Gilead Sciences greift tief in die Tasche: Der Pharmakonzern übernimmt das Biotechunternehmen Ouro Medicines für bis zu 2,18 Milliarden Dollar — ein klares Signal, dass das Unternehmen seinen Wachstumskurs jenseits des klassischen HIV-Geschäfts konsequent fortsetzt.

Konkret zahlt Gilead 1,675 Milliarden Dollar in bar bei Abschluss des Deals, dazu kommen erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 500 Millionen Dollar. Im Mittelpunkt der Transaktion steht der experimentelle Antikörperwirkstoff OM336, auch bekannt als Gamgertamig — ein biспezifischer T-Zell-Engager, der auf BCMA-exprimierende Plasmazellen abzielt.

Was OM336 so interessant macht

Der Wirkstoff richtet sich gegen schwere Autoimmunerkrankungen wie die autoimmune hämolytische Anämie und Immunthrombozytopenie. In laufenden Phase-1/2-Studien hat Gamgertamig nach einem einzigen Behandlungszyklus bereits bemerkenswerte Ergebnisse gezeigt — tief greifende B-Zell-Depletion bei gleichzeitig überschaubarem Sicherheitsprofil. Die US-Zulassungsbehörde FDA hat dem Präparat bereits den Fast-Track- sowie den Orphan-Drug-Status verliehen. Registrierungsstudien sollen 2027 beginnen.

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Für Gilead ist der Zugriff auf diese Technologie strategisch wertvoll: Patentabläufe bei bestehenden Produkten und rückläufige Umsätze beim COVID-Mittel Veklury erhöhen den Druck, das Portfolio neu aufzustellen. Bereits im Februar hatte das Unternehmen den Krebsspezialist Arcellx für bis zu 7,8 Milliarden Dollar übernommen — der bisher größte Deal seit 2020.

Komplexes Partnernetzwerk rund um den Deal

Bemerkenswert ist die Vielzahl der Beteiligten. Das belgische Biotechunternehmen Galapagos befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen, sich mit 50 Prozent an den Upfront- und Meilensteinzahlungen zu beteiligen. Im Gegenzug würde Galapagos die Entwicklungskosten bis zum Start der Registrierungsstudien tragen, danach werden sie hälftig geteilt. Die Vermarktungsrechte verbleiben vollständig bei Gilead — mit Ausnahme von Greater China, wo das Hongkonger Unternehmen Keymed Biosciences exklusive Rechte hält. Galapagos würde Lizenzgebühren von 20 bis 23 Prozent auf den Nettoumsatz erhalten.

Keymed profitiert ebenfalls direkt: Das Unternehmen hält eine 15-prozentige Minderheitsbeteiligung an Ouro und erhält aus dem Deal eine Sofortzahlung von 250 Millionen Dollar sowie mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu 70 Millionen Dollar. Die Keymed-Aktie legte in Hongkong um 4,6 Prozent zu.

Für Gilead ist die Botschaft des Deals eindeutig: Der Konzern baut sein Immunologie- und Onkologieportfolio mit Nachdruck aus und schafft dabei ein Partnerschaftsgeflecht, das die finanzielle Last auf mehrere Schultern verteilt.

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