbau – bereits messbare Fortschritte bei der Auftragsabarbeitung zeigen, wird sich am 6. Mai 2026 mit den Q1-Zahlen konkretisieren.

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