Gold bekommt heute gleich von mehreren Seiten Unterstützung: neue Unsicherheit um die US-Handelspolitik, Signale der US-Notenbank zum Abwarten – und zusätzliche geopolitische Spannungen. Der Preis zieht im asiatischen Handel spürbar an. Doch wie nachhaltig ist der Schub, wenn Washington bei den Importzöllen weiter nachlegt?

US-Zollstreit treibt Safe-Haven-Nachfrage

Auslöser der aktuellen Nervosität ist ein juristischer Einschnitt in den USA. Der Supreme Court erklärte am Freitag zentrale Zollbefugnisse von Präsident Trump unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) für rechtswidrig. Das Urteil (Learning Resources, Inc. v. Trump) fiel mit 6 zu 3 Stimmen und betrifft sämtliche unter IEEPA verhängten Zölle – darunter die im April 2025 eingeführten „Liberation Day“-Tarife.

Die Regierung reagierte umgehend: Noch am selben Tag unterzeichnete Trump eine Proklamation auf Basis von Section 122 des Trade Act of 1974. Sie sieht einen temporären Importzoll von 10% für 150 Tage vor. Laut White House Fact Sheet trat diese Regelung gestern in Kraft. Zwar kündigte Trump bereits am 21. Februar auf Truth Social eine Erhöhung auf 15% (die maximale Rate unter Section 122) an, laut Bloomberg und Guardian wurde am Dienstag jedoch zunächst nur die 10%-Stufe umgesetzt.

Am Markt kommt vor allem eines an: Die konkrete Zollhöhe bleibt politisch und rechtlich in Bewegung. Genau diese Unsicherheit stützt klassisch den „sicheren Hafen“ Gold.

Edelmetalle ziehen breit an

Im frühen Handel stieg Gold laut Reuters um rund 1% auf 5.186 US-Dollar je Unze (Stand: 07:46 GMT). US-Gold-Futures für April notierten bei 5.205 US-Dollar, ein Plus von 0,6%.

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Auch der restliche Edelmetallsektor profitierte deutlich: Silber sprang um 3,4% auf 90,32 US-Dollar und markierte ein Drei-Wochen-Hoch. Platin legte 4,7% auf 2.269,82 US-Dollar zu, Palladium gewann 1,9% auf 1.801,47 US-Dollar.

Kyle Rodda (Capital.com) verwies gegenüber Reuters neben der US-Politik auch auf die Rückkehr des chinesischen Marktes als Faktor, der die Attraktivität von Gold – und teils auch Silber – stütze.

Fed bleibt vorerst auf Pause – und das hilft Gold

Neben der Handelspolitik wirkt die US-Geldpolitik als zweiter Treiber. Zwei Fed-Vertreter signalisierten am Dienstag, dass sie aktuell keinen unmittelbaren Handlungsdruck sehen. Susan Collins (Boston Fed) hält laut Reuters ein Verharren in der aktuellen Spanne „für einige Zeit“ für wahrscheinlich. Thomas Barkin (Richmond Fed) bezeichnete die Ausrichtung der Geldpolitik als „gut positioniert“, um Risiken zu begegnen.

Der Leitzins liegt seit Januar 2026 unverändert bei 3,50% bis 3,75%, nachdem es im Vorjahr drei Zinssenkungen um insgesamt 75 Basispunkte gegeben hatte. Laut CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit drei weitere Senkungen um jeweils 25 Basispunkte für 2026 ein – ein Umfeld, das Gold als zinslose Anlage tendenziell begünstigt.

Geopolitik und Zentralbanken als zusätzliche Stützen

Zusätzliche Nachfrage kommt aus dem Risiko-Umfeld: Trump skizzierte in seiner State-of-the-Union-Rede gestern die Möglichkeit eines Militärschlags gegen den Iran, um das Land am Erwerb von Atomwaffen zu hindern. Parallel berichtete Reuters, der Iran stehe kurz vor einem Abschluss zum Kauf chinesischer Anti-Schiffs-Marschflugkörper. Für Donnerstag ist zudem eine dritte Runde der Atomverhandlungen zwischen Iran und den USA in Genf angesetzt.

Strukturell bleibt auch die Zentralbanknachfrage ein Faktor. Laut World Gold Council kauften Zentralbanken 2025 insgesamt 863 Tonnen Gold. Größter Einzelkäufer war erneut Polen (102 Tonnen), gefolgt von Kasachstan (57 Tonnen) und Brasilien (43 Tonnen). Die Käufe lagen damit zwar unter der 1.000-Tonnen-Marke der Vorjahre, aber weiterhin deutlich über dem Durchschnitt 2010–2021 von 473 Tonnen pro Jahr.

Was kurzfristig wichtig wird

In den nächsten Tagen dürfte vor allem die US-Zollpolitik die Taktfrequenz vorgeben – konkret, ob und wann die angekündigte Erhöhung des Section-122-Zolls auf 15% formalisiert wird. Zudem rücken am Freitag die US-Erzeugerpreise (PPI) für Januar in den Fokus, weil sie die Zinserwartungen beeinflussen können. Ein weiterer Fixpunkt ist Donnerstag: Dann startet in Genf die nächste Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran, die das geopolitische Risiko und damit die Safe-Haven-Nachfrage kurzfristig mitprägen kann.

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